Seit Ende Oktober läuft die Saison in den Restaurants in Wesel und Umgebung und spätestens an Sankt Martin ist sie für viele Menschen in der Region das Festessen der Wahl: Die Gans. Knusprig gebraten, gerne mit Rotkohl und Knödeln und einer leckeren Sauce dazu – so steht der Vogel in der Regel auf der Karte, meistens als Gänsebraten aus Brust, Keule oder beidem. Manche Lokale bieten aber auch ganze Mehrgang-Menüs oder Buffets rund um die Gans an, in mindestens einem gibt es die ganze Gans, die erst am Tisch tranchiert wird, und ein anderes hat eine besonders moderne Interpretation des Festtags-Gerichts auf der Karte: Einen Burger mit Gänsefleisch.

Lippeschlößchen (Wesel-Lippedorf)

Schon seit der vorletzten Oktoberwoche können sich die Gäste im Lippeschlößchen die Gans schmecken lassen. Im Lippeschlößchen stehen Brust und Keule von der Gans mit Gänsejus, Apfelrotkohl, Kartoffelknödeln und Maronen für 39 Euro auf der Wild- und Gänsekarte. Alternativ bietet das Haus ein ganzes Menü mit drei oder vier Gängen (63 Euro oder 68 Euro) rund um den beliebten Vogel an. Serviert wird beides an jedem Öffnungstag, eine Tischreservierung ist unbedingt erforderlich und auch der Hinweis, dass man Gans essen möchte – sonst würde die Zubereitung und somit die Wartezeit im Restaurant einfach zu lange dauern, erläutert Betreiber Ullrich Langhoff. Gans bekommen die Gäste im Lippeschlößchen in der Regel bis etwa Mitte Dezember.

Waldhotel Hohe Mark (Wesel-Obrighoven)

Im Waldrestaurant Hohe Mark gibt es verschiedene Möglichkeiten des Gänseessens. Zum einen gibt es seit dem 31. Oktober täglich frischen Gänsebraten (Brust und Keule) aus dem Ofen, zusammen mit Sauce, Rotkohl, glasierten Maronen, gefülltem Bratapfel und Kartoffelklößen. Der kann wahlweise im Restaurant genossen werden oder fertig für zu Hause abgeholt werden. Im Restaurant steht er für 38 Euro auf der Karte.

Gans mit Knödeln und Rotkohl, so isst der Niederrheiner sie am liebsten. Und so serviert sie auch Marc Borcherding im Restaurant Hohe Mark. (Archivbild)
Gans mit Knödeln und Rotkohl, so isst der Niederrheiner sie am liebsten. Und so serviert sie auch Marc Borcherding im Restaurant Hohe Mark. (Archivbild)© FUNKE Foto Services | Markus Joosten

Außerdem gibt es an St. Martin, 11. November, ab 18 Uhr ein Gänsemenü in vier Gängen (44 Euro) und am Donnerstag, 20. November, das Gänsebuffet (auch 44 Euro). Für diese beiden Events sei eine Reservierung unbedingt notwendig – und auch beim täglichen Gänsebraten wäre das die sicherere Wahl: Wer vorbestellt, bekommt den Vogel auf jeden Fall.

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Auch für Heiligabend steht die Gans auf der Abhol-Karte des Waldhotels Hohe Mark. Als ein möglicher Hauptgang des Heiligabend-Menüs ist die „Portion Gänsebraten Brust und Keule mit gefülltem Bratapfel und eigener Sauce dazu Rotkohl und Kartoffelklöße“ für 31 Euro aufgeführt.

Vogelgrippe macht Gänse teurer

In den Wesel und Umgebung ist das Gänseessen eine beliebte Tradition, die viele Menschen gerne pflegen. Auch die aktuelle Nachrichtenlage rund um die Vogelgrippe scheint bisher nicht zu Zurückhaltung in Sachen Gänsehunger zu führen.

„Diese Furcht wäre auch völlig unbegründet“, sagt Langhoff vom Restaurant Lippeschlößchen. Schließlich seien die Gänse, die aktuell serviert werden, schon lange vor dem Auftreten der diesjährigen Geflügelpest-Welle bestellt und geschlachtet worden.

Auch bei Marc Borcherding im Waldrestaurant Hohe Mark ist seitens der Gäste bislang keine Zurückhaltung zu spüren, was das Gänseessen angeht. „Heute gehen die ersten Gänse rein und dann geht’s los“, freut sich der Gastronom am 31. Oktober – schon für den 1. November verzeichnet er die ersten Reservierungen.

Auswirkungen durch die Vogelgrippe spürt er an anderer Stelle: Die Belieferung sei „durch die Vogelgrippe nicht so konstant“, erläutert der Gastronom. Durch diesen Umstand haben auch die Preise angezogen: „Die Verknappung ist schon deutlich zu spüren.“ Abhängig vom Konsumverhalten und dem Fortgang der Geflügelpest könnte die Gänsesaison in diesem Jahr also kürzer ausfallen.

Am Jäger (Wesel-Diersfordt)

Das Restaurant „Am Jäger“ in Diersfordt beginnt pünktlich zum 1. November mit der Gänsesaison. In zwei Varianten schafft es der Vogel hier auf die tägliche Speisekarte: Entweder als Zwei-Gang-Menü für 44,90 Euro, das als Vorspeise Brot mit Gänseschmalz und als Hauptgang den Gänsebraten (Brust, Keule oder gemischt) mit Sauce, Rosenkohl oder Rotkohl, Salzkartoffeln oder Knödeln und dem marzipangefüllten Bratapfel umfasst. Oder als Vier-Gang-Menü für 54,90 Euro – dann kommen zu den genannten Gängen noch eine Maronensuppe und Rote Grütze als Dessert hinzu. Noch bis Sonntag vor Weihnachten, 21. Dezember, steht die Gans im Restaurant „Am Jäger“ auf der Karte, eine Vorbestellung und Reservierung ist laut Restaurant nicht unbedingt notwendig, aber natürlich möglich.

