1860 grub ein Bauer in der Mittelslowakei eine goldene Krone aus, die von byzantinischer Herkunft zu sein scheint. Die Krone gehört zu den wenigen erhaltenen Exemplaren dieser Art und hat seit ihrer Entdeckung zahlreiche Forscherinnen und Forscher beschäftigt. Besonders die Frage, ob sie einst dem byzantinischen Kaiser Konstantin IX. Monomachos gehörte, sorgt weiterhin für Spekulationen und Unklarheit.
Vermeintliche Monomachos-Krone: Artefakt als Zeugnis geteilter Herrschaft
Die Monomachos-Krone in der Sammlung des Ungarischen Nationalmuseums in Budapest besteht aus sieben Goldplatten, die mit kunstvollen Emaille-Verzierungen versehen sind. Die größte dieser Platten zeigt Konstantin IX. (1000 bis 1055 n. Chr.) in einer majestätischen Haltung: In der rechten Hand hält er eine Kavalleriestandarte, in der linken eine purpurne Seidenrolle – beides Symbole seiner imperialen Macht. Auf der Mittelplatte befindet sich eine griechische Inschrift: „Konstantin, Kaiser der Römer, der Monomachos.“
Die Krone zeigt jedoch nicht nur den Kaiser, sondern auch die beiden Frauen, mit denen er das byzantinische Reich teilte: seine Ehefrau, Kaiserin Zoë, und ihre Schwester, Kaiserin Theodora. Beide werden in der Darstellung als „höchst fromm“ bezeichnet.

Mehr als Schmuck: die besondere Symbolik und Struktur der Krone
Neben den Abbildungen von Konstantin IX., Zoë und Theodora befinden sich auf der Krone auch Tafeln mit Darstellungen von Tänzerinnen sowie Symbolen der Tugenden Gerechtigkeit und Demut. Diese künstlerischen Elemente könnten die Ideale widerspiegeln, die die byzantinische Regierung unter Konstantin und seinen Mitregentinnen verkörperte.
Die symmetrischen Löcher an den Seiten der Goldplatten deuten zudem darauf hin, dass die Krone ursprünglich nicht als eigenständiges Schmuckstück, sondern als Teil einer größeren Kopfbedeckung gedacht war, die möglicherweise an einer Stoffkappe befestigt wurde.
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Echt oder Fälschung? Die Kontroverse um den Kronenfund in der Region Nitra
Jedoch sorgt das Artefakt für Diskussionen in der Forschungswelt: 1994 erklärte der Byzantinist Nikolaos Oikonomides die Krone für eine Fälschung aus dem 19. Jahrhundert. Seine Argumente: untypische Kleidung, fehlerhafte Inschriften und der Fundort fernab von Konstantinopel. Der ungarische Kunsthistoriker Etele Kiss widersprach dem deutlich. Er verwies auf stilistische Parallelen zu echter byzantinischer Kunst, erklärte die Inschriftenfehler mit veränderter Aussprache und vermutete, die Krone sei als diplomatisches Geschenk in die Region Nitra gelangt.
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Die Monomachos-Krone ist eines von nur drei heute noch erhaltenen byzantinischen Kroninsignien. Doch Herkunft, Funktion und Bedeutung sind noch nicht abschließend geklärt. Weitere Forschungen sind notwendig, um ihr Geheimnis endgültig zu lüften.






