Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will Anfang 2026 erstmals seit über 50 Jahren wieder Menschen in eine Umlaufbahn um den Mond schicken. Die Mission Artemis II soll den Grundstein für die nächste Ära der bemannten Raumfahrt legen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

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Bereits mehrfach verschoben, ist der Start der Mission nun für Februar 2026 vorgesehen, spätestens jedoch im April. „Wir beabsichtigen, dieses Ziel einzuhalten“, sagte Lakiesha Hawkins, stellvertretende Leiterin der Nasa-Abteilung für Exploration und Systementwicklung, der Nachrichtenagentur AFP.

An Bord des Raumschiffs sollen die drei US-Amerikaner Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und der kanadische Astronaut Jeremy Hansen sein. „Wir werden Dinge sehen, die kein Mensch je gesehen hat“, sagte Kommandant Reid Wiseman der BBC. Denn das Raumschiff soll über große Bereiche des Mondes fliegen, die während der Apollo-Missionen nie kartiert wurden. Die Astronauten sollen dabei die Mondoberfläche mehrere Stunden aus nächster Nähe beobachten und ihre Eindrücke für wissenschaftliche Auswertungen nutzen. „Glauben Sie es oder nicht, menschliche Augen sind eines der besten wissenschaftlichen Instrumente, die wir haben“, erklärte Missionsspezialistin Christina Koch. Die Crew taufte das Raumschiff auf den Namen „Integrity“ – ein Symbol für „Frieden und Hoffnung für die Menschheit“, wie sie erklärten.

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Artemis II: Nasa-Mission zum Mond soll zehn Tage dauern

Laut Plan starten die Astronauten am Kennedy Space Center in Florida an Bord der Orion-Raumkapsel, die von der SLS-Rakete ins All gebracht wird. Nach dem Start sollen die Raketen-Booster abgeworfen und die Kernstufe vom Raumschiff getrennt werden. Anschließend testen die Astronauten die Systeme und Lebenserhaltungseinrichtungen von der Orion-Kapsel – wie die Sauerstoffversorgung oder die Entfernung von Kohlendioxid.

Crew der Artemis II im Kennedy Space Center in Florida
Die Crew der Artemis II, (von links nach rechts) Reid Wiseman, Victor Glover, and Christina Koch Jeremy Hansen, im Kennedy Space Center in Florida.© NASA/Frank Michaux | FRANK MICHAUX

Danach ist geplant, dass Orion in mehreren Umläufen um die Erde fliegt, um Geschwindigkeit und Bahn zu optimieren, bevor das Raumschiff auf Kurs zum Mond gebracht wird. Die Mission soll insgesamt etwa zehn Tage dauern. Die Crew soll die Mondumlaufbahn erreichen und die Rückseite des Mondes in einer Schleifenbahn umrunden, wobei das Raumschiff bis zu 4.600 Meilen (ca. 7.400 Kilometer) über die Mondoberfläche hinausfliegt. Anschließend ist die rund vier Tage dauernde Rückkehr zur Erde geplant. Eine Landung auf der Oberfläche ist für Artemis II noch nicht vorgesehen – dieser Schritt ist für die Mission Artemis III geplant. Diese soll frühestens 2027 stattfinden.

Wettlauf mit China: Donald Trump erhöhte Druck auf Nasa

Die Mission ist Teil eines ehrgeizigen Programms: Langfristig sollen Astronauten nicht nur regelmäßig zum Mond fliegen, sondern dort eine Basis errichten. „Wir kehren zum Mond zurück, um dort eine dauerhafte Präsenz aufzubauen“, sagte Hawkins bei der Pressekonferenz. Gleichzeitig betonte sie AFP zufolge, dass „das Ziel der Nasa“ darin bestehe, dies „sicher zu tun“.

Hinter der Mission steckt aber nicht nur wissenschaftliches Interesse: Die Nasa sieht sich im Wettlauf mit China, das eigenen Angaben zufolge bis spätestens 2030 eine bemannte Mondmission starten will. US-Präsident Donald Trump, der das Artemis-Programm während seiner ersten Amtszeit ins Leben rief, erhöhte zuletzt den Druck auf die Raumfahrtbehörde, die Pläne zu beschleunigen. Die Behörde strebt mit dem Programm aber nicht nur eine Rückkehr zum Mond an. „Wir haben unseren Blick weiter in den Weltraum gerichtet, auf den Mars“, sagte Hawkins.