In Norddeutschland entdeckte ein Hobby-Sondengänger kürzlich einen rund 1000 Jahre alten Hortfund von außergewöhnlicher archäologischer Bedeutung. Der Fund umfasst mehrere kostbare Artefakte, die der Wikingerzeit zugeordnet werden können. Besonders ein herausragendes Stück aus der Sammlung weckt das Interesse der Wissenschaft.
Sensationelle Entdeckung an der Ostseeküste: Sondengänger stößt auf erstaunlichen Wikingerschatz
Der Fund wurde von Arjen Spießwinkel gemacht, einem Mitglied einer ehrenamtlichen Detektorgruppe in Schleswig-Holstein. Die Mitglieder dieser Gruppe absolvieren vor ihrer Tätigkeit einen mehrtägigen Lehrgang mit abschließender Prüfung, um fundierte Kenntnisse in der Bodendenkmalpflege zu erlangen. Spießwinkel, der bereits mehrfach durch archäologische Funde bekannt geworden ist, war in der Nähe der Schlei unterwegs, einem Nebenarm der Ostsee. In unmittelbarer Nähe zur frühmittelalterlichen Handelsmetropole Haithabu stieß er auf den außergewöhnlichen Hort und informierte umgehend das zuständige Landesamt.
Der rund 1000 Jahre alte Schatz umfasst etwa 200 Objekte von großem kulturhistorischem Wert, darunter arabische Dirham-Münzen, Silberbarren sowie ein bemerkenswerter Anhänger, der wahlweise als christliches Kreuz oder als unvollendeter Thorshammer interpretiert werden könnte. Neben diesen zentralen Objekten fanden sich im Fundkontext auch Hacksilber, fragmentierte Silberstücke, die in der Wikingerzeit nach Gewicht als Zahlungsmittel dienten, sowie eine Tonscherbe und ein Schleifstein, der möglicherweise auf eine bislang unbekannte nahegelegene Siedlungsstruktur hinweist.
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Anhänger gibt Rätsel auf: Handelt es sich um ein Kreuz oder einen Thorshammer?
Sollte es sich bei dem fraglichen Anhänger um ein Kreuz handeln, so könnte er ein frühes Zeugnis der beginnenden Christianisierung im Raum Haithabu darstellen. Darauf weist Birte Anspach, Sprecherin des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein, hin: Der Fund könnte demnach als Indiz für die allmähliche Ausbreitung des Christentums in der Region interpretiert werden.

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Der Hort wurde nahe Haithabu entdeckt, einem bedeutenden maritimen Handelszentrum der Wikingerzeit (ca. 793–1066 n. Chr.). Die Einführung des Christentums in diesem Gebiet setzte im 9. Jahrhundert ein, insbesondere durch die Missionsreisen des Heiligen Ansgar. Dennoch betont Anspach, dass die religiöse Transformation kein abrupter Bruch war: „Es war nicht so, dass Ansgar kam – und plötzlich wandten sich alle von den alten Göttern ab und folgten dem christlichen Glauben.“ Vielmehr handelte es sich um einen langwierigen Wandel, der sich über mehrere Generationen vollzog.
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Mjölnir als Kettenanhänger: ein Göttersymbol der Wikinger als Zeichen des Widerstands
Tatsächlich blieben weite Teile der Bevölkerung im Umland Haithabus über Jahrhunderte dem heidnischen Glauben treu. Dennoch deuten einzelne christliche Symbole, die archäologisch in zeitgleichen Gräbern nachgewiesen wurden, auf individuelle Konversionen hin. Der nun gefundene Anhänger könnte somit einem frühen Konvertiten gehört haben. Bemerkenswert ist die Anbringung der Öse: Sie befindet sich am längeren Arm des Kreuzes, wodurch das Stück beim Tragen kopfüber hängen würde, ein Umstand, der auf eine unsichere oder experimentelle ikonografische Phase hinweisen könnte.
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Alternativ besteht auch die Möglichkeit, dass es sich bei dem Fundstück um einen unvollendeten Thorshammer handelt. Solche Anhänger wurden zur Zeit der Christianisierung Skandinaviens häufig getragen, um die Zugehörigkeit zur altnordischen Glaubenswelt zu betonen. In der nordischen Mythologie ist der Hammer Mjölnir ein von Zwergen gefertigtes göttliches Werkzeug, das von Thor im Kampf gegen die Riesen verwendet wurde. Anhänger in Form von Thorshämmern symbolisierten daher nicht nur religiöse Identität, sondern auch Widerstand gegen die kulturelle Dominanz des Christentums.







