Eine „Katastrophe von extremer Gewalt, die die Welt erschüttert hat“ – mit diesen Worten beschrieb Papst Leo XIV. das Feuer-Inferno, das in dem Schweizer Skiort Crans-Montana in der Silvesternacht zahlreiche Menschenleben gekostet hat. Am Donnerstag empfing der Pontifex die Eltern der sechs jungen Italiener, die bei dem Feuer ums Leben kamen, im Apostolischen Palast. Auch Angehörige der zwölf italienischen Verletzten waren anwesend. 

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

„Ich bin sehr bewegt, Sie zu treffen“, sagte der Pontifex in seiner Ansprache. Er wolle den Eltern der sechs Verstorbenen „in einem Moment der schweren Prüfung Beistand leisten“. Bei den Toten des Brandes handelt es sich um vier Teenager im Alter zwischen 15 und 16 Jahren. Zwölf verletzte Italiener werden derzeit im Mailänder Krankenhaus „Niguarda“ wegen den schweren Brandwunden behandelt, die sie sich in Crans-Montana zugezogen haben. Zwei von ihnen kämpfen noch um ihr Leben.

Lesen Sie auch

Audienz für Opferfamilien von Crans-Montana: Papst stimmte sofort zu

„Ich wollte die Gelegenheit haben, diesen Moment des Schmerzes und der Trauer mit Ihnen zu teilen“, erklärte der Papst. Er habe sofort zugestimmt, als er von der Bitte um eine Audienz erfuhr. „Eine Ihrer liebsten und wichtigsten Personen hat ihr Leben bei einer Katastrophe von extremer Gewalt verloren oder liegt nach dem schweren Brand über einen längeren Zeitraum im Krankenhaus, mit Verletzungen, die den Körper entstellt haben“, sagte Leo XIV. an die versammelten Angehörigen gerichtet.

Der Papst betonte, dass das Unglück „im unerwartetsten Moment“, an Silvester geschehen sei, an einem Tag, der eigentlich Freude und Feierlichkeiten bedeutete. Angesichts dieser Ereignisse stellte er die Frage nach dem Sinn und der Hoffnung: „Was kann man in einer solchen Situation sagen? Wie kann man solchen Ereignissen einen Sinn geben? Wo findet man Trost, der der Tiefe Ihres Schmerzes entspricht und der nicht aus leeren, oberflächlichen Worten besteht, sondern das Herz berührt und neue Hoffnung weckt?“

Lesen Sie auch

Brand in Schweizer Ski-Ort: Italien fordert Klarheit von Schweizer Justiz

Der Papst hob die Bedeutung des Glaubens in Zeiten schwerster Prüfungen hervor. „Der Glaube, der in uns wohnt, erleuchtet die dunkelsten und schmerzvollsten Momente unseres Lebens mit einem unverzichtbaren Licht, das uns hilft, mutig den Weg zum Ziel fortzusetzen“, so Leo. Doch er gab gleichzeitig zu: „Ich kann Ihnen, liebe Brüder und Schwestern, nicht erklären, warum es Ihnen und Ihren Angehörigen zugemutet wurde, eine solche Prüfung zu bestehen. Die menschliche Zuneigung und die Worte des Mitgefühls, die ich Ihnen heute entgegenbringe, erscheinen mir sehr begrenzt und machtlos.“

Die Angehörigen der Opfer wurden nach dem Treffen mit dem Papst auch von der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni empfangen. Die italienische Regierung erklärte bereits, als Zivilkläger an einem etwaigen Prozess im Zusammenhang mit dem Brand teilnehmen zu wollen. Außenminister Antonio Tajani forderte von den Schweizer Justizbehörden tiefgreifende Ermittlungen und Klarheit zu den Ursachen des Brandes.

Bei dem Feuer in der Bar „Le Constellation“ waren in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen. 116 weitere Menschen erlitten teils schwerste Verletzungen. Ermittelt wird nun wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung eines Brandes.