Im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte sind zahlreiche bedeutende Hafenstädte der Antike im Mittelmeer versunken. Jüngst gelang es Archäologen, einen bemerkenswerten Fund zu machen. Sie konnten den Hafen einer solchen untergegangenen Stadt lokalisieren, in dem wertvolle Artefakte erhalten geblieben sind.
Die im Mittelmeer versunkene Tempelstadt
Taposiris Magna war eine bedeutende Hafen- und Kultstadt westlich von Alexandria, die in der Ptolemäerzeit eine zentrale Rolle im maritimen und religiösen Gefüge Ägyptens einnahm. Neben seiner Funktion als Handels- und Umschlagplatz beherbergte die Stadt eindrucksvolle Heiligtümer, darunter einen Tempel, der vermutlich der Göttin Isis geweiht war und auf die enge Verbindung zwischen griechischer und ägyptischer Tradition verweist.
Gemeinsam mit Thonis Herakleion zählte Taposiris Magna zu den Schlüsselhäfen der Region, die den Austausch von Gütern, Menschen und kulturellen Einflüssen ermöglichten. Doch bereits in der Antike setzten geologische Veränderungen und steigende Wasserstände den Städten zu. Ganze Stadtteile sanken ab und verschwanden schließlich unter den Fluten des Mittelmeers. Erst rund 2000 Jahre später gelang es Unterwasserarchäologen, die Überreste dieser versunkenen Welt aufzuspüren. Seither geben die Ruinen am Meeresgrund faszinierende Einblicke in Wirtschaft, Religion und Alltagsleben des hellenistisch-römischen Ägyptens.
Ägypten: Forscher entdecken antikes Hafenbecken unter Wasser
Ein Forschungsteam konnte jüngst den lange vermuteten Hafen der antiken Küstensiedlung Taposiris Magna lokalisieren, ein Fund von erheblicher wissenschaftlicher Relevanz, da bislang keinerlei schriftliche Hinweise auf eine Hafenanlage an dieser Stelle vorlagen. Nach Angaben der ägyptischen Antikenbehörde diente das innere Hafenbecken in der Antike als geschützter Anlegeplatz, der durch vorgelagerte Korallenriffe vor den Strömungen des Mittelmeers gesichert war.
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Bei den Untersuchungen stießen die Archäologen auf eine Vielzahl von Artefakten, darunter steinerne und metallene Anker sowie Amphoren aus der ptolemäischen Epoche, die auf eine intensive Nutzung des Hafens hinweisen. Von besonderem Interesse ist zudem die Entdeckung eines Tunnels, der offenbar den Haupttempel der Stadt mit der Küste verband und in einem Bereich endete, der als „Salam 5“ bezeichnet wird. Dort ließen sich weitere Spuren maritimer Aktivitäten nachweisen, die die Rolle Ägyptens als Knotenpunkt von Handel und kulturellem Austausch eindrucksvoll unterstreichen.
Liegt in den Taposiris Magna die letzte Ruhestätte von Kleopatra?
Frühere archäologische Untersuchungen in Taposiris Magna haben die Überreste eines bedeutenden Osiris-Tempels zutage gefördert. Zudem wurden Artefakte wie eine mutmaßliche Büste der Königin Kleopatra, Münzen, Statuen, Schmuckstücke sowie Keramikgefäße aus der Ptolemäerzeit dokumentiert. Die Stadt wird in der Forschung als potenzieller Ort der letzten Ruhestätte Kleopatras diskutiert. Ergänzend fanden sich in der an Land gelegenen Nekropole mehrere Mumien, die mit sogenannten „goldenen Zungen“ bestattet worden waren.
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Neuere Funde, darunter Münzen mit Bildnissen Kleopatras, die an einer Tempelmauer entdeckt wurden, stützen die Hypothese, dass Taposiris Magna die letzte Ruhestätte der Königin gewesen sein könnte. Die Stadt liegt etwa 45 Kilometer westlich von Alexandria. Allerdings ist diese Annahme bisher nicht durch gesicherte archäologische Belege bestätigt und wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert.





