In der neuen Weltunordnung ist der selbstmörderische Bürgerkrieg im Sudan in der öffentlichen und veröffentlichten Wahrnehmung nur eine Randnotiz. Für 45 Millionen Menschen im drittgrößten Land Afrikas ist er seit drei Jahren grauenvoller Alltag.

Der Machtkampf zwischen Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und seinem früheren Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo hat das Land im Osten Afrikas nach einer hoffnungsvollen Phase des demokratischen Aufbruchs erneut ins Chaos gestürzt. Fast 12 Millionen Menschen sind auf der Flucht, zwei Drittel der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die von der Bundesregierung ausgerichtete Unterstützungs-Konferenz wirft ein Schlaglicht auf diesen verdrängten Konflikt. Deutschland als eines der größten Geberländer wird seine humanitäre Hilfe für den Sudan noch einmal um 20 Millionen Euro aufstocken.

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Sudan: Wer profitiert vom Krieg? Gold, Macht – und Hilfe
Im Krisenmodus
 

Auch in Zeiten, in denen die eigene Bevölkerung unter den Folgen der Kriege in Nahost oder der Ukraine ächzt, ist das kein Ausweis einer verschrobenen Weltsozialamts-Attitüde, sondern moralische wie realpolitische Notwendigkeit. Menschen in Not muss geholfen werden. Und wer Migrationsbewegungen abmildern will, hilft am besten heimatnah.

Noch wichtiger als humanitäre Hilfe ist aber politischer Druck auf diejenigen Länder, die den Krieg im Sudan mit Waffenlieferungen befeuern und im Gegenzug von sudanesischem Gold und anderen Exportgütern profitieren; Länder, von denen einige wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar, die Türkei oder Ägypten Verbündete Deutschlands sind.

Der Zustrom von Waffen muss reduziert, der Handel mit sudanesischem Blutgold sanktioniert werden. Ohne eine robust eingeforderte Befriedung des Konflikts wird die weltweit größte humanitäre Krise weiter eskalieren.