Bei Ausgrabungen im norwegischen Tønsberg stießen Archäologinnen und Archäologen vor etwa 100 Jahren auf ein nahezu unversehrtes Wikingerschiff. Im Inneren entdecken sie die Überreste zweier Frauen – aufwendig bestattet und begleitet von erstaunlichen Grabbeigaben. Besonders ein kleines, aber aufwendig gewebtes Artefakt wirft bis heute Fragen auf, die das Bild der Wikingerwelt in neuem Licht erscheinen lassen.
Archäologen staunen: Was ein Teppich aus dem Jahr 834 n. Chr. erzählt
Das sogenannte Oseberg-Schiff stammt aus dem Jahr 834 n. Chr. und gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen Nordeuropas. Das aus Eiche geschnitzte Grabschiff war außergewöhnlich gut erhalten und enthielt eine Vielzahl an Beigaben, die auf den hohen sozialen Status der bestatteten Frauen hindeuten, berichtet „Live Science“.
Besonders faszinierend ist das Fragment eines Wandteppichs, das aus Wolle, Flachs und Seide gefertigt wurde. Es misst heute nur noch 16 mal 23 Zentimeter, war aber möglicherweise Teil eines viel größeren Stücks. Die auf dem Textil gezeigten Szenen sind schwer zu entschlüsseln, deuten aber laut Experten auf eine rituelle Handlung oder einen Trauerzug hin – mit Wagen, bewaffneten Figuren und einem markanten Baum, möglicherweise Yggdrasill, dem Weltenbaum der nordischen Mythologie.
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Aussehen der Wikinger: Welches Detail auf dem Wandteppich die Forscher am meisten verblüfft
Internationale Aufmerksamkeit erhielt das Fragment, weil es eine Figur mit einem gehörnten Helm zeigt – eine Darstellung, die der modernen Vorstellung vom Wikinger entspricht, aber bislang als historisch unzutreffend galt. Archäologisch sind solche Helme kaum belegt. Doch das Oseberg-Textil lässt vermuten, dass solche Ausrüstungen – zumindest symbolisch oder zeremoniell – existiert haben könnten.
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Heute lagern die Überreste des Wandteppichs im Wikingermuseum in Oslo. Wissenschaftler arbeiten daran, das Textil digital zu rekonstruieren. Das Ziel ist, die Vergangenheit mithilfe modernster Technik zum Leben zu erwecken – und vielleicht eines Tages das gesamte Bild zu enthüllen.






