500 Filme in mehr als 100 Programmen: Das Programm der Kurzfilmtage Oberhausen ist wie immer proppenvoll. Kinderfilme werden gezeigt, Musikvideos und Dokumentationen ebenso. Mal wird es ganz poetisch, mal informativ, mal experimentell. Gerade Kurzfilm-Einsteigern dürfte die Auswahl daher schwerfallen. Das Kufita-Team gibt daher Tipps:

Der NRW-Wettbewerb

Hier zeigt das Filmland NRW, was es kann: elf Produktionen, die in Nordrhein-Westfalen produziert wurden, von Filmschaffenden unter anderem aus Mülheim und Dortmund. Thematisch geht es um die ganze Welt – vom kleinen Mädchen in Anatolien, das selbstgemachten Kaugummi verkauft, um sich richtige Schuhe zu kaufen. Über einen nicht ganz ernst gemeinten Versuch, die Tagebaulöcher in NRW mit Wassereimern zu füllen. Bis zum U-Bahn-Fahrer, der damit hadert, dass er zum Gesicht einer Werbekampagne gemacht wurde. In einem Film geht es um das friedliche Leben an einem japanischen Fluss, in einem anderen spielen Jugendliche in Bischkek die Hauptrolle. Der NRW-Wettbewerb wird in zwei Programme aufgeteilt. Zu sehen sind sie am Freitag, 1. Mai, um 15 und um 20 Uhr in der Lichtburg, sowie am Samstag, 2. Mai, um 18 und um 20 Uhr im Walzenlager-Kino im Zentrum Altenberg.

Kurzfilmtage Oberhausen: Film-Stills 2026
„Berlin, Europacity“: Der Film von Leonard Geisler läuft im NRW-Wettbewerb der Kurzfilmtage Oberhausen.© Kurzfilmtage Oberhausen | Leonard Geisler

Die Oberhausen Auswahl

Ein Programm von Oberhausenern für Oberhausener: Jedes Jahr stellen Oberhausener Seniorinnen und Senioren ein Filmprogramm aus dem Archiv der Kurzfilmtage zusammen, das beim Festival Premiere feiert: Eine Reise quer durch die Festivalgeschichte, von einem jugoslawischen Animationsfilm aus dem Jahr 1963 über den Gewinner des allerersten Musikvideo-Preises 1999 bis zu einer wunderschönen Animation von 2024 reicht die Palette. Vorgestellt werden die Filme von den Senioren und Seniorinnen selbst. Ab Herbst 2026 tourt das Programm übrigens durch Oberhausener Sozial- und Kultureinrichtungen. Die Auswahl ist am Donnerstag, 30. April, um 15 Uhr in der Lichtburg an der Elsässer Straße zu sehen.

Kurzfilmtage Oberhausen: Film-Stills 2026
Der Film „Bottle“ wird in der Oberhausen Auswahl gezeigt: am 30. April, um 15 Uhr in der Lichtburg.© Kurzfilmtage Oberhausen | Kirsten Lepore

Kinemathek im Ruhrgebiet

Ein Muss für historisch Interessierte: Das Nachkriegs-Oberhausen im Film. Jedes Jahr zeigt die Kinemathek im Ruhrgebiet eine Filmauswahl von Produktionen aus dem und über das Revier. In diesem Jahr geht es um die Nachkriegszeit. Dabei laufen auch „Das kriegszerstörte Oberhausen“ zusammen mit zwei weiteren Filmen aus dieser Zeit über Gelsenkirchen und Bochum. Vorgestellt wird das Programm von Paul Hofmann, dem Leiter der Kinemathek. Zu sehen am Samstag, 2. Mai, in der Lichtburg.

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Kinder und Jugendliche kuratieren zwei Programme

Zwei Programme bei den 72. Kurzfilmtagen wurden von Kindern und Jugendlichen aus Oberhausen kuratiert. Sie haben Filme gesichtet, diskutiert und eine Auswahl getroffen, die sie jeweils selbst im Kino präsentieren. „Short Takeover“ (ab 14) wurden von Jugendlichen der Anne-Frank-Realschule zusammengestellt. Filme aus Frankreich, Bulgarien, den USA oder Kanada und sogar ein Film aus dem diesjährigen Jugendwettbewerb sind dabei.

