Honigbienen sind unersetzlich für die Landwirtschaft, sie bestäuben rund 70 Prozent der wichtigsten Kulturpflanzen weltweit. Also Pflanzen, die von Menschen gezielt angebaut, gepflegt und gezüchtet werden, um als Nahrungsmittel, Zierpflanzen oder zur Gewinnung von Rohstoffen zu dienen. Doch die Tiere stehen unter Druck: Monotone Agrarlandschaften, Klimawandel und schwindende Blütenvielfalt führen dazu, dass Bienenvölker immer öfter an Nährstoffmangel leiden. Nun berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von einem Durchbruch, der den Insekten helfen könnte.
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Ein Forschungsteam um die Biologin Geraldine Wright von der Universität Oxford hat ein neuartiges Nahrungsergänzungsmittel für Bienen entwickelt, das auf gentechnisch veränderter Hefe basiert. Diese Hefe produziert sogenannte Sterole – lebenswichtige Lipide, die Bienen normalerweise nur über Pollen aufnehmen. Da herkömmliche Ersatzfutter aus Zucker, Eiweißmehlen und Ölen diese Nährstoffe nicht enthalten, konnten sie bislang die Entwicklung der Kolonien nicht sichern.
Futter zeigt bereits bemerkenswerte Ergebnisse
In mehrmonatigen Versuchen zeigte das neue Futter bemerkenswerte Ergebnisse: Völker, die mit der optimierten Mischung versorgt wurden, zogen bis zu 15 Mal mehr Jungbienen groß, die das Puppenstadium erreichten, als Vergleichsgruppen ohne die Zusatzstoffe. Zudem blieben die Arbeiterinnen länger in der Brutpflege aktiv. Auch die Zusammensetzung der Larven wies dieselben Sterole auf wie bei Bienen, die sich von natürlichem Pollen ernährten, ein Hinweis darauf, dass die Tiere den Nährstoff erfolgreich an den Nachwuchs weitergeben.
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Die Forscher hoffen, dass die neue Futtertechnologie nicht nur Honigbienen, sondern auch wildlebenden Bestäubern zugutekommen könnte. Da die hohe Zahl an gehaltenen Bienenvölkern häufig den Druck auf Wildbienen erhöht, könnte ein nahrhafter Ersatzpollen die Konkurrenz um knappe Blütenressourcen verringern.
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Fachleute warnen vor überzogenen Erwartungen
Dennoch warnen Fachleute vor überzogenen Erwartungen. Noch immer bedrohen Habitatverlust, Pestizide und Klimaveränderungen die Bienen.
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Bevor das Ergänzungsfutter in größerem Maßstab verfügbar sein könnte, seien weitere Praxistests nötig, so die Forscher. Sollte sich die Wirkung bestätigen, könnte es in wenigen Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt werden und damit helfen, die Bestäubungssicherheit für viele Nutzpflanzen zu sichern.








