Das trockene Frühlingswetter mit strahlendem Sonnenschein hat zu einem ersten Waldbrand geführt. Die Feuerwehr in Bergisch Gladbach musste eine Fläche von rund 2000 Quadratmetern in einem gerodeten und brachliegenden Waldstück löschen 90 Wehrleute waren im Einsatz. Löschwasser war rar und musste im Pendelverkehr herbeigefahren werden, um ein Übergreifen des Brandes auf das benachbarte Waldgebiet zu verhindern.
Denn: die Feuerwehren sind alarmiert, da die Böden in der Region für die Jahreszeit ungewöhnlich trocken sind. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) weist seit Donnerstag für fast ganz NRW die Warnstufe drei von fünf aus. Was das bedeutet? „Ab da schauen wir mit der Kameraüberwachung genauer hin“, erklärt Julian Mauerhof, Leiter des Forstamtes Niederrhein.
Vorfälle habe es in den hiesigen Wäldern noch nicht gegeben. Doch warum ist die Brandgefahr aktuell überhaupt so hoch?
Rauchverbot im Wald und Warnung an Autofahrer
„Wir haben jetzt eine Phase, in der noch kaum Laub an den Bäumen und wenig Grün am Boden ist“, erklärt Mauerhof. „Die Sonne kann auf den noch trockenen Boden durchscheinen.“ Daher sei die Zeit in den Monaten März und April traditionell jene mit der höchsten Waldbrandgefahr im Jahr. „Außer wenn wir wieder einen Sommer mit über 40 Grad bekommen“, ergänzt der Forstamtsleiter. Besonders hoch sei das Risiko in Wäldern, die auf sandigem Boden stehen. „Da geht die Feuchtigkeit viel schneller durch als bei lehmigem Boden“, so Mauerhof. Ein Beispiel für einen solchen Forst ist die Leucht zwischen Kamp-Lintfort und Alpen.
Seit dem 1. März gilt wieder das gesetzliche Rauchverbot im Wald. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 180 Euro rechnen. Weggeworfene Zigaretten seien eine der häufigsten Ursachen für Waldbrände, so Mauerhof. „Brandstiftung erleben wir häufig. Aber die meisten Brände entstehen durch Kippen, durch Grillen oder Lagerfeuer oder Fahrzeuge.“ Das Forstamt bittet Autofahrer daher darum, nur auf befestigten Flächen zu parken. Trockenes Gras kann durch einen heißen Katalysator entzündet werden.
„Eine spontane Selbstentzündung oder ein Blitzschlag sind sehr selten. Deswegen kann man sagen, dass 90 Prozent der Waldbrände durch den Menschen ausgelöst werden“, sagt Mauerhof. Das Forstamt appelliert an Spaziergänger, sich an Verbote zu halten und kein offenes Feuer zu entzünden (Strafe bis zu 5000 Euro). Wer kleine Brände sehe, solle sie löschen, wenn dies gefahrlos möglich sei, sowie über die 112 die Feuerwehr zu rufen.
DWD senkt Brandgefahr wieder: Entwarnung ab Dienstag
Sollte es doch zu einem Brand kommen, verfügt das Forstamt Niederrhein mit dem Überwachungssystem „Fire Watch“ über moderne Ausrüstung, um das Feuer aufzuspüren. Seit einem Jahr läuft ein entsprechendes Pilotprojekt. Dank auf Telekommunikationsmasten installierter Kameras können die Mitarbeiter Rauch in bis zu 20 Kilometern Entfernung entdecken, Großbrände sogar in bis zu 40 Kilometern. So decken sie ein Gebiet ab, das sich auf die Kreise Viersen, Kleve, Wesel, den Rhein-Kreis Neuss sowie die Städte Düsseldorf und Mönchengladbach erstreckt.
Demnächst werden die Förster in der Region aber wieder ruhiger schlafen können. Zumindest vorerst: Der DWD hat die Waldbrandgefahr ab Dienstag auf Stufe zwei abgesenkt. Für Donnerstag und Freitag ist sogar nur noch Stufe eins angekündigt. Schärfere Schutzmaßnahmen wären erst ab Stufe vier notwendig.



