Der ehemalige Ehemann von Gisèle Pelicot, Dominique Pelicot, der wegen zahlreicher Vergewaltigungen zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, sorgt erneut für Schlagzeilen – diesmal mit seiner geplanten Buchveröffentlichung. Laut seiner Anwältin Béatrice Zavarro hat Pelicot während seiner Zeit im Gefängnis mehrere literarische Werke verfasst, darunter Gedichte, Romane und eine Biografie, die laut Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, den Arbeitstitel „Les confessions de Dominique Pelicot écrites depuis sa cellule“ („Die Bekenntnisse von Dominique Pelicot, geschrieben in seiner Zelle“) hat. Zavarro beschreibt das Schreiben als Pelicots Versuch, „gewissermaßen auszubrechen aus dem Zwang des Gefängnisses“. Ob er jedoch einen Verlag finden wird, bleibt ungewiss. Die bisherigen Reaktionen der Verlage sind zurückhaltend.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Dominique Pelicot war Ende 2024 wegen seiner schweren Vergehen verurteilt worden: Er hatte über Jahre hinweg seine damalige Frau Gisèle Pelicot mithilfe von Medikamenten betäubt und sie von Männern aus dem Internet sexuell missbrauchen lassen, wobei er die Taten oft filmte. Der Prozess in Avignon rückte die schrecklichen Details dieses Falls ins Licht der Öffentlichkeit. Gisèle Pelicot, die darauf bestand, die Verhandlungen öffentlich zu machen, erklärte: „Ich wollte, dass die Scham die Seite wechselt.“ Sie wurde zur Symbolfigur für den Kampf gegen sexualisierte Gewalt.
Auch interessant
Gisèle Pelicot veröffentlicht Memoiren in zwanzig Sprachen
Während die Veröffentlichung von Dominque Pelicots „Bekenntnissen“ ungewiss bleibt, sorgt Gisèle Pelicots eigene Buchveröffentlichung bereits für weltweite Aufmerksamkeit. Ihre Memoiren mit dem Titel „Et la joie de vivre“, in der deutschen Ausgabe „Eine Hymne an das Leben“, erscheinen im Februar in zwanzig Sprachen gleichzeitig.
Lesen Sie auch
„Ich bin unendlich dankbar für die außerordentliche Unterstützung, die ich seit Beginn des Prozesses erfahren habe. Nun möchte ich meine Geschichte mit meinen eigenen Worten erzählen“, wird Pelicot in der Ankündigung des Buches zitiert. In ihrem Werk, das sie in Zusammenarbeit mit einer Journalistin verfasst hat, will sie eine Botschaft des Mutes und der inneren Stärke vermitteln, mit dem Ziel, dass Betroffene lernen, das Leben wieder zu genießen und Frieden zu finden.
Auch interessant
Im Gegensatz dazu bleibt unklar, was Dominique Pelicot mit seinen „Bekenntnissen“ erreichen möchte. Die „SZ“ berichtet, dass seine Anwältin jedoch betonte, dass das Werk keine Verteidigung in weiteren laufenden Ermittlungsverfahren darstellen solle, in denen Pelicot unter anderem des Mordes und der Vergewaltigung verdächtigt wird. Vielmehr sei das Schreiben für ihn „wirklich nur therapeutisch“.
Anmerkung der Redaktion
Von (häuslicher) Gewalt betroffene Personen können sich an die Telefonseelsorge wenden. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt. Das Opfer-Telefon des Weißen Rings ist unter 116 006 erreichbar. Opfer und Zeugen von häuslichen Gewalttaten können – bei Tag und Nacht – über den Notruf 110 Hilfe holen.
Frauen erhalten zudem Unterstützung beim bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ der Bundesregierung unter der 116 016. Der Anruf ist kostenlos und auf Wunsch anonym. Über die Internetseite www.hilfetelefon.de können sich Betroffene zudem online per E-Mail oder Chat beraten lassen.
Das Männerhilfetelefon ist unter der bundesweiten Telefonnummer 0800 123 99 00 zu erreichen. Hilfe erhalten Betroffene auch im Internet auf der Seite der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz.
AFP/sh









