Zusammenfassung

  • Schon etliche Krankenhäuser in der Region haben ihre Geburtskliniken geschlossen.
  • Deshalb fördert das Land NRW nun gezielt auch kleinere Geburtshilfen.
  • Auch das Ameos Klinikum St. Clemens erhält eine Finanzspritze.

Die Lage ist heikel: Immer mehr Geburtskliniken in der Region machen dicht. Der Druck auf die Entbindungsstationen in Oberhausen nimmt entsprechend zu. Doch nicht alle profitieren gleichermaßen davon. Umso mehr dürften sich Familien im Norden mit der einzigen kleineren Geburtshilfe in der Stadt jetzt über diese Nachricht freuen.

Täglich (außer Samstag)

Oberhausen-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Das Ameos Klinikum St. Clemens erhält von der schwarz-grünen Landesregierung eine Förderung in Höhe von 387.000 Euro. Denn kleinere Geburtshilfen in Nordrhein-Westfalen sollen bei der Finanzierung ihrer Betriebskosten unterstützt werden.

„Als kleine Geburtshilfen bezeichnen wir Geburtsstationen mit einer vergleichsweise geringen Anzahl an Entbindungen von bis zu 1100 Geburten jährlich“, erklärt der Oberhausener Landtagsabgeordnete Wilhelm Hausmann (CDU). „Weil kleinere Geburtsstationen oft hohe Fixkosten bei geringeren Einnahmen haben, bekommen sie Hilfe durch staatliche Mittel.“

Geburtskliniken in NRW schließen – Versorgung schrumpft rapide

Das Geld stamme aus der Überbrückungsfinanzierung bis zur Umsetzung der bundesweiten Krankenhausreform, erklärt der CDU-Politiker. Ziel sei es, auch nach der Krankenhausreform flächendeckend die Erreichbarkeit von Geburtskliniken innerhalb von 40 Minuten zu erhalten oder herzustellen, um die Sicherheit von Mutter und Kind zu gewährleisten.

Mehr als die Hälfte aller Geburtskliniken haben seit Anfang der 90er Jahre allerdings ihre Türen für immer geschlossen. Aktuell gibt es nur noch 122 Krankenhäuser mit Entbindungsstationen (von ehemals 265). Denn die Fallpauschalen decken besonders bei kleineren Einrichtungen mit rund 1000 Geburten pro Jahr die Kosten nicht mehr. Viele kleinere Einrichtungen schlossen ihre Stationen zugunsten nahegelegener Perinatalzentren.

Mehr zum Thema

Genau dies könnte ohne die Förderung auch in Oberhausen passieren. Denn während Ameos zu kämpfen hat, klettern die Zahlen im benachbarten Evangelischen Krankenhaus Oberhausen (EKO) in die Höhe: Mit 2226 Geburten hatte das EKO 2025 sogar einen neuen Rekord aufgestellt. Mit den Mehrlingsgeburten erblickten insgesamt 2274 Babys an der Virchowstraße das Licht der Welt.

Kein Wunder, verfügt die Klinik doch über die höchste Versorgungsstufe von Früh- und Neugeborenen (Perinatalzentrum I) und auch noch über eine Kinderintensivstation. Bei 3100 Geburten in Oberhausen hatten sich somit knapp 72 Prozent der Familien für das EKO und nur noch rund 830 für Ameos entschieden.