Es nieselt, fisselt... kurz: Es ist kein Campingwetter! Oder? Ann-Christin Bußmann lacht, „ich hole mir auch noch mal schnell eine Jacke.“ Kurz darauf ist sie zurück und kann nun, wetterfest gekleidet, dorthin führen, wo die Hobbits wohnen... Nunja, oder zumindest, wo sich die Hobbits sicher wohlfühlen würden! Doch bevor sie ins niederrheinische Auenland führt, erzählt die 32-Jährige davon, wie alles auf dem Campingpark Kerstgenshof begonnen hat. „Dort drüben“, sie zeigt auf ein Backsteingebäude, „war der landwirtschaftliche Betrieb, den schon meine Großeltern hatten.“
Milchvieh und Ackerbau... direkt am Reichswald! „Damals kamen schon die Leute aus dem Ruhrgebiet, um sich hier ihre Stühlchen und Tischchen aufzubauen“, erzählt Ann-Christin Bußmann. „Deshalb dachten sich irgendwann meine Großeltern, dass sie ihnen das doch auch anbieten könnten.“ Und zwar in Form des Campingparks Kerstgenshof. Tatsächlich kam die Idee gut an, „das ist der Vorteil von Naherholung“, betont sie, „man hat keine ewig lange Anreise.“ Mal eben schnell am Wochenende zum Abschalten und Entspannen ins Grüne? Das geht!
Landwirtschaft oder Campingpark? Eine Entscheidung für die Zukunft
In den 1990er Jahren kam dann die Frage auf: Landwirtschaft oder Campingpark? „Meine Eltern haben sich für den Campingpark entschieden“, sagt Ann-Christin Bußmann, nur um dann schnell hinzuzufügen: „Gott sei Dank!“ Das bedeutete aber auch für sie und ihre beiden Brüder: eine Kindheit zwischen Wohnwagen und Zelten. Sie nickt. „Manche Gäste kommen schon seit 40 Jahren und sagen dann, dass sie mich kennen, seit ich ganz klein war.“ Für sie war die Zeit aber immer toll! Deshalb stand für sie auch schnell fest, dass sie irgendwann in den Familienbetrieb einsteigen würde.

Ann-Christin Bußmann absolvierte eine Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit, machte anschließend noch ihre Betriebswirtin und begann dann auf dem Campingpark Kerstgenshof zu arbeiten. Wobei, das ist ihr wichtig zu betonen, „meine Eltern uns nie gesagt haben, dass wir hier weitermachen müssen.“ Doch auch ihr jüngerer Bruder, der eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau abgeschlossen hat, ist längst mit dabei und hat beispielsweise die insektenfreundliche Bepflanzung geplant.
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400 Plätze im Campingpark Kerstgenshof – und einige Besonderheiten

Es geht vorbei an blühenden Sträuchern und grünen Büschen... „Viele kommen an und sagen, dass es hier so schön ist“, erzählt Ann-Christin Bußmann, „und das liegt auch an der Bepflanzung, die dafür sorgt, dass man nicht merkt, wie groß eigentlich der Platz ist.“ Zu den rund 400 Plätzen gehören nicht nur Stellplätze für Wohnwagen oder Zelte, sondern auch Mietunterkünfte. „Man hat alles, was man braucht, aber befindet sich immer noch im Kosmos Camping“, erklärt sie. Und das kommt gut an! Gerade bei Familien- oder Freundesgruppen.
Der Kerstgenshof in Sonsbeck
Der Campingpark Kerstgenshof ist erneut vom Onlineportal www.camping.info zu einem der besten in Europa gewählt worden. Für das Jahr 2024 belegte er den 22. Platz mit 4,7 von 5,0 Punkten. Besonders gut schneidet der Platz in den Bereichen Sauberkeit, Infrastruktur, Sanitäranlagen und Freundlichkeit ab.
Neben den Pods gibt‘s auf dem Campingplatz auch Chalets, Lodges oder Trolls. Alle Infos und Preise sind online zu finden unter www.kerstgenshof.de
„Wenn die Oma 60 wird und mit allen feiern will, haben die Mutter und der Sohn vielleicht jeweils einen Camper, aber die Tochter nicht“, erklärt Ann-Christin Bußmann, „wir können aber alle beherbergen.“ Denn so kann die Tochter beispielsweise im Landhaus-Chalet übernachten, von dem die 32-Jährige nun die Tür öffnet. Badezimmer und separates Klo, „ich habe zwei Brüder und hätte das früher toll gefunden“, sagt sie und lacht, außerdem Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer „und eine vollausgestattete Küche.“ Viel Platz, viel Komfort!
So sehen die Hobbithäuschen von innen aus
Wer es dagegen etwas kleiner, beschaulicher und dafür fantastischer mag... sollte sich nun auf den Weg ins Auenland begeben! Die halbrunden Holzhäuschen, die offiziell „Pods“ heißen, bestehen nur aus einem Raum – und haben doch Platz für bis zu drei Personen. „Es gibt eine Teeküche, eine Toilette und einen Fernseher“, erklärt Ann-Christin Bußmann, während sie hineinführt. Ganz schön urig! „Das ist wie ein Zelt aus Holz“, sagt sie. „Viele wollen ja zurück zum Ursprung und wieder zelten.“ Aber wenn das Wetter eben mal nicht mitspielt, dann gibt‘s doch nix Schöneres als eine Nacht in einer regenfesten Höhle. Wissen ja auch die Hobbits.



