Unsere Nachbarn verlieren das Interesse an Deutschland. Immer weniger niederländische Schüler tun sich Deutsch als Wahlfach an – dafür können junge Holländer so perfekt Englisch, als seien sie in Cornwall aufgewachsen. Der Niedergang des Deutschen hat symbolische Aussagekraft: Europas Kraftmeier verlieren kulturell an Bedeutung.

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Jugendliche zwischen Maastricht und Groningen denken pragmatisch, nicht romantisch. Deutsch ist die Sprache der Dichter und Denker, aber die gemeinten sind längst tot. Englisch ist die internationale Lingua franca. Schade für den deutschen Sprach- und Kulturraum, aber der gut ausgebildete Nachwuchs erwartet mehr vom Leben als Skiferien im Sauerland. Französisch wollen die Niederländer übrigens auch nicht lernen. Nur Englisch – also kein Grund für uns, ihre Muffeligkeit persönlich zu nehmen.
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In den Niederlanden macht sich eine schleichende Angst breit vorm Verlust der Identität. Viele Auswanderer wollen dauerhaft oder wenigstens vorübergehend unter Windmühlen leben – in einem Land, das von Wohnungsknappheit geplagt wird. Die wichtigsten Unis haben sich 2024 darauf verständigt, weniger ausländische Studenten aufzunehmen. Denn etwa jeder dritte Erstsemester kommt aus dem Ausland, davon sind die meisten Deutsche. Alleine sind die Niederländer mit ihrer Sorge keineswegs: CDU-Sittenwächter Jens Spahn schimpfte schon vor ein paar Jahren, es gehe ihm „zunehmend auf den Zwirn, dass in manchen Berliner Restaurants die Bedienung nur Englisch spricht“.
Gute Nachricht für Urlauber: In den Touristenstädtchen wird Deutsch so schnell nicht aussterben. Aber wer auf Niederländisch „Guten Tag“ und „Danke“ sagt, macht einen sympathischen Eindruck. Echt waar!






