Während viele Menschen sich nach 45 Jahren Arbeit auf den wohlverdienten Renteneintritt freuen, haben andere mit Ende 60 noch gar keine Lust auf den Ruhestand. Kein Problem, denn wer Lust hat und dazu in der Lage ist, kann auch einfach weiterarbeiten – könnte man meinen. Doch tatsächlich zieht das Gesetz in manchen Berufen eine klare Grenze. Wer muss mit spätestens 67 aufhören? Und wer muss schon deutlich früher in den Ruhestand gehen?

Dietrich Hülsemann ist Rechtsanwalt in Dinslaken, hat auch über 30 Jahre als Notar gearbeitet. Seit seinem 70. Geburtstag darf er das allerdings nicht mehr: Wer das 70. Lebensjahr überschritten hat, darf in Deutschland nicht mehr als Notar arbeiten, so will es die Bundesnotarordnung. Hülsemann will das nicht hinnehmen und klagt vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Altersobergrenze – ein Urteil steht noch aus.

Polizisten und Feuerwehrleute müssen früher gehen

Und Notare sind in Deutschland nicht die einzigen, die sich ab einem gewissen Alter aus dem Beruf zurückziehen müssen. Noch deutlich früher müssen Polizeibeamte in NRW in den Ruhestand gehen. Die Berufslaufbahn endet hier mit der Vollendung des 62. Lebensjahres. Ein Hinausschieben des Ruhestands um bis zu drei Jahre ist laut NRW-Beamtengesetz nur unter bestimmten Bedingungen möglich, beispielsweise bei „dienstlichen Interessen“. In der Praxis ist das aber eher die Ausnahme.

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Feuerwehrleute müssen bereits noch ein Jahr früher gehen. Die Altersobergrenze wurde im vergangenen Jahr sogar noch angehoben. Durften Feuerwehrleute in NRW bis 2024 nur bis zum 60. Lebensjahr arbeiten, liegt die Grenze inzwischen bei 61 Jahren. Auch hier ist eine Verlängerung der Dienstzeit nur unter bestimmten Bedingungen möglich.

Richter sein mit 70? In NRW nicht erlaubt

Doch auch außerhalb des Beamtentums gibt es weitere Berufe, bei denen es eine Altersobergrenze gibt. Die Dienstzeit von Richtern in NRW endet grundsätzlich mit dem Erreichen der Regelaltersgrenze von 67 Jahre. Wenn es nach der schwarz-grünen Landesregierung geht, sollen Richter ihre Dienstzeit aber auf Wunsch auch bis zum 69. Lebensjahr verlängern dürfen. Das solle dem Personalmangel in der Justiz entgegenwirken. Einen entsprechenden Antrag stellten CDU und Grüne vor wenigen Wochen vor.

Piloten von gewerblichen Flugzeugen müssen noch früher in Rente gehen. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat für verantwortliche Piloten im Cockpit eine Altersgrenze von 65 Jahren festgelegt, danach ist Schluss.

Mit 47 Jahren schon zu alt?

Eine feste Altersgrenze gab es auch mal für professionelle Fußballschiedsrichter, zwar nicht durch ein Gesetz, dafür jedoch durch den Deutschen Fußballbund (DFB). Dieser ließ Bundesligapartien bis 2023 nur von Schiedsrichtern pfeifen, die maximal 47 Jahre alt waren. Nachdem Manuel Gräfe wegen dieser Altersgrenze 2021 sein letztes Spiel leitete, zog der Berliner wegen Altersdiskriminierung vor Gericht und gewann. Seitdem darf der DFB Schiedsrichter nicht mehr allein wegen ihres Alters in den Ruhestand schicken.