Die Schwebebahn fährt fast immer. Dies zeigen Daten, die die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) kürzlich veröffentlicht haben. In den vergangenen Jahren ist die Schwebebahn deutlich verlässlicher geworden, erklärt Dr. Christian Kindiger, der Betriebsleiter. Doch was hat zu dieser positiven Entwicklung geführt?
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„Es fing an mit der Einführung der neuen Fahrzeuggeneration“, sagt Kindinger. 2016 begannen die WSW, die alten orange-blauen Typen durch die rein blauen Fahrzeuge zu ersetzen. Dies ist eine der Hauptursachen für die verbesserte Zuverlässigkeit der Schwebebahn.
Allerdings war es auch ein Grund dafür, warum es eine Zeit lang immer wieder Probleme gab. In dieser Phase entstand bei einigen Wuppertalern der Eindruck, die Schwebebahn fahre nicht regelmäßig. Denn „wenn neue Technologien in den Einsatz kommen“, so Kindinger, „ist es normal, dass diese Systeme anfangs störanfälliger sind.“
Neue Schwebebahnen kämpften am Anfang mit Störungen
Zwischen 2016 und 2019 investierten die WSW rund 122 Millionen Euro in die neue Fahrzeugflotte. Besonders zu Beginn traten häufig technische Störungen auf. Die WSW entdeckten einen hohen Verschleiß an den Laufrädern und starke Vibrationen der Wagen, was dazu führte, dass der Fahrplan wiederholt eingeschränkt werden musste.
Ein weiterer Schritt zur Verbesserung war 2019 der sukzessive Einbau neuer Signal- und Sicherungstechnik. „Damit konnten wir die verschiedenen Ursachen ermitteln und relativ schnell beheben“, berichtet Kindinger. Doch auch massive Probleme mit dem Rad-Schiene-Kontakt traten auf, was 2020/2021 zum kompletten Stillstand der Schwebebahn führte.

„Die Situation 2020/2021 war besonders“, erklärt der Betriebsleiter. „Dort hatten wir Schwierigkeiten mit dem sogenannten Rad-Schiene-Kontakt. Das heißt, wir haben festgestellt, dass die Räder sich sehr schnell verschleißen.“ Dadurch mussten die Räder der Schwebebahn teilweise schon nach nur 15.000 bis 20.000 Kilometern ersetzt werden.
Während des Wochenendes fuhr die Schwebebahn zwar weiter, um die technischen Änderungen zu testen, doch Wuppertals Wahrzeichen war ein Jahr lang nur eingeschränkt einsatzfähig.
Seitdem aber sei das Thema gelöst, sagt Kindinger. Und seitdem fährt die Schwebebahn immer regelmäßiger. Was jetzt dazu führte, dass die WSW regelmäßig die Zahlen veröffentlichen will, wie zuverlässig die Schwebebahn fährt. Denn: Viel positiver könnten sie – zumindest aktuell – nicht sein.
Schwebebahn wird nach BUGA 2031 in Wuppertal wieder Still stehen
Ob dies so bleibt, ist jedoch ungewiss. Nach der Bundesgartenschau (BUGA) 2031 wird die Schwebebahn für längere Zeit stillstehen. Kindinger nannte im Interview mit talzeit einen Zeitraum von „15 bis 18 Monaten“, in dem die Schwebebahn „nach derzeitiger Abschätzung“ nicht fahren kann.
Der Grund dafür ist der Abriss und Neubau der Werkshalle an der Schwebebahnstation in Vohwinkel, wo die Schwebebahnen gewartet, repariert und gelagert werden. „Das ist das letzte Stück alter Bausubstanz, das seine technische Lebensdauer erreicht hat“, erklärt Kindinger. Über den genauen Zeitplan kann er noch nichts sagen. Genaueres folgt, „wenn wir so weit sind, dass wir die Planung durch haben“.

Als diese Information 2024 das erste Mal an die Öffentlichkeit gelangte, war die Rede von einem Baustart 2031 – pünktlich zur BUGA 2031. Kindinger erklärte auf unsere Nachfrage, dass der Baustart erst 2032 erfolgen werde. „Das heißt, wir setzen jetzt alles daran, dass wir den Betrieb der Schwebebahn inklusive des Betriebs dieser Werkstattinfrastruktur und der alten Wagenhalle vor allem auch im Jahr 2031 sicherstellen. Und dann würden wir nach der Bundesgartenschau beginnen, hier die entsprechenden Maßnahmen durchzuführen.“ Geplant sind aktuell Kosten in Höhe von 145 Millionen Euro.
Die gegenwärtigen Sanierungsarbeiten an den Schwebebahnstationen in Wuppertal stehen im Übrigen in keinem Zusammenhang mit diesem Projekt. Dort werden aktuell Arbeiten an Beleuchtung, Bodenbelägen, Aufzugsanlagen sowie weiteren Systemen für Fahrgäste und Videotechnik durchgeführt. Diese Maßnahmen kosten rund 46 Millionen Euro und sollen bis 2030 abgeschlossen sein. Das Land NRW fördert 13,5 Millionen Euro davon.
Diese Modernisierungen haben nur einen geringen Einfluss auf den Fahrplan der Schwebebahn. „Die Maßnahmen, die wir derzeit im Rahmen der Erneuerung durchführen, wirken sich normalerweise nicht auf den Bahnbetrieb aus“, erläutert Kindinger. Eine Ausnahme bilden Arbeiten an den Bahnsteigkanten, die eine vorübergehende Sperrung einer Haltestelle notwendig machen können – in der Regel nur für wenige Wochen und meist nur in eine Fahrtrichtung. Somit wird die Schwebebahn weiterhin regelmäßig fahren, zumindest bis zur nächsten großen Modernisierung.



