Die Gemeinde Schermbeck ist seit dem 10. März eine von bisher sieben Kommunen aus dem Kreis Wesel, die der Sicherheitskooperation Ruhr (SiKo Ruhr) beitritt. Insgesamt sind – mit Schermbeck – bereits 38 Partner Teil der Kooperation geworden. Dazu gehören auch Moers, Voerde, Neukirchen-Vluyn, Hünxe, Dinslaken und Hamminkeln. Mit diesem Schritt möchte die Kommune Teil einer starken Gemeinschaft werden und Synergieeffekte nutzen.

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„Wir leben am Rand des Ruhrgebietes und Kriminalität macht an keinen Nationalitäts- oder Regionalgrenzen Halt“, sagt der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Gerd Abelt. „Durch die Kooperation soll vor allem das Sicherheitsgefühl der Bürger deutlich verbessert werden. Mit der Expertise einer solchen Organisation ist man da besser aufgestellt und wir können daraus lernen.“ Bei künftigen Treffen sollen beispielsweise auffällige Strömungen, wie Abelt sie nennt, hinterfragt und beleuchtet werden können.
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Einen konkreten Auslöser für den Beitritt gibt es laut Verwaltung nicht. Bislang sei Clankriminalität in Schermbeck noch kein großes Thema. Erste Kontakte zur SiKo Ruhr gab es, wie Ellen Weber, Leiterin des Fachbereichs Bürgerangelegenheiten mitteilt, im Dezember 2024. „Es ging alles relativ zügig“, sagt sie. Joachim Eschemann, Leiter der SiKo Ruhr, hält den Beitritt Schermbecks für ein wichtiges Signal dafür, dass man im, beziehungsweise mit dem Ruhrgebiet zusammensteht. „Es geht dabei nicht nur um die Clankriminalität, sondern um alle Sicherheitsfragen“, bekräftigt er.
Das übergeordnete Ziel der SiKo Ruhr ist es, die Sicherheitslage positiv zu beeinflussen, die Lebensqualität zu steigern und das Ruhrgebiet auch als Standort für Unternehmen attraktiver zu machen. Dabei lag der Fokus ursprünglich hauptsächlich in der Prävention und Bekämpfung von Clankriminalität. Hierzu sollen die Polizei und öffentliche Behörden auch über Stadtgrenzen hinaus zusammenarbeiten. Dabei ersetzt die SiKo Ruhr keinesfalls die ausführenden Organe, sondern bietet auf höherer Ebene eine Sammlung und vor allem den Austausch von Informationen, die zur Verbrechensbekämpfung beitragen können. Relevante Informationen werden ausgewertet und bewertet, um dann an die entsprechenden Behörden weitergeleitet zu werden.
Die Sicherheitskooperation unterstützt außerdem die Kommunen und ihre Kooperationspartner bei der Erstellung von Lagebildern, leistet gemeinsame Pressearbeit und bietet Koordination bei Fortbildungsangeboten – für einen möglichst gleichen Wissensstand aller Beteiligten. Dabei schränkt der Datenschutz zwar ein, aber, wie Joachim Eschemann erklärt, „das, was rechtlich möglich ist, wird getan“.
Ein besonderes Augenmerk wird auch auf Mitarbeiter in öffentlichen Behörden gelegt. Diese sollen in Seminaren beispielsweise lernen, mit Drohungen gegen sie als Person oder Menschen in ihrem Umfeld umgehen zu können. „Wenn es ins Private geht, dann wird es gefühlt richtig ernst“, meint Joachim Eschemann.

„Es gibt in Deutschland keine kriminellen Clans“, betont er. „Vielmehr sind es kriminelle Familien innerhalb von Clans.“ In Clan-Strukturen sehen sich Menschen teilweise außerhalb des Rechtssystems und verhalten sich dementsprechend. „Clankriminalität finden wir überall, auch im ländlichen Raum“, meint Eschemann. Das Projekt Siko Ruhr läuft bereits seit fünf Jahren und ist bis 2030 verlängert worden. „Von den 73 Projekten, die 2019 entwickelt wurden, sind 55 in der Umsetzung, eines ist abgeschlossen, bei 17 werden Umsetzbarkeit und Finanzierbarkeit geprüft“, heißt es auf der offiziellen Website der Kooperation. Ein Projekt wie dieses sei in Deutschland einmalig. Joachim Eschmann nennt die SiKo Ruhr ein gallisches Dorf.
Für die Schermbecker Bürgerinnen und Bürger soll die neue Kooperation kaum wahrnehmbar sein. Allerdings kann die Kommune so auf den Erfahrungsschatz der anderen Kooperationspartner zugreifen und eigene Erfahrungswerte teilen. Kosten für Schermbeck entstehen durch den Beitritt nicht. Der personelle Aufwand in den Behörden, wird jedoch nicht gefördert, falle aber unter die täglichen Arbeiten.
Über die Sicherheitskonferenz Ruhr
Gegründet wurde die SiKo Ruhr 2020, infolge der Ruhrkonferenz. Das Innenministerium NRW, die Generalzolldirektion mit den Kommunen Dortmund, Duisburg und Essen und die Bundespolizei haben in einem ersten Schritt die zentrale Sicherheitskooperation zur Bekämpfung der Clankriminalität in der Metropolregion Ruhr gegründet.
Die Ruhr-Konferenz bearbeitet fünf Handlungsfelder, aus denen wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Ruhrgebiets gesetzt werden sollen: vernetzte Mobilität – kurze Wege, erfolgreiche Wirtschaft – gute Arbeit, gelebte Vielfalt – starker Zusammenhalt, sichere Energie – gesunde Umwelt und beste Bildung – exzellente Forschung.





