Ein Umzug in eine neue Stadt, der erste Tag im neuen Job oder der Wunsch nach frischem Wind im Freundeskreis: Wer als Erwachsener Freunde finden möchte, hat es nicht leicht. Während das Kennenlernen in der Kindheit und Jugend so nebenbei lief und die Frage „Wollen wir Freunde sein?“ schon reichte, braucht es als Erwachsener mehr Mut, Zeit und vielleicht auch Kreativität.
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Doch es gibt einige Dinge, die man als Kontaktsuchender tun kann, um die Chancen zu erhöhen – und dabei entspannt zu bleiben. Hier kommen Tipps, wie es auch als Erwachsener gelingt, neue Freundschaften zu schließen:
1. Mut zeigen und aktiv werden!
Die wohl größte Hürde bei der Freundschaftssuche ist die Angst vor Zurückweisung. Doch die hilft nicht weiter, weiß auch Psychotherapeutin Sabine Böhringer aus Bonn. Ihr Rat: „Einfach ausprobieren. Man muss auf die Leute zugehen.“ Sei es, den neuen Kollegen nach Feierabend auf ein Getränk einzuladen oder nach dem Sportkurs nicht direkt nach Hause zu eilen, sondern ein Gespräch mit anderen Teilnehmern zu suchen. Wer aktiv wird, erhöht die Chancen auf neue Kontakte deutlich.
2. Online-Plattformen clever nutzen!
In unserer digitalen Welt gibt es längst nicht mehr nur Dating-Apps. „Die Digitalisierung ist Fluch und Segen, aber es ist mit ihr deutlich einfacher geworden, sich zu vernetzen“, sagt Expertin Böhringer im Gespräch mit unserer Redaktion. Die App Bumble for Friends fokussiert sich beispielsweise auf Freundschaft. Auch weitere Plattformen wie nebenan.de oder gemeinsamerleben.com dienen der Vernetzung. Dennoch betont der Sozialpädagoge Norbert Bläsing aus Viersen, dass der virtuelle Austausch nur ein Anfang sein sollte: „Wir Menschen sind multisensorische Wesen, wir brauchen ‚echten‘ Kontakt in Form von physischer Nähe.“ Chats und Videocalls können praktisch sein, Treffen im echten Leben können sie aber nicht ersetzen.
Wir Menschen sind multisensorische Wesen, wir brauchen ‚echten‘ Kontakt in Form von physischer Nähe.
Norbert Bläsing, Sozialpädagoge aus Viersen
3. Clubs und lokale Gruppen entdecken!
In vielen Städten gibt es mittlerweile eine beeindruckende Auswahl an Gruppen und Clubs, die darauf abzielen, Menschen zusammenzubringen. Vom Düsseldorfer Social Club, der regelmäßige Treffen von Frauen organisiert, über Initiativen wie „Girls Walking and Talking“, die Spaziergänge und lockere Gespräche kombinieren, bis hin zu Laufgruppen, die es ermöglichen, neue Kontakte zu knüpfen, während man sich gemeinsam bewegt.
4. Dort hingehen, wo man sich wohlfühlt!
Beim Knüpfen neuer Kontakte spielen auch ein gutes Bauchgefühl und Authentizität eine große Rolle. Wer also auf die Suche nach Leuten geht, sollte sich in einer Umgebung befinden, in der er sich wohlfühlt. „Solche idealen Begegnungsorte sind naturgemäß wieder sehr individuell. Für den ‚menschlichen Fisch‘ wäre es das Schwimmbad, für den Läufer der Volkslauf, für den Gourmet das Foodfestival oder die Weinmesse“, erklärt Norbert Bläsing.
5. Locker bleiben und Erwartungshaltung runterschrauben!
Nicht zu viel Druck ausüben! Eine starre Haltung á la „Heute finde ich einen Freund“ könne laut Bläsing schnell das Gegenteil bewirken. „Ich würde befürchten, dass Letzteres eine gewisse Erwartungshaltung produziert, die mich im Ergebnis eher angespannt und weniger locker werden lässt.“ Und das verringere die Chancen auf die erhofften Kontakte, warnt der Experte. Also: Locker bleiben, offen sein und nicht vor der Angst zurückschrecken, enttäuscht zu werden.





