Seit dem Abend des 3. Mai 2007 ist für Kate und Gerald McCann aus Rothley in Großbritannien alles anders. Gemeinsam mit ihrer fast vierjährigen Tochter Madeleine und den zweijährigen Zwillingen war das Ärztepaar im Urlaub an der portugiesischen Algarve unterwegs. Im Urlaubsort Praia da Luz ist die britische Familie gemeinsam mit befreundeten Paaren und deren Kindern in einer Ferienanlage untergebracht. An jenem Abend aßen die Erwachsenen im „Ocean Club“ zusammen – die Kinder schliefen keine 200 Meter weit von ihnen entfernt. Gegen 22 Uhr schrie die Familienmutter „They have got her, they have got her“ (Sie haben sie, sie haben sie).

Maddies Eltern: Erst der Schock, dann TV-Auftritte

Madeleine, weltweit von den Medien auch als Maddie benannt, wurde beim halbstündigen Kontrollgang der Eltern nicht mehr aufgefunden. Kate sagte nach mehreren Medienberichten zufolge aus, dass sie eine weit geöffnete Kinderschlafzimmertür vorfand. Ihr Kuscheltier sei anstatt im Bett in einem Regal gelandet und bei einem verschlossenen Fenster seien die Jalousien hochgezogen worden.

Keine halbe Stunde nach dem Schreck suchten bereits über 100 Hotelgäste nach dem fast vierjährigen Mädchen. Freunde der Familie dachten, sie hätten die Terrassentür offen gelassen und das kleine Mädchen sei von selbst verschwunden. Innerhalb von einer Woche durchsuchte die Polizei in Praia da Luz 500 Wohnungen, drei Briten wurden vorläufig festgenommen. Bei Maddies Eltern liegen die Nerven blank, ihre Mutter tritt in vielen Fernsehsendungen auf und fleht die Entführer an, sie freizulassen.

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Eine internationale Suchkampagne startete am Tag nach der Entführung. Der Appell der McCann-Familie fand Gehör, die Bevölkerung am Ort des Verschwindens sollte die Suche unterstützen. Britische Zeitungen druckten Fotos von Maddie auf ihren Titelseiten, Stars wie David Beckham und Cristiano Ronaldo unterstützen den Appell. Die Regierung Großbritanniens stellte der Familie sogar einen Medienberater und Kampagnenmanager zur Seite.

Die portugiesische Polizei verdächtigt Maddies Eltern

Im September 2007 geraten Maddies Eltern Kate und Gerald selbst in den Verdacht, für das Verschwinden ihrer Tochter verantwortlich zu sein. Die Medien weltweit berichten, dass die portugiesische Polizei von einem Unglücksfall ausgehe und die Eltern die Leiche ihrer Tochter selbst verschwinden lassen haben – 2008 wurden die Ermittlungen in diese Richtung eingestellt, da es keine Beweise dafür gegeben hat.

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Im Jahr 2009 kocht der Fall erneut auf. Eine Gruppe aus ehemaligen Fahndern von Scotland Yard macht sich im Auftrag der McCanns auf die Suche nach dem Mädchen. Das Ehepaar ist im US-Fernsehen bei Oprah Winfrey zu Gast und wendet sich erneut vor einem Millionenpublikum an den möglichen Entführer aus Praia da Luz.

Bis heute bleibt der Fall Maddie ungeklärt. Über die Jahre hinweg werden immer wieder Suchaktionen gestartet, bei denen unter anderem alte Grundstücke an der Algarveküste umgegraben worden sind. Manche Ermittler haben das Mädchen längst für tot erklärt, andere haben auch nach 18 Jahren Ungewissheit immer noch Hoffnung, dass Madeleine lebt.