In Argentinien haben Forscher die Überreste einer bislang unbekannten Dinosaurierart freigelegt. In der Lago-Colhué-Huapi-Formation der Provinz Chubut fanden sie Teile eines Schädels sowie Knochen von Armen, Beinen und Schwanz. Die Fossilien stammen von Joaquinraptor casali, einem Raubsaurier, der vor etwa 70 bis 66 Millionen Jahren lebte.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Der Fund gilt als einer der vollständigsten Nachweise für die Gruppe der Megaraptoren, berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Fachmagazin Nature Communications. Mit rund sieben Metern Länge und mehr als 1000 Kilogramm Gewicht gehörte das Tier zu den größten Jägern seiner Zeit. Benannt wurde es nach Joaquín, dem Sohn des Paläontologen Lucio Ibiricu, der die Studie leitete.

Überreste eines Krokodils im Maul

Besonders auffällig ist ein Knochen, der zwischen den Kiefern des Fossils lag: Er stammte nicht von dem Dinosaurier selbst, sondern von einem Krokodilverwandten. Das könnte ein Hinweis auf seine letzte Mahlzeit sein – sicher ist das aber nicht. „Entweder hat der Dinosaurier gerade an diesem Tier gefressen – oder die Natur spielt uns einen Streich“, sagte der Paläontologe Matt Lamanna vom Carnegie Museum der New York Times, der an der Untersuchung beteiligt war.

Auch interessant

Im Vergleich zum Tyrannosaurus rex, der in Nordamerika lebte, zeigt Joaquinraptor deutliche Unterschiede. Während der T. rex einen massiven Schädel, große Zähne und sehr kurze Arme besaß, hatte Joaquinraptor längere Arme mit kräftigen Klauen. Damit verfolgten beide Raubsaurier unterschiedliche Strategien, um Beute zu fangen und zu töten.

Analysen der Knochen deuten darauf hin, dass das Tier bei seinem Tod etwa 19 Jahre alt war, ausgewachsen war es möglicherweise noch nicht. Zu seiner Beute könnten neben Krokodilen auch junge Titanosaurier oder Hadrosaurier gezählt haben, die in der Region verbreitet waren.

Spannende Achäologie-Artikel – für Sie recherchiert

Megaraptoren bis kurz vor dem Massenaussterben

Die Forscher ordnen Joaquinraptor der Gruppe der Megaraptoren zu, die seit etwa 130 Millionen Jahren bekannt ist. Der aktuelle Fund zeigt, dass diese Tiere bis zum Ende der Kreidezeit, kurz vor dem Einschlag des Asteroiden vor 66 Millionen Jahren, überlebten. In Südamerika nahmen sie demnach die Rolle der Spitzenprädatoren ein, während in anderen Regionen andere Raubsaurier dominierten.