Es ist nicht unbedingt Balsam für die geschundene Flugangst-Seele, wenn Passagiere mitbekommen, dass die Chemie zwischen den Politen im Cockpit nicht stimmt. Doch genau das war vor wenigen Tagen am Flughafen in Los Angeles in einer Boeing 777 der taiwanesischen Airline Eva Air wohl der Fall, wie das Nachrichtenportal „Focus Taiwan“ berichtet. Nach einer Meinungsverschiedenheit kam es zur körperlichen Auseinandersetzung zwischen Kapitän und Erstem Offizier. Doch der eigentliche Skandal folgte erst danach.

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Wie „Focus Taiwan“ berichtet, soll der Erste Offizier den Piloten darauf hingewiesen haben, dass er mit überhöhter Geschwindigkeit auf dem Rollfeld unterwegs sei und die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten (rund 55 km/h) überschritten habe. Doch der Kapitän reagierte auch nach mehrmaliger Warnung nicht. Daraufhin betätigte der Erste Offizier die Bremse kurzerhand manuell – was seinen Kollegen wohl dazu bewog, die Kontrolle zu verlieren.
Gefährlicher Ausraster im Cockpit: Kapitän schlägt viermal auf seinen Co-Piloten ein
So soll der Kapitän viermal zugeschlagen und seinem Co-Piloten mehrere blaue Flecken und Schwellungen verpasst haben. Doch anscheinend blieb die Eskalation im Cockpit bei der Flugsicherung im Tower zunächst unbemerkt. Anschließend hob die Maschine, wie geplant, in Richtung Taipeh ab. Wie die Stimmung im Cockpit während des immerhin rund 14 Stunden langen Fluges war, ist nicht bekannt.
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Eva Air hat mittlerweile bestätigt, dass der Kapitän bis zum Abschluss einer internen Untersuchung suspendiert wurde. Der bei „Focus Taiwan“ zitierte Whistleblower sagte, er sei enttäuscht darüber, dass ein Notfallplan nicht sofort aktiviert worden sei. Vor allem hätte ein Pilot mit derart emotional instabilem Verhalten niemals die Passagiermaschine weiterfliegen dürfen. Dadurch wurde, so der Whistleblower, möglicherweise die Sicherheit der Passagiere gefährdet.
Gleichzeitig übermittelte die Airline Daten aus dem Quick Access Recorder an die Behörden. Diese sollen laut Eva Air keine Überschreitung der zulässigen Rollgeschwindigkeit zeigen. Für die beteiligten Crewmitglieder wurde psychologische Unterstützung organisiert. Auch die Civil Aviation Administration und damit die oberste Überwachungsbehörde der zivilen Luftfahrt in China untersucht nun den Vorfall.





