Der Dorstener Verein „Aufarbeitung Kinderverschickungen NRW“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, darauf aufmerksam zu machen und darüber aufzuklären, dass zwischen 1950 und 1990 millionenfach Kinder in Kinderkurheime geschickt wurden, wo vielen von ihnen Traumatisches widerfahren ist. Eines dieser Kinder war die Hünxerin Silke Geßmann, die noch heute von ihren Erinnerungen an sechs Wochen im Kinderkurheim Dr. Selter in Brilon verfolgt wird.

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Ebenfalls Mitglied der Community ist der Münsteraner Markus Schnermann, der als „Verschickungskind“ in einer Spezialklinik im bayerischen Lenggries über Wochen schwer missbraucht wurde. Nach einer Diagnose – die ihn fälschlicherweise als spastisch und behindert abstempelte – verbrachte er seine Kindheit in der Sonderschule. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist Schnermann heute selbstständiger Unternehmer und Investor, engagierter Ehrenamtler und inspiriert als Redner andere.

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Von seinem Weg und davon, wie man sein Leben neu gestalten kann, wenn man aufhört, sich hinter Scham und Traumata zu verstecken, erzählt er in seinem Buch „Wenn aus Trauma Freiheit wird“. Sein Werk, das er im Rahmen des dritten großen Begegnungstages von Verschickungskindern in NRW mit einer Lesung vorgestellt hat, erscheint am 11. November im Next Level Verlag und ist bereits für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 nominiert.
„Das ist eine große persönliche Auszeichnung – und zugleich ein wichtiges Zeichen für alle ehemaligen Verschickungskinder“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung von Detlef Lichtrauter, Pressesprecher des Citizen-Science-Projekt-Kinderverschickung-NRW. Schnermann habe jahrzehntelang mit Scham, Angst und Stigmatisierung gekämpft und schließlich einen Weg in ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben gefunden.





