In Thalheim bei Wels wurde auf dem Reinberg ein römischer Villenkomplex freigelegt, der mit drei außergewöhnlich gut erhaltenen Mosaiken neue Einblicke in die Geschichte des Alpenraums bietet. Seit 2023 läuft die Grabung – und gilt schon jetzt als archäologische Sensation für Oberösterreich.

Antikes Ovilava: Welche sensationellen Funde die Forscher unweit des heutigen Wels freilegten

Die Ausgrabungsstätte thront über dem antiken Ovilava, dem heutigen Wels. In der Kaiserzeit trug die Stadt den Titel Colonia Aurelia Antoniana Ovilabis und war das administrative Zentrum der römischen Provinz Noricum Ripensis. Der Fundort erlaubt also nicht nur einen Blick auf römische Wohnkultur, sondern verankert diese in einem bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Kontext der Antike.

Die entdeckten Mosaikböden erzählen auf eindrucksvolle Weise vom Leben und Geschmack der damaligen Oberschicht. Das Highlight sind zwei Delfine, die durch stilisierte Wellen gleiten. Es stellt ein Motiv dar, das in dieser Region bislang kaum dokumentiert ist. Ein weiteres Mosaik zeigt einen detailreich gestalteten Krater, ein Mischgefäß für Wein, dessen feine Linien und verspielte Henkel die hohe Kunstfertigkeit der damaligen Handwerker unterstreichen.

Das dritte Mosaik, noch nicht vollständig freigelegt, begeistert durch geometrische Muster und perfekte Symmetrie, die als Ausdruck ästhetischer Prinzipien, bis heute beeindrucken.

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Ausgrabungen in Oberösterreich: Zeugnisse der Romanisierung und des gehobenen Lebensstils

Die faszinierenden Mosaike werden von Forschern auf das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert und bieten mehr als künstlerischen Genuss. Sie sind Belege für die fortgeschrittene Romanisierung der Region und werfen ein neues Licht auf den gehobenen Lebensstil in der Provinz Noricum. Der Villenkomplex wird einer wohlhabenden römischen Familie zugeschrieben – ein Indiz dafür, wie tief römische Kultur in der Region verankert war.

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Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer zeigte sich beeindruckt: „Die Thalheimer Mosaike zeigen einmal mehr, welch wunderbare Kulturschätze unser Land birgt.“ Die Zusammenarbeit zwischen der OÖ Landes-Kultur GmbH und der Universität Salzburg gelte als beispielhaft für moderne Grabungsarbeit in Österreich, heißt es in der Erklärung.

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Thalheimer Mosaike: Welcher Schritt nach der Erstpräsentation der Werke folgt

Bereits im Juni wurden die Mosaike erstmals der Öffentlichkeit präsentiert – im Rahmen eines „Tages der offenen Grabung“. In Zukunft sollen die Mosaike Teil der neuen Archäologie-Ausstellung im Schlossmuseum Linz werden.