Beim Eurovision Song Contest (ESC) läuft es am Ende oft anders, als erwartet. Und so passt es ins Bild, dass es auch bei der Bekanntgabe, wer in diesem Jahr am deutschen Vorentscheid teilnehmen wird, ein gewisses Durcheinander gab. Zunächst wollte der innerhalb der ARD für den ESC zuständige SWR die Kandidaten am Donnerstag um 19 Uhr bekanntgeben – nur um die Liste dann doch früher zu veröffentlichen.

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Die Auswahl besteht aus neun semi-bekannten Künstlerinnen, Künstlern und Bands. Wie zuvor schon unter anderem von „Bild“ berichtet, ist eine davon Sarah Engels, die 2011 bei DSDS den zweiten Platz belegte und später mit einer schlagzeilenträchtigen Trennung von DSDS-Sieger Pietro Lombardi für Aufsehen sorgte.
ESC 2026: Das sind die Teilnehmer des deutschen Vorentscheids
Und noch eine Castingshow-Teilnehmerin findet sich auf der Liste: Malou Lovis gewann 2023 „The Voice of Germany“. Die großen Erfolge blieben seitdem aber aus.
Die gesamte Liste für den ESC-Vorentscheid im Überblick:
- Sarah Engels: Die „Deutschland sucht den Superstar“-Finalistin von 2011 ist der wohl bekannteste Name beim Vorentscheid. „Ich liebe es, mich neuen Herausforderungen zu stellen. Aber das ist nochmal eine ganz andere Nummer“, sagte Engels. Ihr Song „Fire“ soll vor allem Frauen darin stärken, den eigenen Träumen zu folgen.
- Ragazzki: Hinter dem neu gegründeten Duo stecken YouTuber Marti Fischer („Barbaras Rhabarberbar“) und David „Miirtek“ Starosciak. Ihr Gute-Laune-Song „Ciao Ragazzki“ ist ein Mix aus Italo-Pop und osteuropäischen Beats. „Das Projekt auf so einer Bühne visuell komplett inszenieren zu können, ist eine megageile Chance“, sagt Starosciak.
- Malou Lovis: Die Gewinnerin von „The Voice of Germany“ (2023) stand schon mit Tokio Hotel auf der Bühne und steuerte mit ihnen den Soundtrack zum Kinofilm „Momo“ bei. Ihre ESC-Ballade heißt „When I´m With You“. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal hier bin. Aber es ist schon eine große Plattform, auf der man die Musik zeigen kann.“
- Myle: Der Deutsch-Amerikaner begleitete bereits Popmusiker wie Wincent Weiss, Kamrad und Alvaro Soler auf ihren Tourneen und tritt mit dem gitarrenlastigen „A Ok“ an. „Ich bin absolut besessen von Popmusik und freue mich riesig.“
- Molly Sue: Die Norddeutsche stand bereits 2014 bei „The Voice Kids“ im Team von ESC-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut. „Genau in die Fußstapfen würde ich jetzt gerne treten.“ Im Popsong „Optimist (Ha Ha Ha)“ singt sie über innere Ängste.
- wavvyboi: Simon Vogt-Grande ist mit seinen langen Haaren, Hand-Tattoos und ausgefallenen Klamotten sicher der optisch auffälligste Kandidat. „Black Glitter“ feiert Diversität und verbindet harte Gitarrenriffs mit epischem Gesang. „Es ist für mich eine Riesenchance, meine Musik zu präsentieren. Ich liebe es einfach, Livemusik zu machen.“
- Dreamboys The Band: Die vier Künstlerinnen, die sich Jo The Man The Music, Philippa Kinsky, VILLFORTH und Nina Caroline nennen und „zusammen rund 100 Jahre alt“ sind, machen schon länger solo Musik und haben sich in Berlin als Band gefunden. Ihr ESC-Beitrag: der Indie-Pop-Song „Jeanie“. „Wir wollen den Appell senden, dass man sich nicht unterschätzt und jeder seine Stärke hat.“
- Laura Nahr: Nach einem Studium in London zog die Songwriterin vor einigen Wochen nach Berlin. In „Wonderland“ beschreibt sie das Gefühl ihrer Generation, zwischen Aufbruch und Überforderung festzustecken. „Es ist schon etwas beängstigend, darüber nachzudenken, was auf einen jetzt zukommt. Aber ich freue mich sehr.“
- Bela: Der Songwriter macht seit Teenie-Zeiten Musik, arbeitete lang im Hintergrund und singt in „Herz“ über den Versuch, in der Welt eines anderen Menschen Platz zu finden, obwohl sie ganz anders ist. „Es ist für mich der erste Auftritt überhaupt und dann direkt vor so vielen Menschen. Das fühlt sich einfach unglaublich an.“
Die neun Songs wurden noch nicht veröffentlicht. Allerdings hat der SWR auf Instagram ein Video veröffentlicht, in dem jeweils kurze Ausschnitte zu hören sind.
ESC-Vorentscheid 2026: Barbara Schöneberger moderiert
Der Eurovision Song Contest findet 2026 in Wien statt, nachdem der Sänger JJ den Wettbewerb im vergangenen Jahr für Österreich gewonnen hat. Deutschland erreichte nur einen mageren 15. Platz – und will es diesmal unbedingt besser machen. Deshalb hat innerhalb der ARD der SWR die Verantwortung für den ESC vom WDR übernommen.
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Auch über den Ablauf des Vorentscheids Ende Februar ist inzwischen einiges bekannt. So soll in einer ersten Runde eine 20-köpfige Expertenjury aus den neun Acts drei machen. Wer von ihnen dann für Deutschland zum ESC fährt, entscheidet das Publikum. Moderieren wird einmal mehr Barbara Schöneberger – allerdings mit Unterstützung von Hazel Brugger. Der SWR verspricht „großartige Performances“ und den „perfekten Act, der Deutschland beim 70. ESC leuchten lässt“.
mit dpa





