Es sollte ein schöner Ausflug werden und endete in einer Tragödie: Am Samstag wurden in Südtirol (Italien) mehrere deutsche Bergsteiger beim Aufstieg zur mehr als 3500 Meter hohen Vertainspitze im Ortlergebirge von einer Schneelawine erfasst. Drei Tote konnten bereits am Samstag geborgen werden. Am Sonntag entdeckte die Bergwacht auch die Leichen eines Vaters und seiner 17-jährigen Tochter. Der genaue Hergang ist noch unklar.

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Nach Angaben der Bergwacht waren sie unabhängig voneinander in drei Gruppen unterwegs – eine Dreier-Seilschaft und zwei Seilschaften jeweils zu zweit. Zwei Männer hätten das Unglück überlebt, sagte der Sprecher der Bergrettung Sulden, Olaf Reinstadler, am Samstagabend der Nachrichtenagentur dpa. Sie wurden mit dem Hubschrauber nach Bozen in ein Krankenhaus gebracht.
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Wie die Bergwacht weiter berichtete, handelt es sich bei den Todesopfern um zwei Männer im Alter von 30 und 50 Jahren sowie um eine 30-jährige Frau. Die Leichen der Dreiergruppe wurden bereits am Samstagabend geborgen und ins Tal gebracht. Zur selben Zeit, als die Lawine sich löste, befand sich eine weitere vierköpfige Gruppe auf dem Weg zur Vertainspitze.
Während zwei Männer im Alter von etwa 50 Jahren gerettet und schwer geschockt mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden konnten, galten ihre beiden Begleiter, eine 17-Jährige und ihr Vater, zunächst als vermisst. Die Hoffnung, die beiden Vermissten noch lebend zu finden, hatte die Bergrettung aber schnell aufgegeben. Der Vater und seine erst 17 Jahre alte Tochter seien nach einem Sturz etwa 200 Meter in die Tiefe „mit Sicherheit“ tot, sagte Sprecher Olaf Reinstadler. Am Sonntag wurde das dann zur Gewissheit.
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Der Aufstieg zur Vertainspitze gilt als lang und anstrengend
Das Unglück ereignete sich der Bergwacht zufolge kurz vor 16 Uhr in der Nordwand unterhalb des Gipfels auf etwa 3200 Metern Höhe, während die Bergsteiger mit Pickeln und Steigeisen aufstiegen. Rätselhaft war zunächst, warum die drei Gruppen zu dieser verhältnismäßig späten Uhrzeit noch auf dem Weg nach oben waren. Der Aufstieg zur Vertainspitze gilt als lang und anstrengend, aber nicht als technisch schwierig. Nach Auskunft von Bergrettern waren sie zu der Tour bereits am Morgen in Sulden gestartet. Die Lawine ging herunter, als es fast schon zu dämmern begann.
Bergrettung zufolge bestand am Samstag jedoch keine besonders große Lawinengefahr. Das bedeutet, dass die Lawinengefahr als gering oder mäßig eingeschätzt wurde. Eine 100prozentige Sicherheit, darauf weist auch die Bergwacht hin, kann es nie geben. Möglicherweise habe sich die Lawine infolge starker Verwehungen gelöst, weil der neu gefallene Schnee noch nicht ausreichend mit dem Untergrund verbunden gewesen sei. In der Region fiel vor einigen Tagen der erste Neuschnee der Saison. Tagsüber sind die Temperaturen dort für die Jahreszeit noch recht hoch. Nachts ist es in der Höhe schon sehr kalt.
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Unter Bergsteigern gilt die Nordwand als „hochalpine Eistour“, für die Seil und eine komplette Ausrüstung fürs Eisklettern erforderlich sind. Die Lawine löste sich nach bisherigen Erkenntnissen etwa hundert Meter unter dem Gipfel. Die Bergsteiger wurden davon offensichtlich völlig überrascht. Für die Kletterer, die an dieser Stelle mit Steigeisen und Eispickeln unterwegs waren, gab es praktisch kaum kein Entkommen. Die beiden Männer, die den Abgang von etwas weiter weg beobachteten, schlugen dann Alarm.
Schneedecke hatte sich noch nicht gesetzt
In der Gegend der Ortlergruppe wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich die Schneedecke noch nicht gesetzt hat und schon eine geringe Zusatzbelastung ausreichen kann, um eine Lawine auszulösen. Der offizielle Informationskanal der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol weist darauf hin, dass die Schneedecke insbesondere kurz nach Wetterumschwüngen oder Temperaturanstiegen besonders kritisch sein kann. Im hochalpinen Gelände –insbesondere in Rinnen, Steilhängen und Kammlagen – ist daher erhöhte Wachsamkeit geboten.
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Die Vertainspitze oberhalb von Sulden ist wegen ihrer Rundsicht nach allen Seiten ein viel begangener Gipfel. Von der Spitze genießt man einen eindrucksvollen Blick auf den Ortler (3905 Meter), die Königspitze, den Cevedale und das Martelltal. Sie liegt im Nationalpark Stilfserjoch.








