Im Wohnungsbau geht es langsam wieder bergauf. Zumindest ist die Zahl der durch die Bauämter in NRW erteilten Genehmigungen für Wohnungen leicht angestiegen: Im ersten Halbjahr 2025 wurden 20.498 Wohnungen genehmigt, das sind 691 Wohnungen beziehungsweise 3,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch nicht überall wird wieder mehr gebaut – am Niederrhein schrecken die hohen Baukosten offenbar immer noch viele Investoren ab.
Das Besondere an den neuen Halbjahreszahlen: Zum ersten Mal seit drei Jahren ist der aktuelle Wert wieder höher als im Vorjahreszeitraum. Seit 2022 war die Zahl der genehmigten Wohnungen im ersten Halbjahr immer weiter gesunken, jetzt bewegen sich die Zahlen wieder ein Stück nach oben. „Das ist natürlich erstmal eine erfreuliche Nachricht“, holt Niklas Möring, Sprecher des Bauindustrieverbands NRW aus, „jedoch bewegen wir uns leider immer noch auf einem niedrigen Niveau.“
Bauflaute in NRW: Sinkende Baugenehmigungen seit 2022
Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2022 wurden in NRW 31.484 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt – also etwa 11.000 mehr als 2025. „Diese Zahl kann uns also nicht zufrieden stellen. Wir bauen in NRW seit Jahren weniger, als wir eigentlich müssten.“ Ob die 3,5 Prozent mehr aber jetzt der Beginn eines Aufschwungs auf dem Immobilienmarkt sein könnten, lasse sich nicht so einfach sagen. „Zumal man ja auch bedenken muss, dass es eine ganze Weile dauern kann, bis diese genehmigten Bauvorhaben dann auch realisiert werden“, merkt Möring an.
Diese Zahl kann uns nicht zufrieden stellen. Wir bauen in NRW seit Jahren weniger als wir eigentlich bräuchten.
Niklas Möring, Sprecher des Bauindustrieverbands NRW
„Es passiert immer wieder, dass große Bauprojekte angekündigt, aber dann doch wieder verworfen werden. Oder dass das Grundstück weiterverkauft wird, nachdem es als Bauland ausgewiesen wurde und damit seinen Wert gesteigert hat.“
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Weniger neue Wohnungen am Niederrhein
Am Niederrhein verzeichnen die Kreise indes deutliche Rückgänge. Nachdem es im Kreis Kleve von 2023 auf 2024 noch einen Anstieg von 11,5 Prozent gab, ist die Zahl der genehmigten Wohnungen im ersten Halbjahr 2025 um 23,5 Prozent gesunken. Vor allem der Bau von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ist hier zurückgegangen. Dafür scheint es für private Investoren aber wieder besser zu laufen: Die Zahl der genehmigten Ein- und Zweifamilienhäuser ist hier um 60,9 beziehungsweise 100 Prozent gestiegen.
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Im Kreis Wesel sind im ersten Halbjahr 2025 etwas mehr Einfamilienhäuser genehmigt worden als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl bei den Mehrfamilienhäusern ist allerdings deutlich gesunken. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 14,8 Prozent weniger Wohnungen genehmigt.
In Düsseldorf, der für Mieter zweitteuersten Stadt in NRW, finden sich aber nach wie vor mehr Investoren. Bei den Genehmigungen gab es einen Anstieg um 4,9 Prozent. In Duisburg, wo aktuell mit dem Bauprojekt 6-Seen-Wedau ein komplett neues Viertel entsteht, geht es noch deutlicher bergauf. Im ersten Halbjahr 2025 wurden 526 Wohnungen genehmigt, das sind 127,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.





