Die Krankheit führt zu Lähmungen und häufig auch zum Tod. Aktuell sterben in den städtischen Parkgewässern in Mönchengladbach „auffällig viele Wasservögel“, erklärt die Stadt und vermutet dahinter die Krankheit Vogelbotulismus. Finale Laborergebnisse stehen aktuell noch aus. Besonders betroffen sei das Umfeld der Schlossteiche Wickrath. Vogelbotulismus ist eine Krankheit, die durch das Bakterium Clostridium botulinum ausgelöst wird und für die Vögel häufig tödlich endet.
Grund für den Verdacht seien die aktuell herrschenden optimalen Bedingungen für die Ausbreitung des Bakteriums. Ausbrüche von Vogelbotulismus kommen vor allem in nährstoffreichen Gewässern während langer Hitzeperioden vor. „Die aktuelle Hitze lässt Wasserstände sinken und erwärmt die Gewässer“, erklärt die Stadt. Gleichzeitig erhöhen Essensreste im Wasser den Nährstoffeintrag und begünstigen das Wachstum der Botulismus-Bakterien.
Vogelbotulismus breitet sich seit 1971 an deutschen Gewässern aus
Wie der NABU mitteilt, wurden die ersten größeren Ausbrüche und Todesfälle in Deutschland ab 1971 in kleineren Binnengewässern registriert. Bereits in den vergangenen Jahren hat es in unserer Region Fälle von Botulismus gegeben. So etwa im Sommer 2020 in Düsseldorf, als das Bakterium sieben Stockenten und zwei Schwäne dahinraffte und vier weitere Stockenten an Botulismus erkrankten.
Auch interessant
Die harmlosen Dauerstadien der Bakterien seien weit verbreitet, könnten sich jedoch unter sauerstofffreien Bedingungen und bei hohen Temperaturen gut entwickeln und produzierten dann ein hochgiftiges Stoffwechselprodukt. Besonders betroffen von dem Botulismus sind Wasservögel, die in schlammigen und schlickhaltigen Bereichen die vergiftete Nahrung zu sich nehmen.
Botulismus in Mönchengladbach? Worauf Spaziergänger und Hundehalter achten sollten
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, bittet die Stadt Mönchengladbach nun darum, auf das Füttern strikt zu verzichten. „Auch unabhängig von der aktuellen Situation brauchen die Tiere kein Zusatzfutter. Vielmehr werden sie regelmäßig krank davon.“
Auch interessant
Verstorbene oder erkrankte Tiere sollten keinesfalls berührt oder selbstständig entnommen werden. Hunde sind von den Tieren fernzuhalten. In den betroffenen Bereichen gelte generell eine Leinenpflicht. „Und es ist unbedingt darauf zu achten, dass Tiere nichts aus den Gewässern aufnehmen.“ Für Menschen und Haustiere bestehe keine Gefahr, wenn die Verhaltensregeln eingehalten werden, erklärt die Stadt.
Aktuell würden die verendeten Tiere in Laboren tierseuchenmedizinisch untersucht, um weitere Ursachen auszuschließen.





