Ob Gandalf, Frodo oder Legolas – die Figuren des britischen Schriftstellers John Ronald Reuel Tolkien tummeln sich wieder in Geldern-Pont: Von Donnerstag, 28., bis Sonntag, 31. Mai, starten dort wieder die Tolkien-Tage. Die Veranstaltung rund um die Werke des britischen Schriftstellers ist die größte ihrer Art weltweit. Veranstalter Sebastian Richartz rechnet mit rund 17.000 Besuchern aus der ganzen Welt. „Die Leute reisen bis aus den USA, Kanada oder Neuseeland an“, sagt er. Natürlich stammt ein großer Teil auch aus direkter, internationaler Nachbarschaft. „Rund 20 Prozent unserer Gäste kommen aus den Niederlanden.“ Aber auch der Rest Europas ist gut vertreten: Herr-der-Ringe-Fans aus Spanien, Italien, Polen, Tschechien und Spanien kommen für das Event extra an den Niederrhein.
„Unser Ziel ist es, bei den Tolkien-Tagen alles unterzubringen, sodass alle Tolkien-Fans auf ihre Kosten kommen“, sagt Richartz. Deshalb wird das Lagerleben mit gewandeten Tolkien-Fans gezeigt, es gibt einen Bereich für die Anhänger der Trade-Card-Szene, aber auch wissenschaftliche Vorträge und Musik. „Was die Besucher interessiert, ist wirklich ganz unterschiedlich“, betont der Veranstalter. „Manche bleiben den ganzen Tag bei den Vorträgen, andere kommen extra wegen des Musikprogramms.“

Auftakt ist am Donnerstag wieder mit dem Open-Air-Kino. Zwischen Lagern, Fackeln und der besonderen Kulisse der Tolkien-Tage wird der Film „The Hobbit: An Unexpected Journey“ in der beliebten Extended Edition und in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln gezeigt. Einlass ist ab 19 Uhr.
Musiker aus Großbritannien kommen nach Pont
Am Freitag folgt einer der musikalischen Höhepunkte der Veranstaltung. Auf der Bühne stehen unter anderem die international bekannte Fantasy-Metal-Band Wind Rose, die Folk- und Fantasy-Formation Sagenbringer sowie der britische Komponist Paul Corfield Godfrey mit Musical Chapters from The Lord of the Rings. „Wir haben Musiker aus Wales und dem Rest Großbritanniens dabei. Sie bringen zum ersten Mal Lieder aus der Herr-der-Ringe-Oper auf die Bühne. Begleitet werden zehn Sänger ausschließlich mit Violine und Piano“, sagt Richartz. Ein weiterer Höhepunkt ist die Band Sagenbringer, deren neuer Song am Samstagabend erstmalig live gespielt wird. „Die Mischung aus Fantasy-Metal, Folk, orchestralen Elementen und der besonderen Atmosphäre der Tolkien-Tage macht den Konzertabend für viele Gäste zu einem der Höhepunkte des gesamten Wochenendes“, erklärt Richatz. Einlass ist ab 17.30 Uhr.
In diesem Jahr möchte das Veranstaltungsteam außerdem erneut ein besonderes Zeichen für die Dorfgemeinschaft setzen: Alle Bürgerinnen und Bürger aus Pont bekommen freien Eintritt am Konzertabend am Freitag. „Es gibt rund 2000 Bürger in Pont, und selbst, wenn alle kommen, haben wir genug Luft“, weiß der Veranstalter. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Anwohnerschaft entlang der Verkehrsführung eingeladen. „Das ist sehr gut angenommen worden. Deshalb haben wir entschieden, das Angebot auf alle Menschen in Pont auszuweiten.“ Die Ponter können am Freitagabend einfach mit ihrem Personalausweis zur Kasse kommen. Als Nachweis genügt eine Adresse innerhalb der Ortschaft Pont. „Wir haben übrigens auch viele Ponter Vereine dabei, die bei den Tolkien-Tagen ihre Vereinskassen aufbessern“, erzählt Richartz.

„Was die Tolkien-Tage auch auszeichnet, ist das besondere Engagement der Ehrenamtlichen. Wir haben rund 400 Helfer dabei, die sich teilweise bis zu drei Wochen Urlaub nehmen, um bei der Veranstaltung helfen zu können“, erklärt Richartz. „Ohne die wäre das alles gar nicht möglich.“ Die Auflagen vonseiten des Tolkien Estates, das das Eigentum sowie die Urheberrechte der Werke verwaltet, sind streng. „Aber es steht den Tolkien-Tagen auch sehr wohlwollend gegenüber. Es muss jedoch eine Non-Profit-Veranstaltung bleiben“, erklärt der Veranstalter.
Maximum an Besuchern am Wochenende erwartet
Auch in diesem Jahr zeichnet sich wieder ein hohes Besucheraufkommen ab. „Wir werden Samstag und Sonntag jeweils 5000 Leute auf dem Gelände haben“, sagt Richartz. „Das ist wirklich das Maximum, und darüber hinaus macht es auch keinen Spaß mehr.“ Die beiden Wochenendtage sind bereits ausverkauft. An beiden Tagen wird es keine Tageskasse geben. Mit rund 17.000 Besuchern in diesem sowie im vergangenen Jahr seien die Kapazitäten der Tolkien-Tage laut Veranstalter ausgeschöpft: „Über 17.000 Besucher werden wir nie kommen. Wir nähern uns zunehmend dem Maximum an.“
Das Veranstaltungsteam bittet deshalb ausdrücklich darum, am Samstag und Sonntag nur dann zum Veranstaltungsgelände anzureisen, wenn bereits vorab ein gültiges Ticket erworben wurde. Ohne Ticket ist kein Zutritt möglich, und vor Ort können keine zusätzlichen Eintrittskarten angeboten werden. „Den Ärger, nach Geldern zu fahren, um dann wieder umdrehen zu müssen, den kann man sich sparen“, sagt Richartz. Wer die besondere Atmosphäre der Tolkien-Tage dennoch erleben möchte, hat aktuell noch die Möglichkeit, Tickets für Donnerstag und Freitag zu bekommen. Für die beiden Tage wird es nach aktuellem Stand außerdem eine Abendkasse geben, solange noch Kapazitäten verfügbar sind.
Die Tolkien-Tage in Geldern-Pont
Die Tolkien-Tage werden von der Deutschen Tolkien Gesellschaft e. V. seit 2009 in Geldern-Pont durchgeführt. Was mit einem Budget von 200 Euro begann, ist heute eine internationale Großveranstaltung, die nach wie vor vollständig ehrenamtlich organisiert und getragen wird. Weitere Informationen, das ausführliche Programm sowie Tickets gibt es auf der offiziellen Website: www.tolkientag.de
Im vergangenen Jahr hatte die Tolkien-Gesellschaft bereits nach einem neuen Standort für das Fest gesucht. „Wir sind weiterhin auf der Suche nach einer Alternative zum jetzigen Veranstaltungsort“, erklärt Richartz. Ziel ist es, ein Gelände zu finden, auf dem dauerhaft Kulissen und andere Requisiten gelagert werden können. „Derzeit nutzen wir landwirtschaftliche Flächen, auf denen nichts stehenbleiben darf. Wir haben die Hoffnung, dass wir Flächen mit besseren Bedingungen finden. Unser Ziel ist es aber in jedem Fall in Geldern zu bleiben“, sagt er.


