Zusammenfassung
- Kleingarten gesucht? Die Nachfrage nach Schrebergärten in NRW ist hoch
- Bei der Suche nach einer Parzelle sind einige Dinge zu beachten – in Kleingartenvereinen gelten außerdem besondere Regeln
- Wie kann man seine Chancen auf einen Kleingarten erhöhen? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:
Eigenes Gemüse anbauen, frisches Obst ernten, Blumen pflanzen: Die Sehnsucht nach einem grünen Rückzugsort mitten in der Stadt ist ungebrochen. Besonders Kleingärten sind gefragt wie nie. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 1600 Kleingartenanlagen, und die Nachfrage ist hoch, auch Jüngere wollen zunehmend eine Parzelle pachten. „Schon vor Corona war das Interesse groß, durch Corona ist es nochmal verstärkt worden und danach auch nicht wieder abgeebbt“, sagt Ralf Krücken, Geschäftsführer des Landesverbands Rheinland der Gartenfreunde. Wer einen Kleingarten pachten will, braucht oft Geduld. Doch es gibt Wege, wie man die Chance auf eine Parzelle verbessern kann.
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„Wichtig ist, dass man zeigt, dass man ehrlich am Vereinsleben und an der Natur interessiert ist, außerdem muss man auch körperlich und zeitlich in der Lage sein, seinen Kleingarten zu pflegen“, sagt der Geschäftsführer. Was wirklich hilft, um schneller an einen Kleingarten zu kommen – und worauf man lieber verzichten sollte: Ein Überblick über die wichtigsten Infos und Regeln rund um die begehrte grüne Idylle.
Wie lange ist die Wartezeit, wenn ich einen Kleingarten pachten will?
„Die Wartelisten sind oft lang“, weiß Krücken. In Großstädten sei eine Wartezeit von mehreren Jahren die Regel. „In Köln wartet man durchschnittlich bis zu zehn Jahre.“ Entspannter sei die Lage in ländlichen Regionen, zum Beispiel im Kreis Kleve. Dort sei es oft möglich, zügiger eine freie Parzelle zu finden. „In diesen Gegenden besitzen viele Menschen bereits ein Gartengrundstück. Dort ist die Nachfrage nicht so hoch wie in den Städten“, so der Gartenfreund.
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Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Wer einen Kleingarten pachten möchte, sollte vor allem eines mitbringen: echtes Interesse an Natur und Selbstversorgung. Wer nicht selber anbauen möchte, ist im Kleingarten falsch. Das Bundeskleingartengesetz schreibt vor, dass mindestens ein Drittel der Parzellenfläche für den Anbau von Obst und Gemüse für den Eigenbedarf verwendet werden muss. „Das ist die Grundvoraussetzung. Und man sollte sich ins Vereinsleben einbringen, ein Kleingartenverein lebt vom Miteinander“, betont Krücken.
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Zudem solle man realistisch sein und einschätzen können, ob man dauerhaft Zeit für die Gartenpflege einbringen kann. „Wenn man merkt, dass es doch nicht passt, ist das weder für den Garten noch für den Pächter sinnvoll. Der Garten soll mehr Spaß als Arbeit machen.“
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Was kostet es, einen Kleingarten zu pachten?
Die Kosten für eine Kleingarten-Pacht sind vergleichsweise überschaubar. Sie setzen sich aus der jährlichen Pacht, dem Mitgliedsbeitrag für den Verein und Nebenkosten für Wasser, Strom und Versicherungen zusammen. „Wir reden hier über Jahreskosten, die zwischen 400 und 500 Euro liegen. Darin inkludiert sind Pacht, Versicherung und Mitgliedsbeitrag“, erklärt Krücken im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die Kleingärten seien bewusst erschwinglich gehalten. „Schon im Ursprung wurden Kleingärten für diejenigen errichtet, die zumeist nicht das Geld haben, sich einen eigenen Garten zu leisten und die nicht direkt die Chance haben, auf Dauer ins Grüne zu kommen.“
Wie kann ich meine Chancen auf eine Parzelle erhöhen?
Keine Lust, mehrere Jahre darauf zu warten, dass endlich die gewünschte Parzelle frei wird? Wer sich geschickt verhält, kann seine Chancen erhöhen. Die wichtigsten Tipps:
- Schauen Sie persönlich vorbei, statt nur zu schreiben!
Der persönliche Eindruck zählt. Statt online auf die Suche nach E-Mail-Adressen zu gehen, sollten Interessierte lieber direkt im Kleingarten vorbeischauen. „Jemand, der Engagement zeigt und sich gut präsentiert, bleibt dem Vorstand eher im Gedächtnis, das kann bei der nächsten Vergabe entscheidend sein“, rät Ralf Krücken.
- Erweitern Sie Ihren Suchradius!
„Wer sich für einen Kleingarten interessiert, sollte erst einmal gucken, was es in der unmittelbaren Umgebung gibt. Die Anlagen kann man besuchen, sich umschauen und gucken, ob die Parzellen überhaupt den eigenen Vorstellungen entsprechen, da gibt es je nach Anlage nämlich Unterschiede.“
Wer auch in einem größeren Radius nach Anlagen Ausschau hält, erhöht seine Chancen. Aber: „Nicht immer wird das von den Vereinsvorständen gern gesehen, weil die Erfahrung zeigt, dass nicht alle den langen Weg auf sich nehmen und sich dann nicht gut kümmern“, sagt Krücken.
„Aber bevor man sonst keine Chance hat, kann man es probieren. Wenn man überzeugend rüberbringt, dass man trotzdem die Zeit findet und dort ist, kann es funktionieren“, so Krücken. Allerdings solle man auch ehrlich zu sich selbst sein: „Bin ich auch langfristig bereit, die Anfahrt auf mich zu nehmen?“
- Haben Sie keine falschen Erwartungen!
Als echtes K.-o.-Kriterium bezeichnet Krücken die falsche Erwartungshaltung, man könne aus der Kleingartenparzelle ein Wochenendhaus mit Pool und Kindertrampolin im Garten machen. „Das funktioniert in einer Kleingartenanlage nicht“ und komme auch bei Vereinsvorständen nicht gut an, stellt Krücken klar. Rücksichtnahme auf andere, Lärmschutz und die gärtnerische Nutzung stehen im Mittelpunkt. Wer damit nichts anfangen kann, wird mit der Parzelle nicht glücklich werden.






