Es braucht kein Halloween, um sich zu gruseln. Die Nato-Länder im Osten rechnen eher früher als später damit, dass Putins Russland auch hier richtig angreift. Und nicht „nur“ mit Cyberattacken und Drohnenüberflügen. Im Ernstfall, so die Szenarien, kommt auf den Bündnispartner Bundesrepublik auch die Pflicht zu, rund 1000 Verwundete täglich zusätzlich zu versorgen.

Prävention ist Schutz gegen Kriege und Krankheiten

Ein Szenario, das nicht nur die Menschen, die sich dem Heilen und Helfen verpflichtet fühlen, gruselt. Vielleicht tröstet sie ja ein Gedanke: Der wirksamste Schutz gegen Krieg wie Krankheiten ist die Prävention: Wer sich rüstet, fit macht und trainiert, macht sich weniger angreifbar. Und da liefert die jetzt vorgestellte Studie der Deutschen Krankenhausgesellschaft wichtige Impulse.

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Gewiss, erstellt wurde sie auch mit dem politischen Ziel einer Lobbyarbeit, damit auch die Kliniken aus dem Sondervermögen bedacht werden mögen. Aber das macht die Diagnose ja nicht unrichtig.

Einst Bunker, heute Lagerraum. Künftig, so die Deutsche Krankenhausgesellschaft, sollte bei Klinikbauten eine mögliche Doppelfunktion von Schutzräumen mitgedacht werden.
Einst Bunker, heute Lagerraum. Künftig, so die Deutsche Krankenhausgesellschaft, sollte bei Klinikbauten eine mögliche Doppelfunktion von Schutzräumen mitgedacht werden. © WAZ FotoPool | Franziska Bombach

Kliniken müssen sich wirksam schützen. Davor, dass ihre Computersysteme gehackt werden, dass der Strom ausfällt und das Wasser verschmutzt ist und die Lieferketten für Medikamente und Laborbedarf brechen. Und leider auch vor Diebstahl und davor, dass in ihren Notaufnahmen randaliert wird. Dazu braucht es Russland noch gar nicht, dazu reichen mittlerweile die gewöhnlichen Unsicherheiten dieser Welt.

Krisen, Kriege und Katastrophen müssen mitgedacht werden

Und bei Klinikneu- und ausbauten Krisen, Krieg und Katastrophen mitzudenken, kann gewiss nicht schaden. Im Kampf gegen Corona hat sich gezeigt, wie wesentlich Flexibilität und Redundanz in allen Systemen helfen kann. Wie wichtig es ist, Partner zu haben und Netzwerke, um zu helfen.

Beruhigend zu wissen, dass sich erstaunlich viel Ressourcen beim pflegerischen und ärztlichen Personal wecken lässt, wenn Dokumentationspflichten auf das Notwendige reduziert werden. Bei der Studie meinten die Autoren: Als Rückfallebene könne man statt auf Elektronik auch auf Zettel und Papier zurückgreifen. Dass aus dem Zuhörerkreis zu hören war: „Da sind wir doch heute noch“, zeigt, dass ein wenig Aufrüstung Richtung Zukunft vielen Kliniken nicht schaden kann.