Archäologische Funde in Rumänien haben die Überreste eines persönlichen Schatzes einer römischen Adelsfamilie zutage gefördert, deren Haus offenbar im Zuge eines Brandes zerstört wurde. Diese Entdeckung liefert bedeutende Erkenntnisse über die Kultur und das gesellschaftliche Leben in der römischen Epoche der Region.
Bedeutender archäologischer Fund in der Stadt Histria
Histria, in den antiken Quellen auch als Istria, Istros oder Istropolis bezeichnet, war eine bedeutende griechische Metropole an der westlichen Küste des Schwarzen Meeres. Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde die Stadt in das Römische Reich eingegliedert und der Provinz Moesia inferior (Niedermösien) zugeordnet.
Seit 1914 werden in Histria systematische archäologische Ausgrabungen durchgeführt, bei denen unter anderem römische und byzantinische Baustrukturen freigelegt wurden. Trotz dieser über ein Jahrhundert andauernden Forschungen ist ein Großteil des etwa 60 Hektar umfassenden Stadtareals bislang unerforscht geblieben. Jüngste Grabungsfunde eröffnen nun neue und aufschlussreiche Perspektiven auf die römische Besiedlungsgeschichte der Region.
Wertvolle Überreste eines römischen Schatzes entdeckt
Archäologen haben in den Überresten eines niedergebrannten Hauses in Histria einen außergewöhnlichen Schatz entdeckt. Die Funde, die mehr als 40 Münzen sowie verschiedene Metallornamente umfassen, datieren in die römische Epoche und gehörten vermutlich vor etwa 1.900 Jahren einer wohlhabenden Familie. Während des Brandes schmolzen die Edelmetalle und verschmolzen miteinander, wobei sie die Form der Holzkiste beibehielten, in der sie ursprünglich aufbewahrt wurden. Bemerkenswerterweise haben die Münzen trotz jahrhundertelanger Korrosion ihre runde Gestalt bewahrt.
Besonders lesenswert: Römische Bauwerke - Forscher lüften 2000 Jahre altes Geheimnis
Neben diesen Objekten wurden in derselben Schicht auch Keramikgefäße, Inschriften sowie Artefakte aus Bronze, Eisen, Glas und Stein freigelegt. Die Entdeckung, geleitet vom Nationalmuseum für Geschichte Rumäniens, liefert wertvolle Einblicke in die materielle Kultur und die römische Besiedlungsgeschichte der Region, in der Histria, einst eine griechische Kolonie, seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. Teil des Römischen Reiches war.
Spannende Achäologie-Artikel – für Sie recherchiert
Rekonstruktion des römischen Lebens in der Region
Das ausgegrabene Wohnhaus in Histria wird in den Quellen als besonders repräsentativ beschrieben: Kalksteinpflaster und bemalte Gipswände deuten auf die Zugehörigkeit zu einer wohlhabenden Adelsfamilie hin. Die darin entdeckten Artefakte werden vorläufig in das 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr. datiert, eine Epoche des Römischen Reiches, die als Prinzipat bezeichnet wird. Diese Phase, eingeleitet durch die Herrschaft von Herrschaft von Augustus im Jahr 27 v. Chr. und bis 284 n. Chr. andauernd, war geprägt durch die Konzentration kaiserlicher Macht bei gleichzeitiger Bewahrung republikanischer Strukturen.
Die Funde gelten als bedeutende Zeugnisse zur Rekonstruktion des städtischen Lebens im römischen Histria. Neben dem niedergebrannten Wohnhaus tragen auch weitere Funde, darunter Straßenzüge, Wasserleitungen und ein Ofen, zur Rekonstruktion des urbanen Gefüges bei und ermöglichen wertvolle Einblicke in die Organisation und Infrastruktur der Siedlung.
- Aktuelle Nachrichten aufs Handy? Hier geht es zur neuen WAZ-News-App – für Android und iOS.
- Die WAZ auch bei Social Media – ob WhatsApp, Instagram oder Facebook.
- Sie mögen den Tag kompakt zusammengefasst? Dann sind Sie beim täglichen WAZ-Newsletter richtig – hier entlang.
Die geborgenen Artefakte wurden in die Sammlungen des Nationalmuseums für Geschichte Rumäniens überführt, wo sie derzeit untersucht, restauriert und konserviert werden. Ein Termin für ihre öffentliche Präsentation wurde bislang nicht bekannt gegeben.





