Ach, herrlich: Die Sonne scheint. Trotz noch kühler Temperaturen meldet sich da plötzlich dieses Gefühl: Sommer, Freiheit, Urlaub. Und dann kommen sie, die Erinnerungen. Leider nicht nur die guten.

Denn beim letzten Campingurlaub hat das Zelt schon beim Aufbau verdächtig gemufft. Spätestens als beim Küstensturm im sonst so muckelig-warmen Südfrankreich auch noch Regen ins Zelt kam, war klar: Dieser Urlaub stand unter keinem guten Stern.

Aber keine Sorge, das muss nicht so sein. Wer sein Zelt richtig vorbereitet und ihm nach dem Winterschlaf etwas Aufmerksamkeit schenkt, kann solche Camping-Katastrophen ganz einfach vermeiden.

Das Zelt nach dem Winter: ein Fall für die Rettung

Jetzt liegt es da: zusammengeknüllt wie ein Häufchen Elend in der hintersten Kellerecke. Beim Auspacken schlägt einem nicht nur dieser typische Kellergeruch entgegen, sondern aus dem schlampig gefalteten Stoff rieselt auch noch der letzte Rest Sand vom vergangenen Sommer.

Was letztes Jahr noch nach Urlaub und Freiheit roch, ist jetzt eine wilde Mischung aus Gestank, Dreck und Falten. Klingt schlimm? Das ist aber absolut reparabel.

Zelt reinigen: So säubern Sie Kunststoff- und Baumwollzelte richtig

Auch ein Zelt kann (und sollte!) gereinigt werden. Wichtig ist dabei, welches Material Sie vor sich haben:

Polyester- oder Nylonzelte (also Kunststoffzelte) lassen sich gut mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel reinigen. Bitte nicht schrubben wie beim Frühjahrsputz – ein weicher Schwamm oder Lappen reicht völlig. Baumwollzelte sind etwas anspruchsvoller. Hier empfiehlt sich ein spezieller Zeltreiniger, da sich Schmutz tiefer im Gewebe festsetzt.

Schnell und gründlich trocknen – sonst kommt der Muff zurück

Nach der Reinigung ist das gründliche Trocknen extrem wichtig. Im Urlaub hat sich Dreck gesammelt – der ist jetzt weg. Bleibt aber Feuchtigkeit im Stoff, drohen neuer Geruch oder sogar Schimmel.

Suchen Sie sich deshalb einen Platz, der warm und gut belüftet ist. Direkte pralle Sonne sollten Sie vermeiden, denn die kann das Material auf Dauer schädigen oder ausbleichen. Ähnlich wie bei empfindlicher Kleidung gilt: warm ja, brennend heiß nein.

Zelt imprägnieren: So bleibt das Material dauerhaft wasserdicht

Ist das Zelt sauber und komplett trocken, geht es an den nächsten Schritt: imprägnieren. Undichte Nähte oder Stoff, der Wasser aufsaugt wie ein Schwamm, möchte schließlich niemand.

Je nach Nutzung sollte ein Zelt ein- bis zweimal im Jahr imprägniert werden. Dafür können Sie:

  • ein normales Imprägnierspray für Schuhe und Jacken verwenden oder
  • ein spezielles Zelt-Imprägnierspray, das meist ergiebiger ist.
  • Breiten Sie das Zelt aus und sprühen Sie den Stoff gleichmäßig ein.

Ob eine neue Imprägnierung nötig ist, können Sie ganz einfach testen:

Bauen Sie das Zelt im Garten auf und spritzen Sie es mit dem Gartenschlauch oder einer Gießkanne ab. Perlt das Wasser sauber ab, ist alles gut. Zieht es ein, wird imprägniert. Der Vorteil: Ist das Zelt aufgebaut, lassen sich Schwachstellen besonders gezielt behandeln.

Für die Nähte gibt es spezielle Nahtdichter, die mit einem Pinsel aufgetragen werden. Auch hier gilt: gut trocknen lassen, bei Bedarf den Vorgang wiederholen.

Loch im Zelt? Kein Grund zur Panik

Beim gründlichen Reinigen fällt plötzlich ein Loch auf? Muss das Zelt jetzt entsorgt werden? Nein. Kleine Schäden lassen sich ganz einfach selbst reparieren:

Mit Kleber und Flicken, ähnlich wie bei einer Fahrradreparatur. Oft liegt ein Reparaturset sogar dem Zelt bei. Kleine Risse können genäht und anschließend mit Kleber versiegelt werden. Bereit für den nächsten Urlaub!