Ob es um das Stadtbild, soziale Aspekte oder die Verkehrspolitik geht: Vor der anstehenden Kommunalwahl in NRW am 14. September treiben die Menschen viele Themen um. Im Rahmen des NRZ-Heimatchecks waren wir in Städten am Niederrhein unterwegs und haben mit den Menschen gesprochen. Was sollte sich in ihren Orten verbessern?

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Niederrhein: Schönere Innenstädte mit höherer Aufenthaltsqualität

Anja und Thomas Decken aus Moers wünschen sich mehr Sauberkeit in der Stadt. „Es sieht oft ungepflegt aus in der Innenstadt“, sagen sie der NRZ. Sperrmüll und anderer Abfall lägen lange herum, bis sie weggeräumt werden. „Das sollte schneller und besser gemacht werden.“ Zudem brauche es mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. „Man sollte das Parkfest wieder einführen“, sagt Thomas Decken. „Das wurde verboten, weil Anwohner sich über die Musik beschwert haben. Und wir brauchen einen schönen Biergarten in der Nähe der Parks.“

Für Wilhelm Grabowski, ebenfalls aus Moers, sind es die Baustellen, die das Stadtbild und den Verkehr stören. Die Arbeiten sollten schneller abgeschlossen werden, fordert er. „Es dauert immer so lange, bis die fertig sind und wir haben gefühlt nie endende Baustellen an allen Ecken“, sagt er. Besonders ärgern ihn die Beeinträchtigungen durch eine Baustelle auf der Römerstraße, die von Nord nach Süd durch Moers verläuft.

Der NRZ-Heimatcheck

Wie gerne leben Sie in Ihrem Ort? Wie sicher fühlen Sie sich? Wie beurteilen Sie die Sauberkeit, medizinische Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten, Parkplatzsituation und Verkehr? Wir möchten es genau wissen und starten den großen Heimatcheck!

Sie können dabei Ihrem Ort ein Zeugnis ausstellen. Vergeben Sie Noten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). Die Umfrage dauert etwa fünf Minuten - es geht um 13 Themenfelder.

Hier geht es zu den Umfragen für Ihren Ort.

Als Dankeschön verlosen wir unter allen Teilnehmenden einen Everdure-Furnace-Gasgrill im Wert von 959 Euro.  

Die beiden Teenagerinnen Fabienne und Ira (16 und 17) aus Dinslaken können bei der Kommunalwahl zum ersten Mal wählen. „Die Innenstadt hier könnte schöner gemacht werden“, meinen sie. Die Gestaltung des Platzes vor der Neutor-Galerie im Dinslakener Zentrum begeistert sie kaum. Zudem wünschen sie sich bessere Geschäfte vor Ort. „Zum Shoppen fahren wir eigentlich immer nach Oberhausen oder Essen. Hier ist das Angebot nicht so gut.“

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Ladenschließungen schaden Innenstädten in NRW

Das Rentnerpaar Jutta und Hans-Jürgen Eimers sind vor fünf Jahren aus Duisburg nach Moers gezogen und freuen sich darüber, dass alles für sie fußläufig zu erreichen ist. „Wir sind eigentlich sehr zufrieden hier“, sagen sie. Aber die Einkaufsstraßen in der Innenstadt sollten attraktiver sein – auch um Besucher von außerhalb anzuziehen.

Jutta und Hans-Jürgen Eimers aus Moers wünschen sich eine Verschönerung der Innenstadt.
Jutta und Hans-Jürgen Eimers aus Moers wünschen sich eine Verschönerung der Innenstadt.© NRZ | Tobias Kaluza

Vor allem die Homberger Straße zwischen Bahnhof und Innenstadt sei nicht mehr so attraktiv, sagt Jutta Eimers. „Jetzt ist da zwar noch Woolworth, aber sonst gibt es da fast nur Friseursalons und Imbissbuden.“ Es fehle ein Magnet, der die Leute da anzieht, damit wieder mehr Leute in die Innenstadt kommen und man besser einkaufen kann. „Vielleicht könnte man auch schönere Restaurants dort ansiedeln“, überlegt Hans-Jürgen Eimers.

Stephanie Westarp aus Wesel hofft ebenfalls auf eine Wiederbelebung der Einkaufsstraße in ihrer Stadt. Die Schließung mehrerer Läden in der Weseler Innenstadt in den letzten Monaten und Jahren findet sie schade. „Ich würde mir eine Verschönerung wünschen, mit mehr und besseren Einkaufsmöglichkeiten.“ Zudem hofft sie auf eine bessere Anbindung mit dem ÖPNV an die umliegenden Orte. „Die Busse sollten öfter fahren“, meint sie.

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Bessere Organisation von Mobilität und Verkehr in der Region

Luft nach oben in der Verkehrspolitik sieht auch Helmut Pastor aus Düsseldorf in seiner Heimatstadt. Er findet besonders das Anwohnerparken in der Landeshauptstadt schlecht geregelt und hofft auf Nachbesserungen. „Man kann sich im Parkausweis zwar zwei Fahrzeuge eintragen lassen, aber nur eines davon darf auf der Straße stehen“, beklagt er. Er selbst habe ein Auto und ein Motorrad. Obwohl beide Fahrzeuge in seinem Parkausweis eingetragen sind, dürfe nur eines auf der Straße geparkt werden.

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Zudem fragt er sich, wo der Ausweis am Motorrad angebracht werden solle, sodass er nicht herunterfallen oder gestohlen werden könne. „Das konnte mir trotz Nachfrage noch niemand bei der Stadt erklären. Das hat mich dafür schon zwei Strafzettel gekostet.“

Ein weiteres Ärgernis sind für Pastor die E-Scooter, die nach wie vor die Landeshauptstadt bevölkern. Er findet sie störend. „Mit den Batterien werden auch Ressourcen verbraucht, die hinterher endgelagert werden müssen“, sagt er. „Und die Roller selbst werden ungünstig abgestellt, in den Rhein oder die Düssel geworfen oder landen im Graben. Das muss besser geregelt werden.“

Wohnen und Soziales: mehr Unterstützung für Alte und Junge

Ein soziales Thema bewegt Gisela Rütter aus Dinslaken. Sie macht sich für die Jüngsten und die Ältesten der Gesellschaft stark und fordert mehr bezahlbaren Wohnraum für alte Menschen in der Stadt. „Dafür sollte mehr getan werden“, sagt sie. Für die Kitas wünscht sie sich mehr Fachkräfte. „Ich habe selbst früher in Kitas gearbeitet. Die Kolleginnen dort brauchen mehr Unterstützung.“

Gisela Rütter aus Dinslaken macht sich für Alt und Jung stark.
Gisela Rütter aus Dinslaken macht sich für Alt und Jung stark.© FUNKE Foto Services | Lars Heidrich

Auch Manuela Lenssen aus Düsseldorf liegt die Sozialpolitik am Herzen. „Da sind schon große Kürzungen vorgenommen worden. Das darf so nicht wieder passieren. Ich arbeite selbst in einer Kita. Wenn das Geld fehlt, müssen Kitas schließen und Eltern haben dann das Problem mit der Kinderbetreuung“, erklärt sie. Es müsse vor allem in den sozialen Bereich investiert werden, nicht nur in die Wirtschaft. „Denn die Wirtschaft fängt mit unseren Kleinsten an. Die sind unsere Zukunft und ihre Bildung fängt in der Kita an.“