In einer abgelegenen Region von Papua-Neuguinea erblickten am 9. Oktober 2025 zwei Babys das Licht der Welt, deren Schicksal von Anfang an außergewöhnlich und zugleich tragisch war: Tom und Sawrong sind siamesische Zwillinge, verbunden am Unterbauch. Sie teilen sich eine Leber, eine Blase und Teile ihres Magen-Darm-Trakts. Zusätzlich leidet Tom, der kleinere der beiden Brüder, an einem angeborenen Herzfehler, einer unterentwickelten Lunge und hat nur eine funktionierende Niere. Die Geburt von siamesischen Zwillingen ist extrem selten, und ihre Überlebenschancen sind oft gering.

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Zusammengewachsene Zwillinge sind ein extrem seltenes medizinisches Phänomen, das nur bei weniger als zwei von 100.000 Geburten vorkommt. Oft endet die Geburt entweder in einer Fehlgeburt oder einer Totgeburt, und selbst lebend geborene Zwillinge haben lediglich geringe Überlebenschancen.

Siamesische Zwillinge: Papua-Neuguinea fehlen die medizinischen Ressourcen

Doch Tom und Sawrong kämpfen weiterhin täglich ums Überleben. Ihre Situation hat auch Ärzte und Unterstützer weltweit tief berührt. Doch das größte Problem ist, dass Papua-Neuguinea nicht die medizinischen Ressourcen hat, die erforderlich wären, um den beiden Kindern zu helfen.

Seit ihrer Geburt waren Tom und Sawrong im öffentlichen Krankenhaus von Port Moresby untergebracht, das jedoch nicht über die notwendige Ausstattung verfügt, um solch komplexe medizinische Fälle angemessen zu behandeln. Ursprünglich hofften ihre Eltern, die Jungs zur Trennungsoperation nach Sydney (Australien) schicken zu können, doch besteht diese Option nicht. „Die Babys nach Sydney zu schicken, wäre viel zu teuer“, sagte Fatima Tinga, die Mutter der Zwillinge, „ABC News“.

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Verlegung der Zwillinge nach Deutschland möglich

Anstelle einer Verlegung nach Australien wurde ein Krankenhaus in Freiburg als mögliche Behandlungsstätte ins Auge gefasst. Jürgen Ruh, ein Pilot und Geschäftsführer einer medizinischen Flugrettungsorganisation, meldete sich freiwillig, die Zwillinge und ihre Familie zu unterstützen. Ruh, der die Babys nach Port Moresby geflogen hatte, koordiniert nun die mögliche Reise ins Universitätsklinikum Freiburg. In Freiburg will und kann man aktuell aber noch keine Hoffnungen machen: „Die Anfrage wird derzeit bei uns noch grundsätzlich geprüft. Wann diesbezüglich eine Entscheidung getroffen werden kann, ist noch nicht klar. Aktuell sind keine konkreten Maßnahmen geplant“, antwortet die Klinik in einer Stellungnahme auf Nachfrage unserer Redaktion.

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Doch die Verlegung nach Deutschland würde ebenfalls erhebliche logistische Hürden darstellen: Tom und Sawrong benötigen auf der langen Reise Sauerstoff und einen Inkubator. „Wir müssen jetzt handeln, denn je länger wir warten, desto größer ist das Risiko, einen von ihnen zu verlieren“, betonte Jürgen Ruh. Seine Entschlossenheit, den Zwillingen zu helfen, ist emotional geprägt: „Er schaute mir direkt in die Augen, und er hatte diesen Gesichtsausdruck, als wollte er sagen: ‚Ich will einfach nur leben‘“, erinnert sich Ruh.

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Siamesische Zwillinge: Überlebenschancen sind gering

Trotz internationaler Bemühungen bleibt die Situation kompliziert. Ein Team aus Sydney kam nach Port Moresby, um die Zwillinge zu untersuchen, doch sowohl australische als auch papua-neuguineische Ärzte äußerten ernsthafte Zweifel an einer Trennungsoperation. Die Überlebenschancen der Jungen, insbesondere nach einer Trennung, werden als äußerst gering eingeschätzt. Der kleinere Zwilling, Tom, zeigt besonders besorgniserregende gesundheitliche Herausforderungen, einschließlich seines schweren Herzfehlers.

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Dennoch klammert sich die Familie an die Hoffnung, die Babys nach Deutschland bringen zu können. „Alles, was die Eltern wollen, ist, dass wir etwas versuchen“, sagte Ruh mit Nachdruck. Die Eltern, insbesondere Mutter Fatima Tinga, sind tief besorgt: „Ich mache mir Sorgen um meine beiden Babys. Wenn ein Baby stirbt, wie soll das andere überleben?“ Sie fürchten, dass ihre Kinder sterben könnten, wenn sie in Papua-Neuguinea bleiben, und setzen ihre Hoffnungen auf die medizinische Expertise in Freiburg.

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Tom und Sawong: Zwillinge haben sich bisher als Kämpfer bewiesen

Das öffentliche Krankenhaus in Port Moresby sagte, dass es keine Überweisung ausstellen werde, jedoch Dokumente wie Krankenakten auf Anfrage bereitstelle. „Das ist noch nicht das Ende der Reise“, sagte der Geschäftsführer des Krankenhauses, Paki Molumi, und betonte die Risiken, die mit einer Reise verbunden seien. Dennoch bleibt die Familie entschlossen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

„Wir sind offen für die Hilfe von jedem und jeder“, sagte Ruh. Die Zwillinge haben sich bisher als Kämpfer bewiesen: „Sie sind Überlebende und sie wollen leben.“