Tropensturm „Melissa“ bewegt sich derzeit mit einer Geschwindigkeit von rund zwei Meilen pro Stunde (3,22 km/h) durch die Karibik. Das ist langsamer als die Gehgeschwindigkeit eines Menschen.

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Meteorologen warnen, dass diese ungewöhnlich langsame Geschwindigkeit die Gefahr des Sturms deutlich erhöht. Denn je länger sich ein tropischer Wirbelsturm über einer Region bewegt, desto mehr Zeit hat er, große Regenmengen freizusetzen. Diese können erhebliche Überschwemmungen verursachen und die betroffenen Gebiete nachhaltig schädigen.
Im Fall „Melissa“ erhöhen zudem die Berge von Jamaika, Haiti und der Dominikanischen Republik die Flutgefahr: Steile Hänge treiben die vom Sturm aufgewirbelte feuchte Luft nach oben, wodurch enorme Regenmengen freigesetzt werden. Schlamm- und Gerölllawinen sind unter diesen Bedingungen fast unvermeidlich.
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Melissa: Werden Hurrikans langsamer?
Laut einem Artikel des Meteorologen Chris Dolce werden Hurrikans von Wetterphänomenen wie etwa einer Kaltfront oder dem Jetstream beeinflusst, wodurch sie schneller voranzukommen und eine klare Bewegungsrichtung entwickeln. Fehlen diese, verliert der Sturm an Geschwindigkeit – und scheint über betroffenen Regionen zu „stehen“. Dabei könnte der Hurrikan tage- oder wochenlang große Regenmengen auf die betroffene Region niederlassen, was für die Menschen und Infrastruktur eine große Bedrohung darstellt.
Das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) erwartet, dass „Melissa“ am Dienstagmorgen als der stärkste jemals gemessene Hurrikan auf Jamaika trifft. Kerry Emanuel, Meteorologe des Massachusetts Institute of Technology (MIT), erklärte gegenüber der CNN, dass die Bedingungen im Karibischen Meer ideal für eine solche Entwicklung seien.
Die Wassertemperaturen in der Region sind momentan besonders hoch und liegen über dem langjährigen Durchschnitt von 1979 bis 2023. Diese überdurchschnittlich warme See bietet dem Tropensturm viel Energie, um stärker zu werden. Bisher gab es in der Karibik in diesem Jahr aufgrund von starken Winden in hohen Luftschichten nur wenige Stürme. Doch jetzt scheinen diese Winde schwächer zu werden.
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Lage verschärfst sich durch globale Erwärmung
Die zunehmende Anzahl von „langsamen“ Stürmen ist ein Phänomen, das Wissenschaftler schon seit einiger Zeit beobachten. Einige Forscher gehen davon aus, dass dieser Trend mit der globalen Erderwärmung zusammenhängt. Eine Studie von Hurrikanforscher James Kossin, veröffentlicht in „Nature“, zeigt, dass sich tropische Stürme weltweit langsamer bewegen. Der Klimawandel beeinflusse die Stärke und Position der Jetstreams und anderer Windsysteme, die für die Bewegung und Steuerung von Stürmen entscheidend sind.
Andere Forscher bestätigen diese Beobachtung, sind sich aber unsicher, ob die Verlangsamung ausschließlich auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Analysen der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) untersuchen mögliche alternative Ursachen für die Verlangsamung von Hurrikans und Tropenstürmen.
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Ein Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zeigt, dass Tropenstürme mehr Regen produzieren als früher. Grund dafür sind die steigenden Temperaturen in Ozeanen und der Atmosphäre, da wärmere Luft größere Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen kann. Das zeigt sich exemplarisch am Hurrikan Harvey, der 2017 die höchste jemals gemessene Niederschlagsmenge eines tropischen Sturms in den USA verursachte.
Sollte sich die Tendenz zur Verlangsamung weiterhin verstärken, steige die Gefahr laut Kossin, dass künftige Hurrikans ähnliche Ausmaße wie Harvey erreichen.
lis







