Die Pyramiden von Gizeh sind Monumente für die Ewigkeit. Zwischen 2580 und 2500 v. Chr. ließen die Pharaonen Cheops, Chephren und Menkaure sie als gewaltige Grabstätten errichten. Jede Pyramide verkörperte die Macht des Herrschers, der nach dem Tod den Himmel erklimmen und eins mit den Göttern werden sollte.

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Doch auch viereinhalb Jahrtausende später geben die Bauwerke ihre Geheimnisse nicht vollständig preis. Mit modernster Messtechnik gelingt es Archäologen heute, immer tiefer in ihr Inneres zu blicken – und nun richtet sich der Fokus auf die kleinste der drei: die Menkaure-Pyramide, in deren Mauerwerk sich womöglich etwas bislang Verborgenes verbirgt.
Spannende Achäologie-Artikel – für Sie recherchiert
Menkaure-Pyramide: Auffällige Granitfassade gibt Rätsel auf
Die Menkaure-Pyramide, auch Mykerinos-Pyramide genannt, ragt rund 65 Meter über das Gizeh-Plateau. Sie entstand um 2510 v. Chr. und gilt als die jüngste und kleinste der drei großen Pyramiden von Gizeh. Anders als bei Cheops und Chephren ist ihr unterer Fassadenteil mit massiven Granitplatten verkleidet – ein Detail, das sie von ihren monumentalen Schwestern unterscheidet.
Wie der ägyptische Forscher Khalid Helal von der Universität Kairo in der aktuellen Studie schreibt, bestand diese Verkleidung ursprünglich aus 16 bis 18 Reihen von Granitblöcken, von denen heute nur noch sieben erhalten sind. Besonders auffällig sei ein etwa vier mal sechs Meter großer Bereich auf der Ostseite der Pyramide: Dort ist die Oberfläche ungewöhnlich glatt und sorgfältig poliert.
„Diese Flächen stechen durch ihre polierten, akkurat eingepassten Blöcke heraus“, heißt es im Bericht. Solch eine sorgfältige Steinbearbeitung findet sich sonst nur an einer Stelle – am bekannten Eingang auf der Nordseite, wo der Zugang in das Innere der Pyramide liegt. Diese Beobachtung ließ die Forscher aufhorchen: Könnte sich auch auf der Ostseite ein bislang unbekannter Eingang verbergen?

Radar und Ultraschall: Forscher durchleuchten Menkaure-Pyramide mit Hightech
Um der Frage nach einem möglichen zweiten Eingang nachzugehen, setzten die Archäologen modernste Technologien ein: Georadar (GPR), Ultraschall und elektrische Widerstandstomografie (ERT). Ziel war es, die Fassade der Menkaure-Pyramide zu durchleuchten, ohne sie zu beschädigen – ein entscheidender Fortschritt gegenüber früheren, invasiven Grabungen.
„Unser Ziel war es, mögliche Hohlräume hinter den auffälligen Stellen zu detektieren“, erklären Khalid Helal und seine Kollegen in der Studie, die im Fachjournal „NDT&E International“ erschienen ist. Dabei spielt die elektrische Widerstandstomografie eine Schlüsselrolle: Sie misst, wie gut Materialien Strom leiten. Luftgefüllte Räume zeigen einen höheren elektrischen Widerstand als massiver Stein – so lassen sich Hohlräume oder Kammern indirekt nachweisen.
Mit dieser Methode kartierten die Forscher zunächst größere Bereiche der Ostfassade, um potenziell ungewöhnliche Zonen zu identifizieren. Anschließend kamen Georadar und Ultraschall zum Einsatz, um die auffälligen Stellen gezielt zu untersuchen. Beide Verfahren dringen tiefer in das Material ein und ermöglichen eine genauere Unterscheidung zwischen dichtem Gestein und luftgefüllten Strukturen.
Wie Christian Große, Ko-Autor der Studie und Professor für zerstörungsfreie Prüfung an der TUM, in einer Pressemitteilung der TU München erklärt, sei die Kombination dieser drei Verfahren besonders leistungsfähig, „weil sie strukturelle Besonderheiten aus verschiedenen physikalischen Perspektiven sichtbar macht“.
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Archäologische Entdeckung: Rätselhafte Hohlräume in der Menkaure-Pyramide entdeckt
Tatsächlich wurden die Forscher fündig. „Unsere Aufnahmen enthüllten zwei Anomalien direkt hinter den polierten Granitblöcken“, heißt es in der Veröffentlichung. Der größere Hohlraum beginne rund 1,4 Meter unter der Oberfläche und messe etwa 1,5 Meter in der Breite und einen Meter in der Höhe. Der zweite, kleinere Hohlraum sei rund 90 Zentimeter hoch und 70 Zentimeter breit und liege ebenfalls unmittelbar hinter den glatten Granitplatten an der Ostseite. Beide Strukturen seien „wahrscheinlich luftgefüllt“, schreiben die Forscher, und setzten direkt unter der Granitverkleidung an.
Wie weit die Hohlräume in das Innere der Pyramide hineinreichen, konnte das Team bislang jedoch nicht bestimmen. „Die Eindringtiefe unserer Methoden reichte dafür nicht aus“, erklärt Helal. Dennoch gilt der Befund als spektakulär, denn die Position und Beschaffenheit der Anomalien stützen die Hypothese eines bislang verborgenen Durchgangs zur Menkaure-Pyramide.
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Pyramiden-Scan: Forscher bestätigen alte Theorie über zweiten Eingang
Die Idee eines zweiten Eingangs ist nicht neu – sie kursiert seit Jahrzehnten unter Ägyptologen. Doch erstmals gibt es nun geophysikalische Hinweise, die diese Annahme untermauern. Doch erstmals liegen nun geophysikalische Messdaten vor, die diese Vermutung stützen. „Die Hypothese eines weiteren Eingangs ist sehr plausibel, und unsere Entdeckungen bringen uns einen großen Schritt näher, diese zu bestätigen“, sagt Große.
Auch der Wissenschaftsjournalist Owen Jarus berichtet in „Live Science“, dass 2023 mithilfe von Myonen-Scans in der Cheops-Pyramide ähnliche Hohlräume entdeckt wurden. Die neuen Daten aus der Menkaure-Pyramide fügen sich damit, so Jarus, „in ein wachsendes Bild verborgener architektonischer Strukturen“ innerhalb des gesamten Gizeh-Komplexes ein.
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Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass sich hinter den Hohlräumen ein Gang verbirgt, könnte dies den Zugang zu bislang unbekannten Kammern eröffnen – und damit neue Einblicke in die Bauweise, Funktion und Symbolik der Pyramide liefern.









