Die gute Nachricht war nicht von langer Dauer: Erst Ende Juli teilte die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) mit: „Wir werden die Wasserversorgung des Europahauses nicht sperren.“ Die seit Jahren leidgeplagten Mieter im Oberhausener Europahaus konnten aufatmen.

Trotz wiederholter Mahnungen sind Zahlungsrückstände durch die Eigentümerin bisher nicht beglichen.

RWW

RWW hatte Mitte Juli gedroht, den Hahn zuzudrehen, weil die Vermieterin, die W&L AG, mit Rechnungen im Rückstand war. Weil diese jedoch anschließend einen Teilbetrag an die Wasserwerksgesellschaft überwiesen hat, konnte die Sperrung der Wasserversorgung verhindert werden. Doch keine drei Wochen später haben Mieter nun erneut ein Schreiben erhalten, das eine drohende Sperrung ankündigt.

Der Brief liegt der Redaktion vor. „Trotz wiederholter Mahnungen sind Zahlungsrückstände durch die Eigentümerin bisher nicht beglichen“, heißt es in dem RWW-Brief vom 4. August. Sollten diese Rechnungen nicht zeitnah beglichen werden, werde RWW das Europahaus ab Dienstag, 25. August, nicht mehr mit Trinkwasser versorgen.

„Die Situation im Europahaus spitzt sich erneut zu“, kritisiert Linken-Ratsfraktionschef Yusuf Karacelik. „Seit Jahren leiden die Menschen unter Heizungsausfällen, kaputten Aufzügen, Schimmel und weiteren massiven Mängeln. Jetzt sollen sie erneut für das Versagen des Eigentümers bezahlen. Wenn ein Eigentümer dauerhaft nicht in der Lage oder nicht willens ist, menschenwürdiges Wohnen und selbst die Versorgung mit Wasser sicherzustellen, muss Schluss sein. Die Stadt muss alle rechtlichen Möglichkeiten bis hin zur Enteignung prüfen.“

Die Stadt muss alle rechtlichen Möglichkeiten bis hin zur Enteignung prüfen.“

Yusuf Karacelik
Yusuf Karacelik, Linken-Ratsfraktionschef in Oberhausen

Tatsächlich gibt es seit Jahren Probleme mit dem denkmalgeschützten Europahaus mitten in der Oberhausener Innenstadt. Heizungen funktionieren nicht, Aufzüge sind defekt, die dringend nötige Sanierung zieht sich hin.

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Christoph Straube, Chef der W&L AG, hatte im Juli bestätigt, mit der Zahlung der Wasserrechnung in Verzug zu sein. Doch er sieht die Oberhausener Stadtverwaltung in der Verantwortung. Das Rathaus hatte nämlich verhängte Zwangsgelder vollstreckt. Von der Pfändung sei auch das Konto für die durchlaufenden Kosten wie die Nebenkosten der Mieter betroffen gewesen. Daher habe er das Geld nicht an RWW weiterleiten können.

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