Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts der Swansea University, des Gemeinderats von Neath Port Talbot und der Margam Abbey Church ist es Archäologen gelungen, unter der Oberfläche eines Parks eine außergewöhnliche Struktur zu lokalisieren. Nach Angaben der „BBC“ identifizierten die Wissenschaftler das verborgene Bauwerk als römisches Relikt, das zugleich als das größte seiner Art in Wales gilt.
Wales: Beeindruckender Fund erinnert Archäologen an Pompeji
In einem historischen Wildpark bei Port Talbot ist Archäologen ein außergewöhnlicher Fund gelungen. Im Margam Country Park, einem beliebten Naherholungsgebiet der Region, identifizierten die Forscher mithilfe von Bodenradar eine weitläufige unterirdische Struktur. Detaillierte Analysen ergaben, dass es sich um die bislang größte in Wales nachgewiesene römische Villa handelt. Aufgrund der jahrhundertelangen Nutzung des Areals als Wildpark gehen die Wissenschaftler nach Angaben der BBC von einem sehr guten Erhaltungszustand aus, da weder Pflugarbeiten noch intensive landwirtschaftliche Nutzung zu substantiellen Zerstörungen geführt haben dürften.
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Erste Auswertungen zeigen, dass die freigelegten Grundmauern eine Fläche von etwa 572 Quadratmetern einnehmen und Teil eines umfangreichen römischen Baukomplexes sind. Stephen Langlands, Co Direktor des Zentrums für Kulturerbeforschung und Ausbildung an der Swansea University, geht davon aus, dass eine zentrale Villa den Kern der Anlage bildete, die von weiteren Mauern umgeben war. Er beschreibt das Gebäude als sogenannte Korridorvilla mit zwei seitlichen Flügeln und einer vorgelagerten Veranda. Die Anlage misst rund 43 Meter in der Länge und verfügte vermutlich über sechs Haupträume an der Vorderseite sowie zwei Korridore, die zu insgesamt acht weiteren Räumen im rückwärtigen Bereich führten.

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Angesichts der imposanten Dimensionen ordnen die Archäologen den Fund dem Wohnsitz eines lokalen Würdenträgers zu, der hier seinen Lebensmittelpunkt hatte. Die Villa dürfte das Zentrum eines großen landwirtschaftlichen Anwesens gewesen sein, an dem zahlreiche Menschen lebten und arbeiteten. Vergleichbare römische Überreste dieser Größenordnung sind in Wales bislang nur äußerst selten nachgewiesen worden.
Forscher rätseln: Genauer Standort der Villa bleibt ein Geheimnis
Zum Schutz dieser außergewöhnlichen Entdeckung wird der genaue unterirdische Standort der Villa vorerst nicht öffentlich bekannt gegeben. Dies dient sowohl der Bewahrung der Substanz als auch der Prävention unbefugter Eingriffe durch Hobby Schatzsucher. Stephen Langlands betonte, dass der langfristige Erhalt der Fundstelle oberste Priorität habe, bevor weiterführende Untersuchungen durchgeführt und finanzielle Mittel für zukünftige Ausgrabungen eingeworben würden.
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Gleichzeitig liefern moderne Prospektionsmethoden bereits jetzt wertvolle Erkenntnisse. Christian Bird von TerraDat führte geophysikalische Untersuchungen durch, die eine präzise Identifikation und dreidimensionale Kartierung der Villenstruktur, der umgebenden Gräben sowie weiterer Elemente der Gesamtanlage ermöglichten. Im Zuge dessen wurde auch ein etwa 354 Quadratmeter großes Gebäude im Südosten der Villa erfasst, das über seitliche Anbauten verfügt. Nach Einschätzung des Forschungsteams könnte es sich dabei entweder um eine Scheune oder um eine Versammlungshalle gehandelt haben.
Die Wissenschaftler um Langlands versprechen sich von der Fundstelle bedeutende neue Erkenntnisse über das Alltagsleben der römischen Bevölkerung und die sozialen Strukturen in Wales vom ersten bis möglicherweise in das fünfte Jahrhundert nach Christus. Mit einem Augenzwinkern sprach Langlands von dem Potenzial, dass der Ort zum „Pompeji von Port Talbot” werden könne, in Anlehnung an die antike römische Stadt, deren außergewöhnlicher Erhalt auf den Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus zurückgeht.
Margam Country Park als historische Fundstätte
Der Margam Country Park hat sich bereits in der Vergangenheit als bedeutender Fundort archäologischer Zeugnisse erwiesen. Mit einer eisenzeitlichen Hügelfestung, den Überresten einer Abtei aus dem 12. Jahrhundert sowie einem eindrucksvollen viktorianischen Schloss vereint das Areal zahlreiche Epochen der regionalen Geschichte. Parkmanager Michael Wynne bezeichnete die neu entdeckte römische Villa laut BBC als eine weitere wertvolle Ergänzung dieses historischen Ensembles und verbindet mit dem Fund die Hoffnung auf neue Erkenntnisse zur walisischen und lokalen Vergangenheit.








