Er veröffentlichte einen Song mit dem Titel „Heil Hitler“, verkaufte weiße Shirts mit schwarzen Hakenkreuzen und reproduziert immer wieder antisemitische Narrative. Weil sie einen Auftritt des Rappers Kanye West im deutschen Grenzgebiet genehmigen, geraten niederländische Behörden in die Kritik.

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„Es ist unbegreiflich, dass die Niederlande nicht in der Lage sind, moralische Grenzen zu ziehen, wenn es darum geht, wem sie eine Plattform bieten und wem nicht“, sagte Naomi Mestrum von der proisraelischen niederländischen Organisation Cidi. Die Entscheidung sei „sehr enttäuschend“, konstatierte Chanan Hertzberger, Vorsitzender von CJO, der wichtigsten jüdischen Dachorganisation in den Niederlanden.

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Kanye West spielt zwei Konzerte in Arnheim

Der 48-jährige West will für zwei Auftritte am 6. und am 8. Juni nach Arnheim kommen. Die geplanten Konzerte finden im Gelredome statt, dem Fußballstadion von Vitesse Arnheim. Die erste Show ist bereits ausverkauft, für die zweite gibt es noch Karten – allerdings zu horrenden Preisen zwischen 175 und 349 Euro. Der Minister für Asyl und Migration, Bart van den Brink, hatte zuletzt erklärt, für ein Einreiseverbot müssten „klare Gründe“ vorliegen. Solche Gründe seien „in den vorgenommenen Analysen“ nicht gefunden worden. 

Kanye West Ende Mai in Istanbul – ein Konzert, das tatsächlich stattfand.
Kanye West Ende Mai in Istanbul – ein Konzert, das tatsächlich stattfand.© AFP | Yasin Akgul

CJO-Chef Hertzberger wirft ihm Mutlosigkeit vor. „Wir haben die Kommune, den Gelredome und den Minister wiederholt aufgefordert, etwas zu unternehmen. Sie alle antworten, dass ihnen die Hände gebunden seien, aber ich finde das feige. Man hätte West die Genehmigung verweigern und ihn dann vor Gericht ziehen lassen können, um zu sehen, ob er dort Rechtsansprüche nachweisen kann. Dann hätten sie wenigstens etwas versucht.“

Immer mehr Konzertabsagen

In Großbritannien, Polen und Italien hatten Verantwortliche dafür gesorgt, dass geplante Tourtermine platzten. Die britische Regierung verbot dem US-Rapper die Einreise, der polnische Stadionbetreiber widerrief die Veranstaltung von sich aus. In Italien untersagte die Stadt Reggio Emilia ein Konzert mit Verweis auf den erwarteten Besucherandrang sowie das Risiko von Protesten gegen den Auftritt.

West, der inzwischen unter dem Künstlernamen Ye auftritt, hatte Ende März ein neues Album veröffentlicht. Im Januar sprach er im „Wall Street Journal“ davon, jüdische Menschen zu „lieben“. Sein aufsehenerregendes Verhalten rechtfertigte er mit seiner bipolaren Störung.