Das Unternehmen Nottenkämper plant den Bau einer weiteren Deponie der Klasse I (DK I) – direkt neben der bestehenden Deponie „Eichenallee“ in Richtung Gahlen. Eine DK I Deponie dient für Abfälle, die einen sehr geringen organischen Anteil enthalten bei denen eine sehr geringe Schadstofffreisetzung im Auslaugungsversuch stattfindet

Täglich (außer Samstag)
Wesel-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Das Bauvorhaben wird nun konkret, denn seit dem 21. Juli 2025 liegt die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Gemeinde Hünxe aus. Noch bis zum 22. August können Stellungnahmen eingereicht werden. Ein Zeitrahmen, den die Schermbecker Grünen in einer Pressemitteilung kritisieren. „Auffällig ist erneut die Wahl der Ferienzeit für ein solch kritisches Vorhaben – ein Umstand, der erfahrungsgemäß die Beteiligung erschwert“, heißt es darin. Auch auf die kontroverse Vergangenheit der Firma Nottenkämper wird in der Mitteilung der Partei hingewiesen. Insbesondere auf die Vorfälle rund um den Ölpellet-Skandal. Auch bei der neuen Deponie umfasse die Liste der geplanten Abfallarten wieder verschiedene mineralische Abfälle und Böden.
Auch interessant
Grüne kritisieren geplanten Hafen für Müllanlieferung
„Laut Entwurf soll die neue DK I-Deponie ab dem Jahr 2034 befüllt werden. Damit fällt sie unter die Vorgaben der EU-Richtlinie 2018/850, die eine korrekte Anwendung der Abfallhierarchie (Vermeidung, Wiederverwendung, Recycling, andere Verwertung, Beseitigung) vorschreibt“, so die Mitteilung von Grünen-Sprecher Holger Schoel. „Ab 2030 gilt demnach eine strikte Einschränkung: Abfälle, die sich recyceln lassen – wie etwa Bauschutt oder andere nicht gefährliche, recyclingfähige Stoffe – dürfen grundsätzlich nicht mehr deponiert werden. Eine dauerhafte Einlagerung solcher Materialien widerspricht den EU-Vorgaben.“
Es liege auf der Hand, dass ein wirtschaftliches Interesse bestehe, durch großflächige Erdarbeiten und das Auffüllen mit Abfällen zu einem Berg eine maximale Rendite zu erzielen. Doch anders als noch vor einigen Jahren, gebe es heute viele wirksame Methoden zur Abfallvermeidung und -verwertung. Ein konkreter Bedarf für eine weitere DK I-Deponie sei aus Sicht der Schermbecker Grünen nicht ersichtlich. Auch der geplante Hafen, der eigens zur Anlieferung der Abfälle gebaut werden soll, stehe im Widerspruch zum Prinzip der regionalen Entsorgung. Vielmehr sei zu befürchten, dass dadurch Mülltransporte aus überregionalen oder internationalen Quellen begünstigt werden – sogenannter Mülltourismus.
Außerdem rücke die geplante Deponie näher an das Wohngebiet Gahlen-Heisterkamp heran. Zwar werden im Genehmigungsverfahren auch Fragen des Immissionsschutzes wie Lärm, Geruch und Staub berücksichtigt – die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten jedoch gezeigt, dass viele Anwohnerinnen und Anwohner trotz technischer Maßnahmen wie Reifenwaschanlagen oder Staubbindung erheblichen Belastungen ausgesetzt waren. Solche Maßnahmen seien oft nicht dauerhaft wirksam. Deshalb sprechen sich die Schermbecker Grünen gegen den Bau einer weiteren Deponie der Firma Nottenkämper aus.





