Die Verhandlungen gleichen einer Achterbahnfahrt, und kein Mensch weiß wirklich, was gerade zwischen Putin, Selenskyj, den wichtigsten Regierungschefs in Europa und Donald Trump besprochen wird. Als Mini-Lichtblick kann man sagen, dass inzwischen so häufig über Waffenstillstand in der Ukraine diskutiert wird wie nie zuvor. Und dennoch schlagen weiter Geschosse in dem überfallenen Land ein. Zugleich sehnen sich die Menschen nach einem Ende der Gewalt.

Bemerkenswert war am Wochenende, dass Putin in seiner Antwort auf die Waffenruhe-Forderung von Macron, Starmer, Merz und Tusk das Wort „Krieg“ benutzte. Bekanntlich droht jedem russischen Staatsbürger Gefängnis, wenn er im Zusammenhang mit der Ukraine von Krieg spricht, wo es sich laut Putin doch nur um eine „militärische Spezialoperation“ handelt.

Deutliche Botschaft aus Paris, London, Berlin und Warschau

Doch auch anderswo hat sich die Rhetorik verändert. Während US-Vize Vance noch vor wenigen Wochen die Europäer beschimpfte und Putin schmeichelte, lobte er am Wochenende die gemeinsamen westlichen Werte und drohte dem Kreml. Was soll man von all diesem Hin und Her halten? Ernsthafte Diplomatie wird zwischen den Supermächten offenbar nicht mehr gepflegt, stattdessen werden Sprüche geklopft und der Bizeps gespannt. Es geht zu wie in einer finsteren Gasse.

Dass die Regierungschefs aus Paris, London, Berlin und Warschau jetzt gemeinsam aus Kiew eine deutliche Botschaft nach Moskau schickten, ist indes eine Neuerung. Denn es zeigt, dass Europa sich einig ist wie nie zuvor. Es zeigt militärische wie wirtschaftliche Stärke. Dieses Signal soll Putin verstehen, der sich der Nähe zu Trump nicht mehr so sicher sein kann. Nun baut der Kremlherrscher wie früher schon auf Erdogan. Es scheint, als ob die Achterbahnfahrt weitergeht.

Derweil sprach Papst Leo XIV. bei seinem ersten Sonntagsgebet ewige wie wahre Worte aus: „Nie wieder Krieg!“ 99,9 Prozent der Menschheit dürften da zustimmen, leider nur die üblen Machtmenschen dieser Welt nicht.