Gänsebraten bedeutet in den meisten Fällen: Brust und/oder Keule. (Archivbild)
Gänsebraten bedeutet in den meisten Fällen: Brust und/oder Keule. (Archivbild)© FUNKE Foto Services | Markus Joosten

Restaurant Art (Wesel-Flüren)

Kurz vor Sankt Martin, nämlich am 10. November, beginnt im Restaurant Art die Gänsesaison und dauert bis etwa Mitte Dezember. Den Vogel können die Gäste hier auf zwei Arten genießen: À la carte gibt es den Gänsebraten (halbe Brust, halbe Keule) mit Beilagen für 39,90 Euro. Auf Vorbestellung kann aber auch eine ganze Gans bestellt werden, die live am Tisch tranchiert wird. Sie schlägt (inklusive Beilagen) mit 189,90 Euro zu Buche, reicht aber auch für vier Personen. Drei Tage im Voraus muss die ganze Gans bestellt werden, das ist bei dem À-La-Carte-Gericht nicht nötig. Allerdings sind im November und Dezember aufgrund der hohen Nachfragen Tisch-Reservierungen unbedingt empfehlenswert.

Ratskeller (Wesel-Innenstadt)

Wie in jedem Jahr tut sich der Ratskeller in Wesel in Sachen Gänseessen mit einer besonders günstigen Preisgestaltung hervor. Die Martinsgans steht hier für Mittwoch, 12. November, auf der Karte. Zusammen mit Rotkohl, Semmelknödeln sowie Birne und Preiselbeeren wird sie für 17,90 Euro angeboten. Das Lokal bittet um Vorbestellungen.

Marienthaler Gasthof (Hamminkeln-Marienthal)

Im Marienthaler Gasthof läuft die Gänsesaison bereits seit Mitte Oktober und bis etwa Anfang Januar. Die Gans gibt es hier entweder à la carte als Gänsebraten (Brust oder Keule) mit Rotkohl, Klößen und dunkler Sauce für 35,30 Euro oder als Teil des Formates „Gans-Wildes-Büffet“. Für 40,80 Euro werden dabei „feinste Speisen vom heimischen Wild und Gänsen“ geboten, auch Beilagen und winterliche Desserts gehören dazu sowie ein Punschempfang auf der Terrasse bei Fackelschein. Insgesamt zehn Termine hat das Buffet-Format, jeweils fünf im November (zwei Freitage, drei Sonntage) und fünf im Dezember (ein Mittwoch, ein Sonntag, zwei Freitage und ein Samstag). Für einzelne davon gibt es auch noch freie Plätze.

Gasthof Küpper (Hamminkeln-Dingden)

Am kommenden Sonntag, 2. November, beginnt im Gasthof Küpper die Gänsesaison. An jedem Öffnungstag bis Ende Dezember gibt es hier den Vogel traditionell im Zwei-Gang-Menü: Vorneweg ein kleiner Weckmann und Schwarzbrot mit Butter und hausgemachtem Griebenschmalz. Im Hauptgang präsentiert sich der Gänsebraten (Brust und Keule) mit Rosinen, Weintrauben, Äpfeln, Maronen und Croûtons, dazu gibt‘s Rotkohl, Kartoffelklöße, gemischte Blattsalate und Apfelkompott. „Danach schafft man auch kein Dessert mehr“, verspricht Gastronomin Lena Küpper. Für 44 Euro ist das Gänsemenü zu haben. Zwar gibt es für ganz spontane Gans-Fans immer die ein oder andere Portion, grundsätzlich sei es aber sinnvoll, bei der Reservierung Bescheid zu geben, dass man zum Gänseessen kommt – dann ist dem Gast der Vogel auch sicher.

Früher gab es im Gasthof Küpper auch Gänsebuffets, die wurden mittlerweile eingestellt. Dafür steht ab Sonntag eine weitere Gänse-Besonderheit auf der Karte: ein Burger mit Zupffleisch von der Gans (also quasi ein Pulled-Gans-Burger), der außerdem mit Rucola, Rotkohl-Salat und Preiselbeer-Schmand belegt ist. Dazu gibt's hausgemachte Fritten und Kresse-Mayonnaise. Der Burger ist besonders bei jüngeren Menschen beliebt oder bei solchen, die ein ganzes Gänsemenü nicht schaffen, aber trotzdem Lust auf Gans haben. Für 23,90 Euro steht er in der Karte.

Gaststube Bölting (Hamminkeln)

Zu drei festen Terminen lädt die Gaststube Bölting im Bürgerhaus in Hamminkeln zum großen Gans-Essen. Das sind Freitag, 14. November, Donnerstag, 27. November, und Samstag, 6. Dezember. Jeweils ab 18 Uhr gibt es hier Gänsebrust und Gänsekeule mit Beilagen und Gemüse für 35,90 Euro. Die Tische müssen vorher reserviert werden. Außerdem können weitere Termine ab vier Personen zwischen Sankt Martin, 11. November, und Sonntag, 21. Dezember, gebucht werden.