Wenn am Freitagabend die Dunkelheit einkehrt, erobern Zombies, Hexen und Geister wieder die Straßen am Niederrhein. Doch wo verkleidete Kinder von Tür zu Tür gruseln und Süßigkeiten sammeln, schlagen andere gerne über die Stränge. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei im Kreis Wesel einen Anstieg der Einsätze. In einem Großteil der Einsätze waren Böller Teil des Problems. Die Essener Polizei hat bereits angekündigt, in der Halloweennacht verstärkt auf Videoüberwachung zu setzen. Wie bereiten sich die Behörden am Niederrhein vor? Und welche Strafe droht überhaupt bei Knallern und Feuerwerk?

Auf 59 Einsätze kamen die Beamten im Kreis Wesel an Halloween 2024, im Vorjahr waren es 48. „Wie immer an Halloween werden wir am Freitag mit mehr Leuten arbeiten, vor allem am Abend und in der Nacht“, kündigt Björn Haubrok, Sprecher der Polizei im Kreis Wesel, im Gespräch mit der Redaktion an. Dass man an Halloween mal ein paar Scherze mache, dafür habe die Polizei vollstes Verständnis, versichert er. „Aber Böller in Briefkästen zu werfen oder Eier an Häuser zu schmeißen, überschreitet die Grenze. Das ist dann Sachbeschädigung.“

Ist Feuerwerk an Halloween erlaubt?

Von Feuerwerkskörpern rate die Polizei generell ausdrücklich ab. „Verbote regeln die Kommunen selbst, aber in den allermeisten Städten ist das – ohne Sondergenehmigung – ausschließlich am 31. Dezember und 1. Januar erlaubt.“ Bei manchen Gruselfans sei die Versuchung aber scheinbar auch an Halloween groß. Hier besonders beliebt: Böller aus dem Ausland, die ohnehin in Deutschland verboten sind. Hiermit sollte man besser nicht erwischt werden. „Das kann im Ernstfall als Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion gewertet werden“, warnt Haubrok. Und das kann laut Strafgesetzbuch auch eine Freiheitsstrafe mit sich bringen.

Aber auch von harmloserem Feuerwerk, das auch in Deutschland verkauft wird, sollte man an Halloween die Finger lassen. Laut einer Sprecherin der Stadt Düsseldorf könne das im Extremfall bis zu 50.000 Euro kosten. „Üblicherweise werden zwischen 150 und 1000 Euro Bußgeld festgesetzt.“

Halloween: Videoüberwachung und mehr Kontrollen

Auch Einsätze wegen Ruhestörungen gehören für die Beamten quasi zur Halloweenschicht dazu. Die Essener Polizei hatte im vergangenen Jahr auf ein mobiles Videoüberwachungssystem in der Innenstadt gesetzt, um Ausschreitungen schneller zu bemerken. Für den Kreis Wesel sei das in diesem Jahr keine Option. „Wir bestehen aus 13 Städten und Gemeinden. Da gibt es nicht den einen Hotspot, wo man unbedingt eine Kamera aufstellen muss“, begründet das Haubrok.

In Düsseldorf hat sich die Videoüberwachung allerdings schon bewehrt, erklärt Polizeisprecher Daniel Dammann. Denn in der Landeshauptstadt steht bereits eine stationäre Überwachungsanlage, die vor allem an den Wochenenden zu zahlreichen Einsätzen führen würde. „Die steht in der Altstadt, weil hier auch abends noch viel los ist. Das wird auch an Halloween so sein.“ Ein Beamter überwache die Bilder der Kamera, um im Ernstfall schnell Polizisten vorbei zu schicken. Ein Prozess, bei dem jede Sekunde zählt. „Inzwischen sind wir im Schnitt nach 81 Sekunden vor Ort, wenn die Kamera eine potenzielle Straftat aufnimmt.“

Für die Verkehrsunternehmen am Niederrhein könnte es ebenfalls ein turbulentes Wochenende werden. Vor allem am 1. November habe es im vergangenen Jahr viele Ausschreitungen gegeben, Bahnen seien mit Steinen geworfen worden, schilderte es ein Bahnfahrer aus Duisburg der NRZ. An Halloween selbst sei es einigermaßen ruhig geblieben. Vielleicht wegen der erhöhten Polizeipräsenz, vermutet er.

Kein Böllerproblem in Düsseldorf

In der Landeshauptstadt sei man auch wieder mit mehr Personal im Einsatz. Böller seien zwar kein besonders großes Problem, „aber an Halloween wird nun mal gefeiert und es kommen viele Menschen zusammen, das bedeutet auch ein gewisses Konfliktpotenzial.“ Vor allem in der Altstadt werde es daher mehr Polizei geben als sonst, kündigt der Sprecher an.

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Auch die Polizei im Kreis Kleve rechnet mit einem erhöhten Einsatzaufkommen. Eine Videoüberwachung gibt es nicht, dafür aber eine erhöhte Polizeipräsenz auf den Straßen, gibt Sprecher Philipp Pütz bekannt. Im vergangenen Jahr habe es in der Stadt Kleve lediglich einen Einsatz in Sachen Feuerwerkskörper gegeben, ergänzt Stadtsprecher Niklas Lembeck. Dennoch sei am Freitagabend auch der Ordnungsdienst im Einsatz und kann im Fall der Fälle Bußgelder ausstellen.

Bei Verstößen kann es teuer werden

Das deutsche Sprengstoffgesetz (SprengG) teilt pyrotechnische Gegenstände nach ihrem Gefährdungsgrad in vier Kategorien ein. Kleinstfeuerwerke, zum Beispiel Wunderkerzen oder Knallerbsen, und Kleinfeuerwerke, also herkömmliche Raketen und Böller, dürfen unter bestimmten Alters- und Zeitbeschränkungen benutzt werden. Für Mittel- und Großfeuerwerke ist jedoch eine behördliche Erlaubnis nötig. Verstöße werden meist als Ordnungswidrigkeit gewertet. Die Höhe des Bußgeldes hängt vom Einzelfall ab, kann aber bis zu 50.000 Euro betragen.

Darf es an Halloween lauter werden?

In Dinslaken und Moers gebe es ebenfalls keine großen Probleme mit Feuerwerkskörpern an Halloween, versichern die Stadtsprecher. 2024 seien in Dinslaken nur zwei Ruhestörungen gemeldet worden, bei denen mutmaßlich Pyrotechnik im Spiel war. In beiden Fällen konnte aber kein Verursacher ermittelt werden. Ausnahmen etwa beim Lärmschutz gibt es auch in Dinslaken und Moers am kommenden Freitag nicht. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit gewertet und können bis zu 5000 Euro Bußgeld nach sich ziehen.