Ein kosmischer Gast aus den Tiefen der Milchstraße sorgt derzeit bei internationalen Forschern für Aufregung: Der Komet 3I/Atlas bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit durch den inneren Bereich des Planetensystems. In den kommenden Wochen wird das Objekt für Fachleute und erfahrene Hobbyastronomen beobachtbar – wenn auch unter anspruchsvollen Bedingungen.

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Entdeckt wurde der Komet Anfang Juli mit dem ATLAS-Teleskop im chilenischen Río Hurtado. Schnell zeigte sich, dass 3I/Atlas zu den außergewöhnlicheren Himmelskörpern seiner Art zählt. Mit einem geschätzten Durchmesser von etwa 20 Kilometern ist er größer als die beiden einzigen zuvor bestätigten interstellaren Kometen Oumuamua (2017) und Borisov (2019).
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Komet 3l/Atlas ist älter als das Sonnensystem
Nach Analysen von Forschern der Universität Oxford ist das Objekt vermutlich rund sieben Milliarden Jahre alt und stammt damit aus einer Epoche, lange bevor sich das Sonnensystem formte. Hinweise deuten auf eine Herkunft aus der sogenannten dicken Scheibe der Milchstraße. In diesem Bereich sind vor allem ältere Sterne zu finden.

Bemerkenswert ist auch die Geschwindigkeit des Kometen: Rund 250.000 Kilometer pro Stunde misst seine Flugbahn, damit bewegt er sich schneller als jeder andere bislang beobachtete Komet. Den sonnennächsten Punkt erreicht 3I/Atlas am 19. Dezember. Die Erde bleibt dabei in sicherer Entfernung; rund 270 Millionen Kilometer werden die beiden Himmelskörper dann trennen.
Beobachtung nur mit größeren Teleskopen möglich
Für die Öffentlichkeit wird der Komet kein leichtes Ziel. Mit bloßem Auge ist er unsichtbar, auch mit einem Fernglas ist er nicht zu erkennen. Sichtbar wird 3I/Atlas nur in leistungsstärkeren Amateur- oder professionellen Teleskopen – und auch das nur unter optimalen Bedingungen:
- kurz vor Sonnenaufgang
- tief im Osten
- fernab städtischer Lichtquellen.
Einige Sternwarten bereiten derzeit spezielle Beobachtungsabende vor, da der Komet voraussichtlich an Helligkeit verliert, je weiter er sich von der Sonne entfernt.
Seltene Chance für die Forschung
Interstellare Kometen gelten als besonders wertvoll, weil sie Material aus anderen Planetensystemen mitbringen. Forscherinnen und Forscher hoffen deshalb, aus der chemischen Zusammensetzung und aus der Staubhülle Rückschlüsse auf die Frühphase anderer Sternsysteme ziehen zu können. „Diese Objekte kommen aus Regionen der Galaxie, die wir sonst nie aus der Nähe sehen“, sagt der Astrophysiker Chris Lintott .
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Wie häufig interstellare Objekte das Sonnensystem tatsächlich durchqueren, ist bislang unklar. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass frühere Beobachtungen womöglich ähnliche Besucher zeigten – ohne dass diese eindeutig identifiziert wurden.
Mit dpa






