Die Besitzerin des kleinen schwarzen Hundes, den das Tierheim-Team „Rasty“ getauft hat, konnte ausfindig gemacht werden. Durch das Streuen des Aufrufes vom Weseler Tierheim mit der Bitte um Hinweise, wurde eine ehemalige Trainerin auf den angeblichen Fundhund aufmerksam. Tatsächlich hat sich herausgestellt, dass die Finderin seine eigentliche Besitzerin war und das „Canelo“ – so heißt der Terriermischling wirklich – bereits seit einer ganzen Weile bei einem anderen Tierheim zur Vermittlung gelistet war. Das Tierheim Wesel berät jetzt darüber, ob es sinnvoll ist, rechtliche Schritte wegen Betrugs zu ergreifen.

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So haben wir zuvor berichtet: Für „Rasty“ hat sich am Sonntag alles verändert. Der kleine schwarze Rüde wurde gegen Mittag an der Raststätte Esselt in Hünxe auf dem Grünstreifen an einen Zaun angebunden aufgefunden. Woher er kam und wie lange er dort wartete, ist unklar. Fest steht: Der Hund wurde ausgesetzt. „Das ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch eine Straftat“, betont Andrea van Vorst, Leiterin des Weseler Tierheims.

Tierheim bittet dringend um Hinweise

Zunächst kam Rasty ins Bocholter Tierheim, erst danach wurden die Weseler Tierschützer informiert und übernahmen den Hund. „Er ist gechipt, aber leider nirgends registriert“, beschreibt van Vorst das Dilemma. Bei seiner Auffindung trug er einen hochwertigen, offenbar maßangefertigten Maulkorb. Im Tierheim zeigt sich Rasty stark verunsichert und meidet Kontakt. „Er sitzt nur in der Zwingerecke und wir kommen nicht an ihn heran“, sagt van Vorst. „Wir benötigen dringend Informationen zu seiner Vorgeschichte. Wenn sich die Halter bei uns melden würden, wäre das sehr hilfreich.“

Das Tierheim setzt auf Hinweise aus der Bevölkerung. Ein Facebook‑Aufruf brachte bereits erste Meldungen: Unter anderem berichtete jemand aus einem Nachbarort von einem „Hund mit so großen Ohren“ in der Nachbarschaft. Vielversprechender erscheint dem Team jedoch ein Hinweis aus dem Raum Köln/Bonn. „Dieser Tipp wirkt plausibler – wir haben dazu schon die Behörden kontaktiert“, so van Vorst.

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Anonymer Anruf deutet auf mögliche Halter hin

Verdächtig wirkt zudem ein Anruf vom Freitagnachmittag, zwei Tage vor Rastys Fund: Eine junge Frau meldete sich mit unterdrückter Nummer und schilderte, sie komme mit ihrem aggressiven Hund nicht mehr zurecht. „Damals hatte ich schon die Befürchtung, dass bald ein ausgesetzter Hund auftauchen könnte“, sagt van Vorst. Auch große Verzweiflung rechtfertige ein solches Vorgehen nicht. Ob die Anruferin tatsächlich Rastys Halterin war, ist ungewiss – „aber es wäre ein auffälliger Zufall“. Das Tierheim vermutet, dass die Halter von weiter her stammen.

Sollte sich die Herkunft nicht klären lassen, wird Rasty zu gegebener Zeit in die Vermittlung gehen. „Bis dahin ist es wohl noch ein langer Weg“, meint die Tierheimleiterin. Insgesamt sei das Aussetzen von Hunden in Wesel und Umgebung zum Glück selten. In ihrer bisherigen Amtszeit sind es mit Rasty – der übrigens nach seinem Fundort, dem Rastplatz, benannt wurde – vier Fälle. „Ich denke, das liegt daran, dass wir relativ weit von der Autobahn entfernt sind“, vermutet van Vorst.