Wie ein alter Couchsessel wirkt Stefan Raabs zweiter Abend in der Primetime auf „RTL“. Mit der Stulle in der Hand scheint er nach der „Tagesschau“ einfach in seinem Chefsessel zu fläzen. Das Leder ist schon abgewetzt, die Polsterung durchgesessen. Eigentlich müsste der Sessel längst weg. Der einzige Grund, warum er noch hier ist? Nostalgie.

Andere TV-Shows: Joko und Klaas zeigen, wie 15 Minuten auch gehen 

Dabei ließe sich diese Viertelstunde Primetime so viel sinnvoller nutzen. Zwei ehemalige Kollegen von Raab machen es regelmäßig vor: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Neben Quatsch und Pusteblumen haben sie die bei „Joko und Klaas gegen ProSieben“ gewonnenen 15 Minuten für „Männerwelten“, eine Schatzsuche oder die große „Sendezeit-Verschenkung“ genutzt. Wo ist also Raabs Pioniergeist geblieben? Immerhin war er doch der Initiator von Wok-WM und Turmspringen. Viele seiner ehemaligen Shows gibt es immer noch – nur halt ohne ihn.

Doch zurück zur „neuen“ Show. Die „Stefan-Raab-Show“ startet wieder im klassischen Late-Night-Modus. „Freche Fragen“ an Zuschauende – „Was verdienen Sie?“, fragt Raab eine junge Frau. Für ihre Ehrlichkeit – 2500 Euro – kassiert sie 250 Euro. Immerhin.

Für mehr als Ficki-Ficki-Humor reicht es bei Stefan Raab heut nicht

„Auch wenn du Chef von RTL bist, musst du diesen Ausschnitt zensiert zeigen.“ Dort sei nämlich ein nackter Penis zu sehen. So kündigt Stefan Raab seine Vorschau aufs RTL-Programm an. Das Wort Penis spricht er dabei aber nicht aus, sondern nuschelt es weg. „Um diese Uhrzeit ist es verboten, den Clip unzensiert zu zeigen.“ Erst ab 22 Uhr ginge das im TV, online jederzeit. „Fragen Sie mich nicht nach der Logik“, beschwert sich Raab und drückt auf Play.

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Gestern „GZSZ“, heute „Sommerhaus“. Wir sehen einen Silva Gonzalez, der gerade duschen war. Und recht ungeniert seinen Schniedelwutz von links nach rechts hüpfen lässt. Als Zensur dient eine Comiczeichnung mit einem sehr langen, rosa-apricotfarbenen Gemächt. Inhaltlich passiert nicht mehr. Nur Raab, der schließlich auf sein Tablet haut, buzzert und einen Bill Kaulitz aktiviert, der sagt: „Bah, ekelhaft“.

Und Raab, der nachschießt: „Ohne meine Brille dachte ich: Was macht denn Elton da?“ Keine Sekunde später kommt der schlecht gelaunt um die Ecke und zieht wieder von dannen.

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Es folgen weitere Clips. Raab fährt in die Waschstraße, bestellt Sauce Hollandaise bei Burger King, nur Saucen bei McDonalds. Die Nuggets hat er ja schon von Burger King. Weder Sinn- noch Humorebene erschließen sich.

Stefan Raab teilt aus: Hohn und Ähre für Kai Pflaume 

Auch Kai Pflaume muss wieder herhalten. „Ich habe eine Frage an euch: Was bin ich? Eine …“, zitiert Raab dessen Story und liest die Kommentare darunter vor: „Eine Person, die die Ernte niedertrampelt“, „Kai, bitte keine Lösungsmittel mehr schnüffeln“, „Nervensäge“, „Ein Lappen“. Raab lacht, als hätte er das Internet gerade erst entdeckt. Welcome, Opi.

Zum Schluss kehrt er noch einmal ins „Sommerhaus“ zurück. Raab verrät uns sein Favoritenpaar: Dennis und Tara. Grund: Dennis’ Borat-Anzug. Und wer dachte, morgen würden wir das Humorlevel heben und den Fickificki-Humor hinter uns lassen? Weit gefehlt: „Morgen wird’s ganz speziell. Morgen haben wir eine große Kunstaktion vor gegen das Penispatriarchat. Viel Spaß mit den Assis.“