Die Zeiten, in denen sich Martina Baumgärtner unbequemen Fragen im Ausschuss stellen musste, scheinen vorbei zu sein. Vor rund eineinhalb Jahren musste die Geschäftsführerin von Niederrhein Tourismus die Kreispolitikerinnen und -politiker noch um Zuschüsse bitten, um die vier Landkreise Wesel, Kleve, Heinsberg und Viersen erfolgreich als Ausflugs- und Urlaubsregion am Markt zu platzieren. Corona und eine wirtschaftlich schwierige Gesamtsituation setzten die Marketinggesellschaft unter Druck. Diese Talsohle scheint durchschritten. Das zeigen die Zahlen, die Baumgärtner jetzt im Kreisausschuss für Wirtschaft, Beteiligung und Regionalentwicklung präsentierte. 45,3 Millionen Aufenthaltstage, davon 5,3 Millionen Übernachtungen und 40 Millionen Tagesreisen in die Region, und 2,5 Millionen Übernachtungen allein im Kreis Wesel im vergangenen Jahr bedeuten den besten Wert, seit Niederrhein Tourismus gegründet wurde.
Radfahren, Wandern und Regionalität: Der Niederrhein und der Kreis Wesel werden immer beliebter
Die Resonanz auf den sozialen Plattformen wächst laut eigener Aussage genauso wie das grundsätzliche Interesse an der gesamten Region. Als Campingregion rangiere man hinter der Küste und Bayern auf Platz 3, so Baumgärtner. Und auch die vergangenen Messen in Essen, Siegburg und Berlin zeigten „einen hohen Informationsbedarf an unserer Region“.
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Radfahren, Wandern und Regionalität stehen besonders hoch im Kurs. Ein Highlight soll der Raderlebnistag am 5. Juli werden. Dafür habe man Joey Kelly und TV-Moderator Wolfram Kons als prominente Gäste gewinnen können, so Baumgärtner. Auch die NiederrheinCard entwickelt sich. 17 Betriebe im Kreis Wesel machen derzeit mit. Dazu führt Niederrhein Tourismus derzeit Gespräche mit dem Anbieter einer europäischen Jugendkarte für Personen bis 30 Jahre. Außerdem interessierten sich zunehmend niederländische Betriebe für eine Teilnahme an der digitalen Gästekarte, die für vier und 365 Tage buchbar ist.
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Den derzeitigen generellen Schwung möchte Niederrhein Tourismus nutzen, um die Sichtbarkeit der Region weiter zu erhöhen. Dazu ist die Marketinggesellschaft eine Kooperation mit „SKAL Düsseldorf“, einem globalen Tourismusnetzwerk, eingegangen und hat eine Salzburger Agentur mit der Bewertung der eigenen Marke beauftragt. Salzburg deshalb, weil „Agenturen aus Hardcore-Tourismusregionen eine andere Erfahrung“ hätten, sagte Baumgärtner im Wirtschaftsausschuss. Das Potenzial sei jedenfalls groß, so die Geschäftsführerin weiter, „wir haben sehr starke Submarken in der Region“. Die Frage sei, wie man alles miteinander koppeln könne.
pho



