Jetzt also doch: Immer wieder forderten Verkehrsteilnehmer den Rückbau der Radquerung an der Fahnhorststraße in Oberhausen-Osterfeld. Bis zuletzt stellte sich die Stadt hinter die Entscheidung, dass Radfahrer an den Querungsstreifen Vorfahrt haben. Doch zu viele Unfälle mit Radfahrern, E-Scootern und Autos führen nun dazu, dass der Überweg zurückgebaut wird. Das hat die Stadt Oberhausen am Morgen (24.6.) bekannt gegeben.

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Insgesamt sechsmal kam es nach Angaben der Stadt seit der neuen Verkehrsregel im August 2025 an der Fahnhorststraße zu Unfällen, teils mit schweren Verletzungen. Autofahrer gaben dabei unter anderem an, dass sie die Radfahrer zu spät wahrgenommen hätten. Sie kritisierten, dass die Bereiche von der Richard-Wagner-Allee und aus Richtung Olga-Park für Autofahrer schlecht einsehbar seien.

Wenn sich zeigt, dass eine Maßnahme nicht die gewünschte Wirkung erzielt, müssen wir reagieren.

Das ist Dr. Thomas Palotz von der der Stadt Oberhausen.
Thomas Palotz, Dezernent für Stadtplanung und Mobilität

Die Stadtverwaltung will kurzfristig damit beginnen, die Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen zu entfernen. Wann genau sich die Verkehrsführung ändert, kann die Stadt nicht sagen. Autos haben dann wieder Vorfahrt. Radfahrer müssen warten. An der Richard-Wagner-Allee wird für Zweiradfahrer das Verkehrszeichen „Vorfahrt gewähren“ angeschraubt.

Stadt verteidigte Radquerungen lange gegen Kritik

Dass die Verkehrsführung an der Fahnhorststraße nun angepasst wird, sei nach zu vielen Verletzten der richtige Schritt, heißt es. Lange verteidigte die Stadt ihre 13 Radquerungen gegenüber öffentlicher Kritik. „Die Querungsstellen sind Teil des Radverkehrskonzeptes sowie Grundlage von hochwertiger und attraktiver Radverkehrsinfrastruktur“, lautete noch im März die Argumentation aus dem Rathaus. Die Art der Verkehrsregelung in den Bereichen entspreche dem aktuellen Stand der Richtlinien.

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Zusammen mit der Stoag, der Polizei und der Feuerwehr bewertet die Stadt regelmäßig, wie sicher die Radquerungen sind. „Bisherige Kontrollen haben bestätigt, dass die Querungsstellen den beabsichtigten Zweck erfüllen“, lautete der Tenor seinerzeit. Jetzt kommt eine Unfallkommission zu einem anderen Ergebnis.

„Verkehrsplanung orientiert sich an geltenden Regelwerken und fachlichen Standards“, erklärt Thomas Palotz, Dezernent für Stadtplanung und Mobilität. „Gleichzeitig müssen wir aber auch die Erfahrungen vor Ort und die tatsächliche Entwicklung im Blick behalten.“

Querung für Radfahrer und Fußgänger an der Michelstraße in Oberhausen
Radfahrer sollen an Querungsstellen schneller und sicherer über die Straße kommen. Doch in der Vergangenheit kam es zu einigen Unfällen mit Autos. Hier im Bild: die Querung an der Michelstraße/Richard-Wagner-Allee.© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Und diese Erfahrungen haben ergeben, dass sich etwas ändern muss. „Wenn sich zeigt, dass eine Maßnahme nicht die gewünschte Wirkung erzielt, müssen wir reagieren. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer hat dabei oberste Priorität“, so Palotz.

Alle anderen Radquerungen bleiben bestehen

Mit der Änderung der Verkehrsführung wählt die Stadt eine weitreichende Maßnahme. Sogenannte „Berliner Kissen“, Bremsschwellen auf der Fahrbahn, konnten sich als sichere Alternative nicht durchsetzen. Die Landesverkehrswacht hatte diese Option ins Spiel gebracht.

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Die Stadt betont, dass ausschließlich die Querungsstelle an der Fahnhorststraße umgebaut werden soll. Die Radquerungen an der Akazienallee, Grevenstraße, Skagerrakstraße, Michelstraße, Winkelstraße, Kniestraße, Herbertstraße, Dorstener Straße, Hagedornstraße, Von-Trotha-Straße, Bahnstraße und Graßhofstraße bleiben erhalten.

Auch an anderen Stellen wie der Hagedornstraße sind Unfälle aus jüngster Vergangenheit bekannt. Mit sechs Unfällen taucht die Fahnhorststraße jedoch als Unfallschwerpunkt in der Statistik auf.