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Fünf Jugendliche aus Oberhausen haben für „Zeig mal Film“ ein sehenswertes Programm rund um KI, Algorithmen und ihre Spuren in unserer Welt zusammengestellt und präsentieren es selbst im Kino. Von dem Problem, einem Avatar den Rückwärtssalto beizubringen, reicht die Palette bis zu KI-generierten dystopischen (und utopischen) Welten. Beide Filme laufen in der Lichtburg, „Short Takeover“ am Sonntag, 2. Mai, um 17 Uhr, „Zeig mal Film“ am Donnerstag, 30. April, um 17.45 Uhr.

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Das Kinder- und Jugendkino

Das Kinder- und Jugendkino ist der Dauerbrenner unter den Publikumslieblingen bei den Kurzfilmtagen, und längst nicht nur für Menschen unter 18. Hier laufen in diesem Jahr 34 Filme aus 21 Ländern, eingeteilt in Altersgruppen ab drei Jahren. Die Bandbreite reicht von fantastischen Animationen für die Kleinsten über Bilder aus dem Leben von Kindern in Kolumbien, Nepal oder Peru bis hin zur Geschichte einer Teenager-Schwangerschaft in den Programmen für Jugendliche. Eine Empfehlung für die ganze Familie, zumal der Eintritt hier nur 2 Euro pro Person kostet. Die Programme starten am Tag der Eröffnung, 28. April, und laufen bis zum 3. Mai zu unterschiedlichen Zeiten. Übersicht: kurzfilmtage.de

Kurzfilmtage Oberhausen: Film-Stills 2026
„América“, ein Film für alle ab acht Jahren, läuft im Kinderfilmwettbewerb der Kurzfilmtage Oberhausen und ist am 1. Mai, um 13 Uhr in der Lichtburg zu sehen.© Kurzfilmtage Oberhausen | Javier Arias-Stella

Filmpremiere: „Mütter. Jeden Tag“

In Kooperation mit dem Theater Oberhausen zeigen die Kurzfilmtage am 29. April im Walzenlagerkino die Premiere des Films „Mütter. Jeden Tag“ von Ayşe Kalmaz. Dabei handelt es sich um ein berührendes Porträt von vier Müttern aus Bangladesch, Bosnien, der Türkei und der Ukraine, die heute in Oberhausen leben. Entstanden ist ein Filmessay über das Muttersein, Migration, und die stille Arbeit des Friedens. Das Filmprojekt begleitet die deutsche Erstaufführung des Stücks „Mutter“ von Wajdi Mouawad am 30. April im Theater Oberhausen. Der Film läuft am Mittwoch, 29. April, um 20 Uhr im Walzenlagerkino.

Eviva Kuba! Kubanische Filmplakate in der Festival Lounge

In ihrer neuen Festival Lounge an der Elsässer Str. 17, in den Räumen des Artoclubs, stellen die Kurzfilmtage während des Festivals rund 20 Plakate aus Kuba aus, die 1970 im Rahmen einer Filmreihe zum kubanischen Kino nach Oberhausen kamen. Rund 300 Plakate wurden damals aus Kuba geschickt. 80 davon waren 1970 während der Kurzfilmtage in der Luise-Albertz-Halle ausgestellt. Nun zeigen die Kurzfilmtage einige der letzten erhaltenen Exemplare – ein grafisches Fest für die Augen, auch dank tatkräftiger Unterstützung durch die Ludwiggalerie und das Stadtarchiv. Definitiv einen Blick in die Lounge wert. Zu sehen sind die Plakate vom 29. April bis zum 3. Mai, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Lieblingsfilme des Festivalteams

Traditionell stellen Mitglieder des Festivalteams kurz vor der Preisverleihung persönlich ihre Lieblingsfilme aus diesem Festivaljahrgang vor. Ein Überraschungsprogramm, das jedes Jahr beliebter wird. Sonntag, 3. Mai, um 17.15 Uhr in der Lichtburg.

Weitere Informationen und Tickets: kurzfilmtage.de