Der Kreis Wesel startet in den kommenden Wochen ein umfassendes Frühjahrsprogramm zum Schutz von Gesundheit, Natur und Verkehrssicherheit. Im Fokus steht unter anderem die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners entlang der Kreisstraßen und auf kreiseigenen Liegenschaften. Ab Mitte April beginnt die Raupenzeit des Schädlings. Dessen Larven entwickeln mikroskopisch feine Brennhaare, die bei Hautkontakt heftigen Juckreiz bis hin zu allergischen Schocks auslösen können. Werden die Haare eingeatmet, drohen Reizungen und Entzündungen der Atemwege. Um diese Gesundheitsgefahren frühzeitig einzudämmen, lässt der Kreis gezielt ausgewählte Eichen bestäuben.
Biologisches Mittel stoppt Raupenbefall
Zum Einsatz kommt ein biologisches, selektiv wirkendes Eiweißpräparat, das von jungen Raupen über das Blattwerk aufgenommen wird und innerhalb von rund vier Tagen zum Absterben der Larven führt – noch bevor die gefährlichen Haare ausgebildet sind. Für Menschen, Haustiere und andere Pflanzen gilt das Mittel als unbedenklich. Die Arbeiten sind streng witterungsabhängig: Nur bei trockenem, möglichst windarmem Wetter kann sich der Wirkstoff gleichmäßig auf der Blattoberfläche verteilen. Weil das Zeitfenster für eine wirksame Behandlung kurz ist, werden die Einsätze – je nach Wetterlage – bereits in den frühen Morgenstunden aufgenommen und bis in den Abend fortgesetzt. Der Kreis bittet Anwohnende und Verkehrsteilnehmende um Verständnis. Absperrungen und Hinweisschilder sind zu beachten. Wer in unmittelbarer Nähe der Maßnahmen unterwegs ist, sollte kurzzeitig Fenster geschlossen halten und Gärten meiden. Grundsätzlich gilt: Nester des Eichenprozessionsspinners nicht berühren, Kinder sensibilisieren und bei Beschwerden ärztlichen Rat einholen.

Parallel richtet der Kreis Wesel ein digitales Meldeportal für Nester der Asiatischen Hornisse ein. Die invasive Art breitet sich auch im Kreisgebiet weiter aus und stellt insbesondere eine Herausforderung für Wild- und Honigbienen dar. Um die Ausbreitung bestmöglich zu bremsen, hat der Kreistag am 18. Dezember 2025 zusätzliche Mittel in Höhe von 20.000 Euro bewilligt. Damit werden Geräte zur Nestbekämpfung bezuschusst, die ehrenamtlichen Einsatzteams aus dem Kreisimkerverband sowie lokalen Imkerinnen und Imkern zur Verfügung stehen.
Neststandorte online melden
Ab sofort können Bürgerinnen und Bürger standortscharfe Neststandorte über das neue Meldeportal an den Kreis übermitteln, Fotos zur Identifizierung hochladen und den Status ihrer Meldung nachverfolgen. Erreichbar ist das Portal unter www.beteiligung.nrw.de und über die Kreis-Website, sowie über einen dort bereitgestellten QR-Code.
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Um Verwechslungen mit der geschützten heimischen Hornisse auszuschließen, bittet die Untere Naturschutzbehörde dringend, keine Nestentfernungen in Eigenregie vorzunehmen. Die Asiatische Hornisse kann bei Neststörungen sehr aggressiv reagieren und stellt dann für Laien ein erhebliches Gefährdungsrisiko dar. Daher sollten nur zertifizierte Schädlingsbekämpferinnen und -bekämpfer oder die qualifizierten Imker-Einsatzteams mit entsprechender Schutzausrüstung eine Beseitigung vornehmen.
Nestentfernung auf privatem Grund
Eine Beseitigung kann ohne eine behördliche Genehmigung erfolgen. Die Person, in deren Eigentum sich das vom Nest betroffene Grundstück befindet, bleibt für die Beseitigung von Nestern sowie für die anfallenden Kosten verantwortlich. Sie können eine fachkundige Person Ihrer Wahl mit der Beseitigung des Nestes beauftragen oder den Standort des Nestes im digitalen Meldeportal angeben. Eine Kostenerstattung für die Beseitigung eines Nestes durch den Kreis Wesel erfolgt nicht. Es wird empfohlen, Kontakt zur Gebäudeversicherung aufzunehmen. Häufig können die entstandenen Kosten hier geltend gemacht werden.
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90 neue Bäume entlang der Kreisstraßen
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Aufwertung der Straßenlandschaft: Auch im Frühjahr 2026 werden an Kreisstraßen insgesamt 90 heimische Bäume gepflanzt. Teilweise ersetzen sie Bäume, die zuvor aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden mussten. Die Neupflanzungen stärken das Landschaftsbild, spenden Schatten, binden CO₂ und bieten Lebensraum sowie Nahrung für zahlreiche Tierarten – ein Plus für die Biodiversität im Kreisgebiet. Ein geschulter Fachbetrieb führt die Arbeiten etappenweise und witterungsabhängig aus; begleitende Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Wässern und ein Schutz gegen Wildverbiss sind eingeplant, damit die jungen Bäume gut anwachsen.
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Während der Pflanzungen und Sprüharbeiten kann es punktuell zu kurzfristigen Einschränkungen im Verkehrsraum kommen. Der Kreis bittet um Verständnis und empfiehlt, Beschilderungen vor Ort zu beachten und gegebenenfalls alternative Routen einzuplanen.






