„Gefährliche Strömung“, „Lebensgefahr“ und eine Anweisung, die deutlicher kaum sein könnte: „Nicht Schwimmen“. So steht es – in vielen verschiedenen Sprachen – auf großen Schildern, die unter anderem am Düsseldorfer Rheinufer stehen. Doch sobald die Temperaturen nach oben klettern, scheint es für viele Menschen einfach zu verlockend zu sein, sich mal eben im Wasser abzukühlen.

„Viele unterschätzen die Gefahr und glauben, dass ihnen nichts passieren kann, wenn sie nur ein paar Schritte in den Rhein gehen und in Ufernähe bleiben“, erklärt Frank Zantis, Pressesprecher der DLRG Nordrhein. Aber selbst in Kniehöhe kann es lebensgefährlich werden, mahnt der Experte.

Schwimmen im Rhein: Warum ist das so gefährlich?

Von außen ist es oft gar nicht so leicht erkennbar, doch im Rhein herrschen starke Strömungen, vor allem unter der Wasseroberfläche. Besonders stark seien diese Strömungen laut Zantis an Stellen, an denen der Rhein eine Kurve macht, „zum Beispiel am Paradiesstrand in Düsseldorf.“ Fahren dann noch Schiffe vorbei, könne diese Unterströmung noch verstärkt werden.

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Immer wieder kommt es deshalb vor, dass Menschen die Gefahr unterschätzen und es plötzlich nicht mehr alleine zurück ans Ufer schaffen. Doch wie kann man in solchen Fällen helfen?

Wie kann ich Menschen im Rhein helfen?

„Man sollte auf keinen Fall hinterherschwimmen und versuchen, die Person so aus dem Wasser zu ziehen“, sagt Zantis. „Stattdessen sollte man so schnell wie möglich die 112 wählen und Hilfe rufen, denn in einer solchen Situation zählt jede Sekunde.“ Bis Hilfe eintrifft, sollte man am Ufer mitlaufen und die Person im Wasser im Auge behalten.

Man sollte auf keinen Fall hinterherschwimmen und versuchen, die Person so aus dem Wasser zu ziehen.

Frank Zantis, Pressesprecher DLRG
Frank Zantis, Pressesprecher der DLRG Nordrhein

Wichtig sei außerdem, der Person zu signalisieren, dass Hilfe unterwegs ist. „Bis dahin sollte sich die Person dann auf den Rücken legen und von der Strömung treiben lassen“, so der DLRG-Sprecher. So spare man einerseits Energie, andererseits habe man ohnehin keine Chance, gegen die Strömung anzukämpfen.

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Um der Person zu helfen, sich über Wasser zu halten, könne man ihr vom Ufer aus auch schwimmende Gegenstände zuwerfen. An manchen Brücken oder Uferabschnitten stünden für solche Situationen auch Rettungsringe bereit. „Daran kann sich die Person dann festhalten, bis Hilfe kommt. Vielleicht kommen vorher auch noch andere Schiffe vorbei, auch das könnte eine Hilfe sein. Man sollte daher unbedingt auf sich aufmerksam machen.“

In Köln haben Passanten zuletzt einen Mann mit einer Hundeleine vor dem Ertrinken gerettet. Wie die Polizei mitteilte, war der 28-Jährige versehentlich in den Rhein gefallen und konnte sich nicht aus eigener Kraft ans Ufer retten. Den Zeugen sei es gelungen, den Mann mit einer Hundeleine am Steg eines Hausboots zu sichern und ihn bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. 

Sollte es ein Badeverbot geben?

Ein generelles Badeverbot am Rhein hält Zantis für schwer umsetzbar, schließlich brauche es dafür dann auch strenge Kontrollen. „Umso wichtiger ist es, dass wir darüber sprechen und ein Bewusstsein für die Gefahren des Rheins schaffen.“